• 09.01.2011, 16:34:57
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"Ehrfurcht koptischen Christen" (2)

"Mord im Namen der Religion ist Blasphemie"

Wien (OTS) - "Mord im Namen der Religion ist Gotteslästerung"
zitierte der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos
bei der Trauerfeier den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.
Metropolit Staikos überbrachte als Vorsitzender der neuen orthodoxen
Bischofskonferenz für Österreich "Solidarität und Beileid" an die
koptischen Christen Österreichs mit ihrem Bischof Gabriel an der
Spitze. Es sei eine "Schande", dass im Jahr 2011 das christliche
Zeugnis auf solch blutige Art geleistet werden müsse, wie es jetzt in
Alexandrien geschehen sei.

Der Metropolit betonte, dass sich das Gedenken an die Märtyrer von
Alexandrien nicht gegen den Islam richte, "denn die Mehrheit der
Muslime sind friedliebende Menschen". Es gebe aber auch andere Leute,
die sich eine böse Ideologie konstruiert hätten. Ihnen müsse man
sagen, dass es Blasphemie sei, Menschen umzubringen, denn jeder
Mensch sei als Ebenbild Gottes zu achten und zu respektieren, "ganz
gleich, welcher Sprache, Religion, Hautfarbe, Geschlecht usw. er
ist".

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker untrstrich,
dass die Situation der Christen im Nahen Osten die Kirchen in
Österreich nicht ruhen lassen könne. Solidarität und
geschwisterlicher Einsatz seien notwendig. Es müsse aber auch - auf
nationaler wie internationaler Ebene - die Politik an ihre
Verantwortung für das friedliche Miteinander der Religionen erinnert
werden.

Der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Johann Marte, erinnerte an
die seit 40 Jahren bestehende Verbindung zwischen der von Kardinal
Franz König begründeten Stiftung und der koptisch-orthodoxen Kirche.
Auf diesem Hintergrund könne "Pro Oriente" den "heiligen Zorn der
Kopten über das Geschehnis von Alexandrien mitempfinden" und die
"Trauer darüber" teilen. Darum müsse auch an die ägyptische Regierung
wie an die internationale Politik die Aufforderung gerichtet werden,
die tieferen Ursachen zu erforschen. In gleicher Weise ergehe an die
islamischen geistlichen Autoritäten die dringende Einladung, jede
Hetze gegen Christen klar und deutlich zu verurteilen.

Interreligiösen Frieden könne es nur geben, wenn die volle
Religionsfreiheit respektiert werde und die gleichen Rechte für
Bürger aller Konfessionen garantiert seien, betonte Marte. Er
bezeichnete es als "positives Anzeichen" eines Bewusstseinswandels,
dass nach dem Anschlag von Alexandrien auch Muslime protestiert
hätten.

Der koptische Bischof Gabriel, der die Trauerfeier leitete, verwies
darauf, dass das Christentum die "Religion der Nächstenliebe" sei.
Dies müsse immer wieder zum Ausdruck kommen.

An der Trauerfeier nahmen mit der koptischen Gemeinde auch zahlreiche
katholische, evangelische und orthodoxe Christen teil.(ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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