- 11.01.2011, 11:51:22
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Haiti ein Jahr nach dem Beben - Eine Bilanz der Hilfe von "Nachbar in Not"
Die österreichische Hilfsgemeinschaft liefert Beispiele für gelungene Projekte
Wien (OTS) - Das Erdbeben, das Haiti am 12. Jänner 2010
erschütterte, gehört zu den schlimmsten Naturkatastrophen der
vergangenen Jahrzehnte. 250.000 Menschen kamen ums Leben, mehr als
1,3 Millionen wurden obdachlos. Betroffen ist eines der ärmsten
Länder der Welt. Im Oktober 2010 kam der Ausbruch der Cholera hinzu
und Ende November verschärften die Präsidentschaftswahlen das
politische Klima. "Vor diesem Hintergrund sind noch immer viel zu
viele Menschen auf Nothilfe angewiesen und die Umstände erschweren
auch den Wiederaufbau. Das darf aber nicht den Blick auf die
geleistete Hilfe verstellen, die Hunderttausenden Menschen in Haiti
das Überleben und die Zukunft sichert", betont der "Nachbar in
Not"-Vorstandsvorsitzende und Auslandshilfechef der Caritas,
Christoph Petrik-Schweifer.
Mayerhoffer: "Hilfe, die ankommt"
Als die Bilder der Katastrophe vom 12. Jänner 2010 um die Welt
gingen, haben sich der ORF und die "Nachbar in
Not"-Hilfsorganisationen - Arbeiter Samariterbund, CARE, Caritas,
Diakonie, Hilfswerk, Malteser Hospitaldienst, Rotes Kreuz und
Volkshilfe - zusammengeschlossen und am 14. Jänner 2010 die Aktion
"Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" gestartet. 14,5 Millionen Euro sind
von den Österreicherinnen und Österreichern innerhalb weniger Monate
gespendet worden. "Geld", so betont Sissy Mayerhoffer, Leiterin des
ORF-Humanitarian-Broadcasting, "mit dem die 'Nachbar in
Not'-Organisationen allein Sofort- und Nothilfe in Höhe von 4,2
Millionen Euro geleistet haben. Weitere 9,5 Millionen Euro sind für
Überbrückungsmaßnahmen wie Notquartiere und Zelte ausgegeben worden
bzw. arbeiten in laufenden Projekten für den Wiederaufbau. Damit ist
die Initiative von 'Nachbar in Not' ein wichtiger Baustein für ein
besseres Leben der Menschen in Haiti."
Petrik-Schweifer: "Fortschritte, die Hoffnung geben"
"Insgesamt wurden und werden aus 'Nachbar in Not'-Spenden
Hunderttausende Menschen mit Wasser, Nahrungsmitteln, medizinischen
Hilfsgütern, Hygiene- und Küchensets, sanitären Anlagen, temporären
Unterkünften, aber auch mit Schulunterricht, festen Häusern und
existenzsichernden Maßnahmen unterstützt", betont Petrik-Schweifer.
"So konnte das Caritas-Team beispielsweise nach Monaten schwieriger
Verhandlungs- und Planungsarbeiten Ende des Jahres in Gressier, etwa
20 Kilometer nordwestlich von Port-au-Prince, die ersten Häuser an
ihre neuen Besitzer übergeben. Auch dieses Wiederaufbau-Projekt der
Caritas, das insgesamt 500 Familien ein neues Zuhause schenkt, wird
mit Mitteln aus 'Nachbar in Not' finanziert. Ebenso wie Schulprojekte
oder Cash-for-Work-Programme, die viele der 'Nachbar in
Not'-Hilfsorganisationen ins Leben gerufen haben."
Opriesnig: "Unterkunft und Hygiene für langfristige Hilfe"
Auch Michael Opriesnig, "Nachbar in Not"-Vorstand und Leiter
Kommunikation und Marketing des Österreichischen Roten Kreuzes, freut
sich über Fortschritte im Wiederaufbau: Das Österreichische Rote
Kreuz hat gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland im Dorf L'Acul
bereits 1.000 Übergangshäuser errichtet. "Diese 1.000 Häuser sind
erst der Anfang", sagt Opriesnig. "In den kommenden zweieinhalb
Jahren werden weitere 2.000 dieser Unterkünfte errichtet." Das ÖRK
kümmert sich in erster Linie darum, dass die Bewohner der neuen
Häuser Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Anlagen haben.
"Diese Kombination von neuen Unterkünften, sauberem Wasser und
Hygienemaßnahmen unterstützt die betroffenen Menschen langfristig",
erklärt Opriesnig. "Zusätzlich tun wir alles in unserer Macht
Stehende, um die Ausbreitung der Cholera zu stoppen. In L'Acul
gelingt das gut - dafür sind die Trinkwasserversorgung und die
Hygieneschulungen besonders wichtig."
Lassmann: "Jeder Baustein der Hilfe zählt!"
Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie-Auslandshilfe und ebenfalls im
"Nachbar in Not"-Vorstand, betont die Notwendigkeit jeder Art von
Hilfeleistung: "Jeder Baustein ist wichtig und trägt zum Wiederaufbau
bei. Der Vorteil des 'Nachbar in Not'-Netzwerkes ist, dass jede
Organisation nach ihrer jeweiligen Expertise dort tätig wird, wo sie
gezielt helfen kann. Und die Bevölkerung wird, wo immer möglich, in
die Durchführung der Projekte mit einbezogen, da wir sie nicht in
erster Linie als Opfer, sondern als Menschen sehen, die ihre Zukunft
selbst mitgestalten möchten. So kommen zum Beispiel beim Aufbau bzw.
der Reparatur von Häusern Handwerker und Gehilfen aus der Bevölkerung
zum Einsatz. Auf diese Weise können sie einerseits ein kleines
Einkommen erwirtschaften und andererseits wichtiges Wissen
hinsichtlich des Baus katastrophensicherer Häuser erwerben."
Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle - Humanitarian Broadcasting Christine Kaiser Tel.: +43 (0)1/87878 - DW 12422 http://nachbarinnot.ORF.at http://tv.ORF.at http://kundendienst.ORF.at
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