Unerwünschte Werbung: WKÖ warnt Betriebe vor irreführenden Zusendungen und Zahlungen

"Neue Robinsonliste" steht in keinem Zusammenhang mit der Robinsonliste des Fachverbandes Werbung - Landeskammern beraten Unternehmen

Wien (OTS/PWK012) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
mahnt Betriebe zur Vorsicht im Hinblick auf eine in jüngster Zeit massiv steigende Zahl von irreführenden Zusendungen. Es geht dabei um vermeintlich kostenlose Eintragungen in diverse Verzeichnisse, die meist erst bei genauer Betrachtung eine Kostenpflicht erkennen lassen. Zu erwähnen sind etwa Zusendungen betreffend Einschaltungen in eine "Zentrale Firmendatenbank für die Republik Österreich" oder für ein Gelbes Branchenbuch (dahinter steht eine Firma mit Sitz auf den Seychellen).

Jüngstes Beispiel ist die sogenannte "Neue Robinsonliste":
Zahlreiche Unternehmen dürften in den letzten Tagen Zusendungen per Fax erhalten haben, die für eine Eintragung in eine solche Liste werben. In diesen Zusendungen wird ausgeführt, dass damit verstärkt gegen unerwünschte Werbung vorgegangen würde. Die Angeschriebenen werden aufgefordert, einen auf dem Fax enthaltenen Abschnitt ausgefüllt und unterschrieben zurückzufaxen. Die Eintragung in diese Liste wird als kostenfrei bezeichnet. Allerdings findet sich dann im weiterführenden Text der Hinweis, dass für das "Service" der Weiterleitung der Daten zwecks Löschung eine Bearbeitungsgebühr von 350 Euro pro Jahr verrechnet wird, wobei sich der Vertrag für ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht eine Kündigung erfolgt.

Die WKÖ betont, dass diese "Neue Robinsonliste" nichts mit der in Österreich beim Fachverband Werbung geführten, kostenlosen Robinsonliste im Sinne des TKG zu tun hat. Ebenso wenig steht diese Aussendung mit der Deutsche Robinsonliste im Zusammenhang.

Die Robinsonliste schützt Verbraucher und Unternehmen vor unerwünschten adressierten Werbesendungen. In die Robinsonliste kann sich jede Person eintragen lassen, die keine adressierte Werbung erhalten möchte. Der Fachverband Werbung in der WKÖ stellt überdies klar: Für die österreichischen Adressverlage ist der Bezug und der Abgleich von Adressbeständen mit der Robinsonliste inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Seit 1. Jänner 2009 können Adressverlage, welche die Robinsonliste beziehen, die jeweils aktuelle Datei bequem im Internet herunterladen. Die Datei wird vom Fachverband Werbung und Marketing laufend aktualisiert.

Die Experten der WKÖ raten den Unternehmen:

  • Nie ohne vorhergehende Abklärung zahlen!
  • Nichts unterschreiben oder zahlen, was nicht eindeutig zugeordnet werden kann!
  • Unbekannten Werbe- oder Eintragungsangeboten grundsätzlich kritisch gegenüberstehen, auch wenn mit karitativen oder im öffentlichen Interesse liegenden Anliegen geworben oder eine Verbindung zu diesen hergestellt wird!
  • Kostenpflichtige und verbindliche Einschaltungen - sogenannte Pflichteinschaltungen, die das Firmenbuch betreffen, - gibt es nur im Amtsblatt zur Wiener Zeitung.
  • Für nicht im Firmenbuch eingetragene Unternehmen gibt es im Allgemeinen keine entgeltlichen Pflichteintragungen in Zeitungen und dergleichen - sieht man von Verwaltungsgebühren etwa für die Eintragung im Gewerberegister ab.
  • Dienstnehmer laufend anweisen, keine Überweisungen oder Unterschriften zu tätigen, wenn sie den Geschäftsfall nicht eindeutig zuordnen können.

Die Landeskammern stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung. Informationen zur Robinsonliste finden Sie auch auf der Homepage des Fachverbandes Werbung:
http://www.fachverbandwerbung.at/de-service-robinsonliste.shtml (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Werbung & Marktkommunikation
Mag. Markus Deutsch
Tel.: Tel.: 05 90 900-3539
werbung@wko.at

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