Streit um "Schadensfall Kind" geht weiter

"Aktion Leben"-Generalsekretärin Kronthaler verweist in ORF-Sendung "Im Zentrum" auf Druck auf Schwangere - Justizministerin verteidigt angestrebte Novelle im Schadenersatzrecht

Wien, 10.01.11 (KAP) Wenn Ärzte für ein behindert geborenes Kind zum Schadensersatz verpflichtet werden können, würden sie bei ihren vorgeburtlichen Untersuchungen "schon bei der geringsten Auffälligkeit die Schwangeren beunruhigen müssen": Auf diese negativen Folgen der derzeit gültigen Rechtslage, die viele Gynäkologen gegenüber der "Aktion Leben" bestätigten, wies deren Generalsekretärin Martina Kronthaler am Sonntagabend in der in der ORF-Sendung "Im Zentrum" zum Thema "Schadensfall Kind" hin.

Ärzte würden Angst und Druck an die Frauen weitergeben. Auch bei unbegründetem Verdacht würden die Betroffenen angstvolle Schwangerschaften erleben, zum Teil würde "ohne Notwendigkeit" zur Abtreibung geraten, sagte Kronthaler.

Im Fall von Geburten nach ungewollten Schwangerschaften gesunder Kinder habe der Oberste Gerichtshof die Freude über eine Geburt als schwerwiegender bewertet als den entstandenen finanziellen "Schaden". Würde dies bei behindert Geborenen nicht gelten, sei eine Diskriminierung behinderter Menschen offenkundig, so die "Aktion Leben"-Vertreterin.

In der Debatte um eine von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner geplante Änderung des Schadenersatzrechtes im Zusammenhang mit der Geburt eines behinderten Kindes gelte es zwei Themen nicht miteinander zu vermischen: die Geburt eines behinderten Kindes mit dem daraus folgenden Mehraufwand für die Eltern und die Entscheidungsfreiheit für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch.

Kronthaler unterstrich, eine Änderung im Schadenersatzrecht dürfe auch nicht als "Angriff auf die Fristenregelung" verstanden werden.

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