• 13.01.2011, 12:28:49
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ATV "Am Punkt": Elternvertreter und Bildungsexperten üben massive Kritik an ÖVP-Reformpapier

Wiener Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl: "Bildungsvolksbegehren peinlich" für Regierung

Wien (OTS) - Massive Kritik an den Details der
ÖVP-Bildungsreform haben in der gestrigen ATV-Diskussionssendung "Am
Punkt" Elternvertreter und Bildungsexperten geübt. Für den Lehrer
und Buchautor Nikolaus Glattauer ist das ÖVP-Papier "keine Bewegung
in irgendeine Richtung, außer um sich selbst. Ich bin der Meinung,
dass es wirklich ein Alibi-Papier ist und dass es am Status Quo nicht
nur nichts ändert, sondern dass es die Situation sogar
verschlechtert.", so der Pädagoge. Das Beibehalten der Gymnasien in
der Unterstufe führe zu einer "Einzementierung der sozialen
Ungleichheit".

Glattauer spricht sich ebenso wie die Präsidentin des Wiener
Stadtschulrats, Susanne Brandsteidl, für die Einführung einer
Gesamtschule und die Ausweitung der Ganztagsbetreuung aus. Das von
Hannes Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren begrüßt Brandsteidl,
weil es ein "Signal der Zivilgesellschaft" sei. Für die Regierung sei
es "eigentlich völlig peinlich. Nur noch peinlicher wäre es, wenn
nichts passieren würde." ,so Brandsteidl.

ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon verteidigte erwartungsgemäß nicht
nur das Bildungspapier seiner Partei sondern auch das Schulsystem.
Das "Schlechtreden" der österreichischen Schulen vor dem Hintergrund
der PISA-Ergebnisse "nerve" ihn. "Einzig und allein eine Untersuchung
herzunehmen, nämlich PISA, und zu sagen, das beurteilt das ganze
System - das ist nicht seriös." Kritik übte Amon am geplanten
Bildungsvolksbegehren: "Ein Gag - keiner weiß was er [Anm: Hannes
Androsch] wirklich verlangt."

Ganz anders Theodor Saverschel, Vorsitzender der Elternvertreter
an den mittleren und höheren Schulen Österreichs: das Volksbegehren
sei "ein Schritt und alleine die Beteiligung ein Zeichen, wie hoch
der Leidensdruck ist." Dem Bildungskonzept der ÖVP dagegen kann
Saverschel nichts abgewinnen. "Wenn ich höre, dass wir schon wieder
ein Konzept machen sollen, wie wir die Mittlere Reifeprüfung machen
können, dann kommts mir schon langsam hoch. Ein Vorschlag nach dem
anderen, aber er wird nicht umgesetzt."

Rückfragehinweis:
ATV Chefredaktion: Tel.:01/213 64 112

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