- 12.01.2011, 13:50:27
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Silbernes Bischofsjubiläum von Metropolit Staikos
Der Wiener orthodoxe Metropolit hat wesentlich zum Ausbau der orthodoxen Seelsorge in Österreich beigetragen und ist ein Vorkämpfer der Ökumene
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Wien (OTS) - Wien, 12.01.11 (PEW) Der Wiener griechisch-orthodoxe
Metropolit Michael Staikos wurde vor 25 Jahren - am 12. Jänner 1986 -
zum Bischof geweiht. Als Metropolit des Ökumenischen Patriarchats ist
er der ranghöchste Repräsentant der Orthodoxie in Österreich. Im
November 1991 hatte ihn der Heilige Synod des Ökumenischen
Patriarchats von Konstantinopel bei der ersten Sitzung unter Leitung
des neuen Patriarchen Bartholomaios I. zum Metropoliten von Austria
und Exarchen für Ungarn gewählt. Im Oktober des Vorjahrs wurde unter
dem Vorsitz von Metropolit Staikos die Orthodoxe Bischofskonferenz
für Österreich begründet. Metropolit Staikos betonte in seiner
Eröffnungsansprache, dass sich die orthodoxe Kirche in Österreich in
einer neuen Situation mit großen Herausforderungen befinde. Die
Orthodoxie sei in Österreich stark gewachsen: 500.000 orthodoxe
Christen seien eine Realität, "die nicht unberücksichtigt bleiben
darf". Staikos damals wörtlich: "Das Zusammenleben in einer neuen
Gesellschaft mit einer vielfältigen und pluriformen kulturellen und
religiösen Wirklichkeit verlangt neue und konkrete Anstrengungen von
den Verantwortlichen der Kirche, damit wir den neuen Bedürfnissen und
Herausforderungen gerecht werden". Der Metropolit von Austria sprach
insbesondere den orthodoxen Religionsunterricht sowie die
Krankenhaus-, Militär- und Gefängnisseelsorge an. Mit der Errichtung
der neuen Bischofskonferenz könnten diese Aufgaben besser bewältigt
werden. Zugleich betonte Staikos: "Nur mit einer einheitlichen Stimme
können wir Orthodoxe ein kräftiges und hörbares orthodoxes Zeugnis
ablegen".
Mit dem "panorthodoxen Zeugnis" ist dem Metropoliten auch der
ökumenische und interreligiöse Dialog in Österreich ein zentraler
Auftrag. Zwei Amtsperioden hindurch (1995-2000) war er Vorsitzender
des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Er ist
Konsultor der Stiftung "Pro Oriente" und war schon beim ersten
ökumenischen Symposion der Stiftung 1965 dabei. Viele Jahre arbeitete
er in der legendären ORF-Radio-Reihe "Ökumenische Morgenfeier" mit.
Als Legat des Ökumenischen Patriarchen hat Staikos die Kirche von
Konstantinopel oft bei panorthodoxen und ökumenischen Ereignissen
vertreten. Mehrere Jahre gehörte er auch dem Heiligen Synod des
Ökumenischen Patriarchats an. Ein Herzensanliegen ist dem orthodoxen
Metropoliten das Verhältnis zur katholischen Ortskirche in Wien.
Besonders verbunden war er mit Kardinal Franz König. Mit Kardinal
Christoph Schönborn und Weihbischof Helmut Krätzl zählte er zu den
letzten Besuchern am Sterbebett des Wiener Alterzbischofs im März
2004.
Metropolit Staikos hat wesentlich zum Ausbau der orthodoxen
Seelsorge in Österreich beigetragen - aber auch in Ungarn, wo er sich
tatkräftig für die Wiederbelebung der von den Kommunisten
unterdrückten griechischen Orthodoxie einsetzte. Dem Wirken des
Metropoliten ist es zu verdanken, dass im Bewusstsein - auch der
politischen Öffentlichkeit in Österreich - die Orthodoxie als
tragender Bestandteil des europäischen Erbes und der europäischen
Zukunft wahrgenommen wird. Staikos kommt aus der Schule seines
Vorgängers, des 1995 verstorbenen Metropoliten Chrysostomos Tsiter,
dessen Familie österreichische Wurzeln hatte. Zunächst als Sekretär
und dann als Generalvikar, ab 1986 als Auxiliarbischof begleitete
Staikos den Weg seines Vorgängers.
Für den Wiener Metropoliten ist es selbstverständlich, die
Verbundenheit zwischen Österreich und der Orthodoxie immer wieder in
Erinnerung zu rufen. Dabei verweist er oft auf die großen Namen, die
in der Vorhalle der Wiener griechisch-orthodoxen
Dreifaltigkeitskathedrale festgehalten sind: Diese Namen wie Dumba,
Sina, Karajan usw. stehen für den großen Beitrag orthodoxer Christen
zum wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung Österreichs und
insbesondere Wiens im 19. Jahrhundert. In seiner Inthronisationsrede
als Metropolit 1991 hatte Staikos wörtlich gesagt: "Österreich darf
niemals seinen Ruhm als Land der Toleranz verlieren, denn dies würde
seiner Geschichte widersprechen. Das Boot ist weder voll noch wird es
untergehen, wenn es von den Wellen der Nächstenliebe und nicht von
begrenzten finanziellen oder parteipolitischen Interessen getragen
wird".
Immer wieder hat sich Staikos auch für eine Erweiterung der
Europäischen Union ausgesprochen, die auch die orthodoxen Länder in
Ost- und Südosteuropa einschließen müsse. Anlässlich der Präsentation
seines Buches "Auferstehung" hatte er beispielsweise im März 2000
dafür plädiert, keine neuen kulturellen, religiösen oder
wirtschaftlichen Mauern aufzustellen. "Der Eiserne Vorhang darf nicht
durch einen silbernen oder gar goldenen ersetzt werden", so Staikos
damals wörtlich. Trotz aller Schwierigkeiten werde die Zukunft der
christlichen Kirchen in Europa eine gemeinsame, eine ökumenische
Zukunft sein, sagte der Metropolit. Ohne die orthodoxen Kirchen, ohne
die orthodox geprägten Länder und Staaten könne man nicht von einem
vereinten Europa sprechen.
Michael Staikos wurde am 22. November 1946 in Athen geboren. Er
besuchte ein katholisches Gymnasium in der griechischen Hauptstadt.
Sein Theologiestudium absolvierte er an der Universität von Saloniki.
1964 übersiedelte er nach Wien, 1965 trat er in den Dienst der
griechisch-orthodoxen Metropolie von Austria - als Sekretär und
Zeremoniär von Metropolit Tsiter. Am 22. November 1977 wurde er in
Wien zum Priester geweiht und anschließend zum Pfarrer der beiden
griechischen Kirchengemeinden und zum Direktor der griechischen
Nationalschule ernannt. Dann wurde er auch Generalvikar der
Metropolie.
Wissenschaftlich beschäftigte sich Staikos mit der
Kirchengeschichte, insbesondere mit der Geschichte der orthodoxen
Gemeinden in Österreich und Ungarn. Sein Buch "Anastasis -
Auferstehung. Von erlebter orthodoxer Spiritualität" fand großen
Anklang im deutschsprachigen Raum, ebenso seine Studie über die Rolle
der Laien in der orthodoxen Kirche. (ende)
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