Bischof Aichern fordert "neue soziale Verantwortung"

Festgottesdienst zum 1.500-Jahr-Jubiläum der "vita sancti severini" in Enns-Lorch

Linz, 09.01.11 (KAP) Die heutige Zeit braucht eine "neue Solidarität und soziale Verantwortung": Das forderte der Linzer Alt-Bischof Maximilian Aichern bei einem Festgottesdienst in Enns-Lorch (Oberösterreich) anlässlich des 1.500-Jahr-Jubiläums der Abfassung der "vita sancti severini", der Vita des Heiligen Severin (um 410-482). Enns-Lorch, das in römischer Zeit Lauriacum hieß, war entlang der Donau ein Ort unter mehreren, in dem der Heilige Severin wirkte. Vor 75 Jahren wurde der Heilige neben dem damaligen Hauptpatron, dem Heiligen Maximilian, zweiter Patron der Diözese Linz. Der Heilige Severin verstarb am 8. Jänner 482.

Für neue Solidarität und Gemeinsamkeit

Mit Blick auf das damalige couragierte und friedensstiftende Wirken des Heiligen hob Aichern die Vorbildfunktion Severins auch für die heutige Zeit hervor. Gesellschaftliche Entwicklungen, wie das Zusammenwachsen Europas, die Öffnung Europas nach dem Osten hin und die Globalisierung der Wirtschaft forderten eine neue Solidarität und soziale Verantwortung. Severin sei ein politischer Heiliger, der den Menschen nahe war, so Aichern: "Er ließ jene nicht allein, die Opfer der damaligen gesellschaftlichen Veränderungen wurden." So brauche auch "das Leben von heute eine neue Solidarität".

Aichern wies in seinen Worten weiters darauf hin, dass der Heilige in einer politisch schwierigen Zeit Versöhner und Brückenbauer war. "Er machte nicht Halt an völkischen oder konfessionellen Grenzen und er hat, trotz aller bestehenden Gegensätze und Auseinandersetzungen, Brücken in alle Richtungen gebaut." Aichern betonte, dass es auch heute in Politik, Gesellschaft und Kirche Brückenbauer brauche, "die noch mehr als bisher das Gemeinsame in den bestehenden Meinungsverschiedenheiten und Gegensätzen beachten."

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