30 Jahre Menschen für Menschen: Almaz Böhm gibt Startschuss für zwei neue "Integrierte ländliche Entwicklungsprojekte"

Addis Abeba/Wien (OTS) -

  • Die neuen Projektregionen Ginde Beret und Borena sollen fast 300.000 Äthiopiern eine bessere Zukunft ermöglichen
  • "Integrierte ländliche Entwicklungsprojekte" unterstützten ganzheitlich und verbessern die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig

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Im Rahmen des heutigen Empfangs zum 30-jährigen Bestehen von Menschen für Menschen in Addis Abeba gab Almaz Böhm in Anwesenheit des äthiopischen Bundespräsidenten Girma Woldegiorgis den offiziellen Start der beiden neuen Projektgebiete Ginde Beret und Borena bekannt. Die beiden Projektregionen sollen fast 300.000 Äthiopiern eine bessere Zukunft ermöglichen. Almaz Böhm:" Menschen für Menschen hat in den vergangenen 30 Jahren viel in Äthiopien erreicht. Aber um die Lebensbedingungen der Menschen in den entlegenen Regionen des Landes nachhaltig zu verbessern, liegt noch viel Arbeit vor uns."

Bildung, Wasser, Gesundheit, Landwirtschaft, Infrastruktur, Frauenförderung - das Prinzip der "Integrierten ländlichen Projekte" von Menschen für Menschen verknüpft Maßnahmen aller wichtiger Lebensbereiche der ländlichen Bevölkerung Äthiopiens, um gemeinsam dauerhafte und tragfähige Veränderungen anzustoßen: Hilfe zur Selbstentwicklung lautet das Leitmotiv. Als Karlheinz Böhm das Modell nach der Gründung seiner Äthiopienhilfe Menschen für Menschen in den 1980er-Jahren entwickelte, konnte niemand ahnen, dass einmal vier Millionen Menschen dadurch ein besseres Leben ermöglicht würde.

Mittlerweile haben sich die "Integrierten ländlichen Projekte" von Menschen für Menschen zu einem wahren Erfolgsprinzip der nachhaltigen Entwicklungshilfe entwickelt: 254 neue Schulen wurden seit der Gründung der Organisation vor 30 Jahren gebaut, 44.168 Augenoperationen durchgeführt und 1.504 Wasserstellen errichtet, um nur einige Kennzahlen der 30-jährigen Leistungsbilanz zu nennen. Insgesamt hat Menschen für Menschen seit 1981 in 11 Regionen Äthiopiens "Integrierte ländliche Entwicklungsprojekte" begonnen und diverse Infrastrukturmaßnahmen im ganzen Land unterstützt.

Die neuen Projektgebiet Ginde Beret und Borena

In den beiden neuen Projektregionen, Ginde Beret und Borena, soll das erfolgreiche Prinzip der "integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte" fortgesetzt werden. Ginde Beret wird dabei ausschließlich von Spenden und Fördermittel aus Österreich finanziert, sowie durch den mit 1 Million Euro dotierten Essl Sozial Prize 2011.

Ginde Beret befindet sich in der Provinz West-Shoa bzw. der Region Oromia, rund 180 Kilometer nördlich von Addis Abeba. 1.000 bis 2.600 Meter über dem Meer gelegen, gehört die Region zu den bedürftigsten Gebieten Äthiopiens. Auf einer Fläche von 1.200 qkm leben etwa 105.000 Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft und Viehzucht.

Doch diese sind von unvorstellbaren Mühen gekennzeichnet:

Von den zwei Regenzeiten des Jahres, Belg (April und Mai) und Meher (Juni bis September), können die Bauern aufgrund der Ergiebigkeit nur die zweite, längere Regenzeit von Juni bis September nutzen. Eine Ernte fällt damit komplett aus. Bodenerosion, Dürre und Schädlinge erschweren den Ackerbau zusätzlich. Auch die Wasserversorgung ist katastrophal. Gerade einmal 23 Prozent aller Bewohner haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, häufig beziehen die Bewohner ihr Wasser aus weit entfernten Schlammlöchern. Krankheiten sind die Folge. Doch auch die medizinische Versorgung ist schlecht. 42 Prozent der Bevölkerung haben beispielsweise keinerlei Zugang zu Geburtshilfe. Malaria, HIV, Durchfall oder Parasitenbefall sind weit verbreitet. Besonders Kinder leiden unter den schlechten hygienischen Voraussetzungen. Auch Bildungsmöglichkeiten stehen kaum zur Verfügung. Kinder lernen, wenn überhaupt, dicht gedrängt am Boden von Lehmhütten, Lehrmaterial gibt es kaum. Kinder, die keine Schule besuchen, leben später wie ihre Eltern als Selbstversorger von der Hand in den Mund.

Schwerpunkte der Aktivitäten im Rahmen des "Integrierten ländlichen Entwicklungsprojekts" in Ginde Beret bilden vor allem die Verbesserung der Bedingungen für den Ackerbau, der Aufbau medizinischer Infrastruktur sowie der Bau von Schulen als Basis von Entwicklung. Auch die Verbesserung der Wasserversorgung durch den Bau von Pumpbrunnen, Quellfassungen und Wasserauffangbecken stellt in dieser schlecht mit Trinkwasser versorgten Region einen Schwerpunkt der Projektarbeit dar. Der Bau von Straßen und Zufahrtswegen ergänzt die infrastrukturellen Maßnahmen. Erwachsenenbildung zur Bekämpfung von Analphabetismus, Aufklärungsprogramme gegen HIV und schädliche Traditionen fördern den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt der Region und deren Zukunftschancen. Durch Kinder-Impfprogramme, Bereitstellung von Ambulanzfahrzeugen, Augenoperationen, Familienplanung und Geburtsbetreuung wird auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung gesichert.

Die zweite Projektregion Borena, in der 180.000 Menschen leben liegt 580 km nördlich von Addis Abeba und ist 980 Quadratkilometer groß. Dieses wird mit 1,1 Millionen Euro vom deutschen BMZ unterstützt.

30 Jahre Menschen für Menschen

Am 16. Mai 1981 legte der damalige Schauspieler Karlheinz Böhm mit seiner legendären Wette in der Sendung "Wetten, dass..?" die Grundlage. Im Anschluss an seine erste Reise nach Äthiopien gründete Böhm am 13. November 1981 die Hilfsorganisation, deren Leitung er 2008 seiner Ehefrau Almaz Böhm übertrug. Für ihr Engagement und ihre Arbeit wurden Almaz und Karlheinz Böhm mit dem Essl Social Prize 2011 ausgezeichnet. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen wird Menschen für Menschen im Jubiläumsjahr 2011 auf die auch heute noch teils verheerenden Lebensbedingungen in Äthiopien aufmerksam machen und die Menschen zum Spenden bewegen.

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