• 11.01.2011, 11:33:18
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"erLesen" - die TW1 Büchersendung - am 12. Jänner um 19:15 Uhr

Autor Robert Menasse, Schauspielerin Mercedes Echerer und Philosoph Konrad Paul Liessmann beehren Heinz Sichrovsy in seiner Welt der Bücher.

"erLesen" - die TW1 Büchersendung - am 12. Jänner um 19:15 Uhr.

Wien (OTS) - Neues Jahr, neue Gäste und neue Büchertipps von und
mit Heinz Sichrovsky. Bei "erLesen" präsentiert der literaturaffine
Moderator in charmanter Weise und mit einer Prise Ironie
herausragende Buchneuerscheinungen und jene, die es gerne wären. Das
und die jeweilige hochkarätige Gästerunde jeder Sendung machen
"erLesen" zwei Mal pro Monat zu einem Fixpunkt im
Mittwochabendprogramm.

Als ersten Gast der Sendung dürfen die Zuseher mit Robert Menasse
auf einen der aufregendsten politischen Autoren und Essayisten des
Landes gespannt sein. Für große Begeisterung sorgte der gebürtige
Wiener mit seiner eigenen Version von Goethes Faust - sein "Doktor
Hoechst" wurde im April 2009 im Staatstheater Darmstadt uraufgeführt
und handelt vom Leben eines mächtigen Firmenimperators, der die Welt
beherrscht und letztendlich mit aufgeschnittenen Pulsadern in der
Wanne endet.

Bei "erLesen" stellt der spätberufene Dramatiker mit Blick auf seine
Zigarettenschachtel klar, der Sucht des Rauchens auch während der
Sendung nicht widerstehen zu können. Er sehe zwar ein, dass der
Großteil der Restaurants Nichtraucherlokale geworden sind, dennoch
vertritt er die Meinung, dass die Sucht eine Krankheit sei und eine
Krankheit nicht verboten werden könne.

Dass er nach wie vor das Image des Österreichkritikers habe, läge
seiner Meinung nach daran, dass die Leute offensichtlich zu wenig
lesen: "Denn ich beschäftige mich schon seit Jahren nicht mehr mit
österreichischer Tagespolitik, sondern mit europapolitischen Fragen."
Derzeit recherchiert er für einen Roman, in dessen Mittelpunkt ein
Beamter der europäischen Kommission steht. Für Menasse Grund genug,
sich in Brüssel eine Wohnung zu mieten, denn: "Diesen Roman kann man
nicht am Schreibtisch in Wien mit einem Reiseführer von Brüssel
schreiben." Mit Heinz Sichrovsky plaudert er außerdem über seinen
kürzlich als Taschenbuch erschienenen Erzählband "Ich kann jeder
sagen".

Robert Menasse ist im Jahr 1954 in Wien geboren und studierte
Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Er ist Mitglied der
Grazer Autorinnen Autoren Versammlung sowie des P.E.N. Clubs. Für
seine Essays und Romane wie u.a. "Trilogie der Entgeisterung" und
"Vertreibung aus der Hölle" erhielt er zahlreiche Auszeichnungen -
u.a. den österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Als nächsten Gast freut sich Heinz Sichrovsky auf die Schauspielerin
Mercedes Echerer. Inmitten von gestapelten Büchern nimmt sie Platz,
lässt sich Rotwein servieren und bittet Menasse sichtlich erleichtert
um eine Zigarette. Es scheint in "einer Orgie der Unkorrektheit"
auszuarten, in der sich der Moderator keineswegs unwohl fühlt.

Seit ihrem Fernsehdebüt als Moderatorin des ORF-Kultformates
"Kunststücke" sorgt Echerer nicht nur in Film und Fernsehen sowie auf
unzähligen Bühnen für Begeisterung, sondern hinterließ auch auf
politischer Ebene als EU-Parlamentarierin der Grünen ihre Spuren.
Heinz Sichrovsky verrät sie die Gründe für ihren Wiederausstieg aus
der Politik. Die Angst, ihre Familie zu verlieren und die Liebe zur
Bühne seien für sie ausschlaggebend gewesen: "Ich war ständig
unterwegs und meine Kinder nur auf Fotografien zu sehen, ist mir zu
wenig gewesen."

Echerer brilliert als Intendantin des Filmfestivals "EU-XX-Large"
und ist gemeinsam mit dem Verleger Lojze Wieser Herausgeberin der
Reihe "Europa erlesen/Europa erhören". Bei "erLesen" stellt sie ihre
neue Hörbuch-Edition vor, wo Stars wie Erwin Steinhauer, Cornelius
Obonya und Viktor Gernot Texte zu europäischen Ländern zum Besten
geben. Für die Zuseher der Sendung liest sie höchst persönlich einige
Zeilen daraus vor, aber "seit einigen Monaten geht das nicht mehr
ohne" - die Schauspielerin setzt sich keck eine kleine Brille auf die
Nase.

Mercedes Echerer ist im Jahr 1963 in Linz geboren und in einem
deutsch-ungarischen Haushalt zweisprachig aufgewachsen. Ihr
schauspielerisches Talent bewies sie u.a. am Theater an der Wien, am
Wiener Volkstheater sowie in Harald Sicheritzs Film "Wanted". Derzeit
steht Sie als Partnerin von Harald Krassnitzer in der ORF
Erfolgsserie "Der Winzerkönig" vor der Kamera.

Heinz Sichrovskys nächster Gast hat soeben ein fulminantes Buch zur
Ästhetik des Alltäglichen herausgebracht. Philosoph Konrad Paul
Liessmann schreibt über sein "Universum der Dinge" - über Schneider,
Schlächter und Schmiede, die mit ihren eigenen Händen jene Dinge
schufen, die zum Leben notwendig waren sowie über die
Industrialisierung und Globalisierung, weshalb kaum jemand mehr weiß,
wie die Dinge unseres täglichen Bedarf überhaupt zustande kommen.

Bei "erLesen" verrät er, dass uns iPhone, iPod & Co. zwar
augenscheinlich Arbeit abnehmen, wir letztendlich aber für sie
arbeiten: "Wir unterwerfen uns den Dingen, die wir benützen." Am
Beispiel Facebook sei gut zu erkennen, dass man vorerst eine
Wahlmöglichkeit habe, es aber immer mehr zur Verpflichtung werde.
"Man wird irgendwann zum Außenseiter, wenn man nicht dabei ist",
erklärt Liessmann. Als Außenseiter kann man Menasse aber nicht
bezeichnen, obwohl er im Gegensatz zu seinen Gesprächspartnern kein
Facebook-User ist.

Konrad Paul Liessmann ist im Jahr 1953 in Villach geboren und
studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien. Seit 1997
ist er wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech und
Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe. Im Jänner 2007 wurde der
gebürtige Kärntner mit dem Titel "Wissenschaftler des Jahres 2006"
vom Club der österreichischen Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten
ausgezeichnet.

Als besonderes Zuckerl dürfen sich die Zuseher auch auf einen
Schriftsteller freuen, der das Leben im Mittelalter mit einer
Detailgenauigkeit und Lebendigkeit eines Zeitreisenden beschreibt -
Ken Follet. Sein kürzlich verfilmter Roman "Die Säulen der Erde"
vermittelt das Gefühl, als käme er gerade von einem Ausflug ins 12.
Jahrhundert zurück. Tatsache ist aber, dass sich der Brite im 21.
Jahrhundert am wohlsten fühlt. "Ich würde es hassen, in einer Zeit zu
leben, in der die Häuser kalt, die Betten hart und die Kleider grob
und kratzig waren", verrät er im Interview.

Gespannt dürfen die Zuseher auch auf die Redakteurskritik von
"Furche"-Chefredakteur Claus Reitan sein. Er hat "101 Reykjavik"
gelesen - den isländischen Klassiker von Hallgrimur Helgason über ein
grundverkommenes Subjekt.

Die Gäste der nächsten Sendung am 26. Jänner 2011 sind
Schriftsteller Peter Henisch, Kulturjournalistin Barbara Rett und
Visionskünstler André Heller.

Sendezeiten:
Erstausstrahlung: Mittwoch,12. Jänner 2011 um 19:15-20:15 Uhr
Weitere Ausstrahlungen: Do, 13.1.2011 um 22:45-23:45 Uhr, Fr,
14.1.2011 um 16:05-17:05 Uhr, Sa, 15.1.2011 um 23:45-00:45 Uhr und
So, 16.1.2011 um 18:05-19:05 Uhr

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
ORF/TW1
Mag. Birgit Reiter
0043 (0) 1 87878 14600
[email protected]

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