"Ehrfurcht koptischen Christen" (2)

"Mord im Namen der Religion ist Blasphemie"

Wien (OTS) - "Mord im Namen der Religion ist Gotteslästerung" zitierte der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos bei der Trauerfeier den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. Metropolit Staikos überbrachte als Vorsitzender der neuen orthodoxen Bischofskonferenz für Österreich "Solidarität und Beileid" an die koptischen Christen Österreichs mit ihrem Bischof Gabriel an der Spitze. Es sei eine "Schande", dass im Jahr 2011 das christliche Zeugnis auf solch blutige Art geleistet werden müsse, wie es jetzt in Alexandrien geschehen sei.

Der Metropolit betonte, dass sich das Gedenken an die Märtyrer von Alexandrien nicht gegen den Islam richte, "denn die Mehrheit der Muslime sind friedliebende Menschen". Es gebe aber auch andere Leute, die sich eine böse Ideologie konstruiert hätten. Ihnen müsse man sagen, dass es Blasphemie sei, Menschen umzubringen, denn jeder Mensch sei als Ebenbild Gottes zu achten und zu respektieren, "ganz gleich, welcher Sprache, Religion, Hautfarbe, Geschlecht usw. er ist".

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker untrstrich, dass die Situation der Christen im Nahen Osten die Kirchen in Österreich nicht ruhen lassen könne. Solidarität und geschwisterlicher Einsatz seien notwendig. Es müsse aber auch - auf nationaler wie internationaler Ebene - die Politik an ihre Verantwortung für das friedliche Miteinander der Religionen erinnert werden.

Der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Johann Marte, erinnerte an die seit 40 Jahren bestehende Verbindung zwischen der von Kardinal Franz König begründeten Stiftung und der koptisch-orthodoxen Kirche. Auf diesem Hintergrund könne "Pro Oriente" den "heiligen Zorn der Kopten über das Geschehnis von Alexandrien mitempfinden" und die "Trauer darüber" teilen. Darum müsse auch an die ägyptische Regierung wie an die internationale Politik die Aufforderung gerichtet werden, die tieferen Ursachen zu erforschen. In gleicher Weise ergehe an die islamischen geistlichen Autoritäten die dringende Einladung, jede Hetze gegen Christen klar und deutlich zu verurteilen.

Interreligiösen Frieden könne es nur geben, wenn die volle Religionsfreiheit respektiert werde und die gleichen Rechte für Bürger aller Konfessionen garantiert seien, betonte Marte. Er bezeichnete es als "positives Anzeichen" eines Bewusstseinswandels, dass nach dem Anschlag von Alexandrien auch Muslime protestiert hätten.

Der koptische Bischof Gabriel, der die Trauerfeier leitete, verwies darauf, dass das Christentum die "Religion der Nächstenliebe" sei. Dies müsse immer wieder zum Ausdruck kommen.

An der Trauerfeier nahmen mit der koptischen Gemeinde auch zahlreiche katholische, evangelische und orthodoxe Christen teil.(ende)

Rückfragen & Kontakt:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: media@edw.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EDW0002