- 11.01.2011, 16:06:11
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Unmoral der G'schicht"
Als Privatmann tat Grasser das, wogegen er als Finanzminister gekämpft hatte.
Wien (OTS) - Im Oktober 2003 wurde Karl-Heinz Grasser im Parlament
gefragt, ob er an einer Stiftung beteiligt sei. Oder ob ein Vaduzer
Kapital von ihm verwalte. "Leider nein", antwortete dieser; sein
Vermögen sei "nicht groß genug". Einige Jahre später war das anders.
Der Mann hatte einen Batzen Geld, den er nach Liechtenstein
transferierte. Nun hat Grasser deswegen die Behörden am Hals. Sie
ermitteln wegen Steuerhinterziehung. Ein schwerwiegender Verdacht
gegen den "besten Finanzminister aller Zeiten".
Wie immer die Geschichte für Grasser ausgeht, ihre Unmoral ist
schon jetzt erwiesen. Als Finanzminister betonte er bei jeder
Gelegenheit, wie wichtig es sei, den heimischen Finanzplatz zu
stärken: Es müsse alles getan werden, damit Vermögen im Inland
bleibt. Und so seien Privatstifter weiterhin steuerlich zu
begünstigen.
Kaum aus dem Amt, interessierte Grasser sein Geschwätz von gestern
nicht mehr. Selbst die niedrige Stiftungssteuer, die er als
Regierungsmitglied bejubelt hatte, war ihm als Meinl-Manager zu hoch.
Als Finanzminister war Grasser nie um einen flotten Spruch verlegen.
Jetzt sagt er nichts. Was soll's.
Sein bisheriger Unwille, die Vermögensveranlagung im Ausland
öffentlich zu erklären, sagt eh alles.
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