- 05.01.2011, 16:06:11
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"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Marxistisches Europa"
Kann man am ungarischen Rechtsruck Gutes finden? Nur wenn man Mölzer heißt.
Wien (OTS) - Zunächst die Überraschung: Andreas Mölzer ist
politisch nach wie vor aktiv. Mölzer who? Lang, lang ist's her, aber
er war einst Haider-Berater, dessen Chefideologe, wendete sich dann
von diesem ab, blieb ein strammer Rechter und bezeichnet sich selbst
als "nationalliberaler Kulturdeutscher".
Das wenig Überraschende: Der Mann, der Anfang der 1990er-Jahre mit
seiner Angst vor der "Umvolkung" traurige, aber nur regionale
Bekanntheit erlangte, setzt auf Provokation. In seiner Funktion als
freiheitlicher Delegationsleiter im Europäischen Parlament spricht er
von einer Hexenjagd der "politisch korrekten Moral- und
Tugendwächter" gegen das EU-Vorsitzland Ungarn. Als Bösewicht ortet
er die vereinigte Linke, die von einer rechtskonservativen Regierung
verstört sei.
Jaja, die gemeine Linke ... Meint er die Ungarn-Kritikerin Angela
Merkel, die vielleicht doch aus dem marxistisch-revolutionären Eck
stammt? Oder Nicolas Sarkozy, den bekannt linkslinken
Euro-Kommunisten?
Das Problem an Mölzers Aussage ist nicht, dass er gegen den Strom
schwimmt. Nur: Mit solchen oberflächlichen Klischees macht er sich
lächerlich. Gäbe es in Österreich ähnliche Mediengesetze wie in
Ungarn, wäre dieser Kommentar übrigens ein Fall für die Justiz.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
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