"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Untauglich"

Das SPÖ-Alternativmodell zum Zivildienst ist kein adäquater Ersatz für diesen.

Wien (OTS) - Mit der Wehrpflicht fällt automatisch der
Zivildienst. Und sollte die SPÖ geschlossen gegen die Wehrpflicht zu Felde ziehen - was sich abzeichnet -, muss sie ein schlüssiges Konzept vorlegen, wie sie die Lücke schließen will, die sich auftut, wenn das Sozialsystem plötzlich alle Zivildiener verliert.
Der Vorschlag, den die Parteispitze gestern präsentiert hat, ist wohl untauglich. Er sieht vor, dass jene, die freiwillig einen Sozialdienst leisten, mehr Geld bekommen als jetzt die Zivildiener -dem jeweiligen Kollektivvertrag entsprechend. Was soll das bringen? Schon jetzt finden sich viel zu wenige Menschen, die für Mindestlöhne Berufe etwa in der Pflege ergreifen.
Eine taugliche Lösung muss anders aussehen. Man darf sich nichts vormachen: Werden die Zivildiener adäquat ersetzt, wird der Sozialbereich deutlich teurer. Wer will, dass Menschen als Sanitäter, Altenbetreuer etc. arbeiten, muss sie entsprechend gut bezahlen. Diese Mehrkosten sind wiederum kein Grund, an Wehr- und Zivildienst festzuhalten. Derzeit ist vieles im Sozial- und Gesundheitsbereich nur deshalb vergleichsweise günstig, weil eine kleine gesellschaftliche Gruppe unter ihrem Marktwert arbeiten muss:
die wehrpflichtigen jungen Männer. Und das ist nicht fair.

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