Morgen ist für viele Wiener noch einmal Weihnachten

Russische, serbische und koptische Christen feiern am 6. Jänner den Heiligen Abend, andere Orthodoxe die "Große Wasserweihe"

Wien (OTS) - Wien, 05.01.11 (PEW) Für viele Wiener ist ab morgen noch einmal Weihnachten: Die russisch-orthodoxe, die serbisch-orthodoxe und die koptische Kirche feiern nach dem Julianischen Kalender den Heiligen Abend am 6. Jänner und das Christfest am 7. Jänner. Andere orthodoxe Christen - so die Griechen, die Rumänen und die Bulgaren - haben das Weihnachtsfest bereits am 24./25. Dezember begangen. Sie versammeln sich am 6. Jänner zur Großen Wasserweihe am Wiener Donaukanal, die Metropolit Michael Staikos leiten wird.

Für die russisch-orthodoxen Gläubigen in Wien ist das heurige Weihnachtsfest besonders bedeutsam, weil der auch für die österreichische Bundeshauptstadt zuständige Bischof Mark (Golowkow) von Jegorjewsk die Liturgien in der Nikolauskathedrale (1030 Wien, Jauresgasse 2) feiern wird. Bischof Mark trifft bereits am Mittwochabend im Erzbischöflichen Palais mit Kardinal Christoph Schönborn zusammen. Die serbisch-orthodoxen Kirchen werden überfüllt sein, weil es für die rund 180.000 serbisch-orthodoxen Gläubigen in Wien derzeit nur drei kleine Pfarrkirchen (im 2., im 3. und im 17. Bezirk) gibt. Die mehrtägigen Weihnachtsfeierlichkeiten beginnen in den drei serbisch-orthodoxen Kirchen am 6. Jänner um 18 Uhr mit der Vesperliturgie. Es ist üblich, dass sich die Gläubigen Stroh aus der Kirche mit nach Hause nehmen, in Erinnerung an den Stall von Bethlehem. Wie in der römisch-katholischen Kirche feiert man um Mitternacht die Christmette. Die drei serbischen Kirchen in der Engerthstraße 158 (Wien 2), Veithgasse 3 (Wien 3) und Steinergasse 3 (Wien 17) haben dieselben Beginnzeiten der Weihnachtsliturgien. Am 7. Jänner, dem eigentlichen Weihnachtstag, beginnt die Göttliche Liturgie in den drei Kirchen jeweils um 9.30 Uhr.

In der russischen Nikolauskathedrale beginnt die Nachtwache am Heiligen Abend, 6. Jänner, um 17 Uhr, die Mette um 23 Uhr. Der Heilige Abend ist ein strenger Fasttag und heißt "socelnik". Diese Bezeichnung kommt vom Namen einer Speise ("socivo") , die aus gekochtem Getreide und Beeren besteht. Der Tradition nach ist dies die einzige Speise, die man am Vortag des Christfestes zu sich nehmen darf. Die Festtagsliturgien am 7. und 8. Jänner beginnen jeweils um 9 Uhr.

Die Wiener Griechen, Rumänen und Bulgaren feiern am 6. Jänner das Fest "Erscheinung des Herrn". Während dieses Fest in der Westkirche unter dem Zeichen der Sterndeuter aus dem Osten ("Heilige Drei Könige") steht, gedenkt die Ostkirche an diesem Tag der Taufe Jesu im Jordan. In Erinnerung an das Taufwasser Jesu findet an diesem Festtag die "Große Wasserweihe" statt. Das geweihte Wasser wird für das ganze Jahr auf Vorrat genommen. Es wird in den Kirchen zur Weihe von Ikonen, liturgischen Gewändern, Kreuzen und kirchlichen Geräten verwendet. Zu Hause trinken es die Kranken, auch Häuser und Wohnungen werden mit diesem Wasser gesegnet.

Seit 2007 wird die "Große Wasserweihe" von Metropolit Michael Staikos nicht in der Kirche vollzogen, sondern, wie nach altem orthodoxem Brauch üblich, am fließenden Gewässer, in diesem Fall am Donaukanal. Nach der Feiertagsliturgie um 10 Uhr in der griechischen Kathedrale (Fleischmarkt 13) gehen die Priester und Gläubigen zum Kanal, wo die Wasserweihe an der Marienbrücke um 13 Uhr beginnt. Der Metropolit taucht bei der Feier das Kreuz drei Mal ins Wasser. Die "Große Wasserweihe" gilt als symbolische Weihe der gesamten Natur und Schöpfung. Damit wird auch an die Verpflichtung jedes Christen erinnert, sich für den Schutz der Umwelt einzusetzen.

Der Grund für die unterschiedliche Datierung des Weihnachtsfestes in den orthodoxen Kirchen liegt in der Kalenderreform der Westkirchen unter Papst Gregor XIII. im Jahre 1582. Der neue Gregorianische Kalender der Westkirche ist gegenüber dem Julianischen Kalender um 13 Tage versetzt. Einige orthodoxe Kirchen - mit dem Patriarchat von Konstantinopel an der Spitze - folgen seit 1924 dem "Neuen Kalender", der - mit Ausnahme des Osterfestes - die Feste gleich wie der Gregorianische Kalender datiert. (ende)

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