- 06.01.2011, 13:01:52
- /
- OTS0031 OTW0031
Kardinal Schönborn mit "Sternsingern" in der Moschee
Wiener Erzbischof und Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft betonten Motiv der Gastfreundschaft und des "guten Miteinanders"
=
Wien (OTS) - Wien, 06.01.11 (PEW) Kardinal Christoph Schönborn hat
am Mittwoch erstmals das Wiener Islamische Zentrum besucht. Es war
der erste Besuch eines Wiener Erzbischofs seit Jahrzehnten in der
Moschee am Hubertusdamm; Kardinal Franz König war 1968 bei der
Grundsteinlegung anwesend. Kardinal Schönborn begleitete eine
"Sternsinger"-Gruppe aus der benachbarten katholischen Pfarre St.
Elisabeth-Bruckhaufen. Die "Sternsinger" waren von den
Verantwortlichen des Islamischen Zentrums eingeladen worden. Der
Pfarrer von St. Elisabeth-Bruckhaufen - der neue Leiter des Wiener
Priesterseminars, Richard Tatzreiter - hat in den letzten Jahren ein
gutnachbarliches Verhältnis zur Moschee am Hubertusdamm aufgebaut.
Sowohl Kardinal Schönborn als auch der Präsident der Islamischen
Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, betonten bei der Begegnung das
Motiv der Gastfreundschaft und des "guten Miteinanders". Im Hinblick
auf die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten betonte der Wiener
Erzbischof, dass "Verbrechen im Namen der Religion immer Verbrechen
gegen die Religion sind". Auch Schakfeh verurteilte die
"mörderischen Attentate" in Alexandrien und Bagdad "aufs Schärfste".
Es handle sich um "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".
Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft erinnerte daran,
dass im Orient - insbesondere in seiner Heimat Syrien - das
Zusammenleben von Christen und Muslimen lange Zeit von "guter
Nachbarschaft, ja Freundschaft" gekennzeichnet gewesen sei. In den
letzten Jahrzehnten seien Spannungen aufgekommen; umso notwendiger
sei es, im Dialog nach Lösungen für diese Spannungen zu suchen. Die
Anfänge der Spannungen seien oft in unbedachten Worten zu suchen,
denn auch das Wort könne eine "Form der Gewalt" sein. Ebenso wie
Schakfeh verurteilte auch der Direktor der Islamischen
Religionspädagogischen Akademie, Prof. El Sayed Elshahed (der selbst
aus Ägypten stammt), das Blutbad von Alexandrien und sprach seine
tiefe Anteilnahme für die Opfer und ihre Angehörigen aus.
Die "Sternsinger" brachten im Islamischen Zentrum ihre Lieder zu
Gehör; anschließend sang auch eine Mädchengruppe des Islamischen
Zentrums Friedenslieder. Danach wurden die christlichen Gäste mit
Kardinal Schönborn an der Spitze durch die Moschee und die Bibliothek
des Islamischen Zentrums geführt, wo auch der Geschenkeaustausch
stattfand.
"Es war sehr gelungen, die große Gastfreundschaft unserer
muslimischen Nachbarn hier erleben zu dürfen. Ich glaube, sie haben
sich aufrichtig gefreut und es war ein wichtiger Schritt", sagte
Kardinal Schönborn im Anschluss an die freundschaftliche Begegnung.
Auch Johannes Kemetter, der Vorsitzende der Katholischen Jungschar
der Erzdiözese Wien, bekräftigte die Symbolkraft des Besuchs am
Vorabend des Dreikönigsfestes: "Die Heiligen Drei Könige und ihre
Botschaft der partnerschaftlichen Zusammenarbeit, über religiöse oder
kulturelle Grenzen hinaus, sind heute aktueller denn je. Gerade in
Zeiten, in den oft auch ein harsches Klima gegenüber Menschen mit
Migrationshintergrund oder anderen Religionsgruppen herrscht, sind
solche bereichernden Begegnungen, wie sie hier im Zuge der
Sternsingeraktion geschehen sind, von großer Bedeutung". (ende)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EDW






