• 05.01.2011, 15:07:19
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Morgen ist für viele Wiener noch einmal Weihnachten

Russische, serbische und koptische Christen feiern am 6. Jänner den Heiligen Abend, andere Orthodoxe die "Große Wasserweihe"

Wien (OTS) - Wien, 05.01.11 (PEW) Für viele Wiener ist ab morgen
noch einmal Weihnachten: Die russisch-orthodoxe, die
serbisch-orthodoxe und die koptische Kirche feiern nach dem
Julianischen Kalender den Heiligen Abend am 6. Jänner und das
Christfest am 7. Jänner. Andere orthodoxe Christen - so die Griechen,
die Rumänen und die Bulgaren - haben das Weihnachtsfest bereits am
24./25. Dezember begangen. Sie versammeln sich am 6. Jänner zur
Großen Wasserweihe am Wiener Donaukanal, die Metropolit Michael
Staikos leiten wird.

Für die russisch-orthodoxen Gläubigen in Wien ist das heurige
Weihnachtsfest besonders bedeutsam, weil der auch für die
österreichische Bundeshauptstadt zuständige Bischof Mark (Golowkow)
von Jegorjewsk die Liturgien in der Nikolauskathedrale (1030 Wien,
Jauresgasse 2) feiern wird. Bischof Mark trifft bereits am
Mittwochabend im Erzbischöflichen Palais mit Kardinal Christoph
Schönborn zusammen. Die serbisch-orthodoxen Kirchen werden überfüllt
sein, weil es für die rund 180.000 serbisch-orthodoxen Gläubigen in
Wien derzeit nur drei kleine Pfarrkirchen (im 2., im 3. und im 17.
Bezirk) gibt. Die mehrtägigen Weihnachtsfeierlichkeiten beginnen in
den drei serbisch-orthodoxen Kirchen am 6. Jänner um 18 Uhr mit der
Vesperliturgie. Es ist üblich, dass sich die Gläubigen Stroh aus der
Kirche mit nach Hause nehmen, in Erinnerung an den Stall von
Bethlehem. Wie in der römisch-katholischen Kirche feiert man um
Mitternacht die Christmette. Die drei serbischen Kirchen in der
Engerthstraße 158 (Wien 2), Veithgasse 3 (Wien 3) und Steinergasse 3
(Wien 17) haben dieselben Beginnzeiten der Weihnachtsliturgien. Am 7.
Jänner, dem eigentlichen Weihnachtstag, beginnt die Göttliche
Liturgie in den drei Kirchen jeweils um 9.30 Uhr.

In der russischen Nikolauskathedrale beginnt die Nachtwache am
Heiligen Abend, 6. Jänner, um 17 Uhr, die Mette um 23 Uhr. Der
Heilige Abend ist ein strenger Fasttag und heißt "socelnik". Diese
Bezeichnung kommt vom Namen einer Speise ("socivo") , die aus
gekochtem Getreide und Beeren besteht. Der Tradition nach ist dies
die einzige Speise, die man am Vortag des Christfestes zu sich nehmen
darf. Die Festtagsliturgien am 7. und 8. Jänner beginnen jeweils um 9
Uhr.

Die Wiener Griechen, Rumänen und Bulgaren feiern am 6. Jänner das
Fest "Erscheinung des Herrn". Während dieses Fest in der Westkirche
unter dem Zeichen der Sterndeuter aus dem Osten ("Heilige Drei
Könige") steht, gedenkt die Ostkirche an diesem Tag der Taufe Jesu im
Jordan. In Erinnerung an das Taufwasser Jesu findet an diesem Festtag
die "Große Wasserweihe" statt. Das geweihte Wasser wird für das ganze
Jahr auf Vorrat genommen. Es wird in den Kirchen zur Weihe von
Ikonen, liturgischen Gewändern, Kreuzen und kirchlichen Geräten
verwendet. Zu Hause trinken es die Kranken, auch Häuser und Wohnungen
werden mit diesem Wasser gesegnet.

Seit 2007 wird die "Große Wasserweihe" von Metropolit Michael Staikos
nicht in der Kirche vollzogen, sondern, wie nach altem orthodoxem
Brauch üblich, am fließenden Gewässer, in diesem Fall am Donaukanal.
Nach der Feiertagsliturgie um 10 Uhr in der griechischen Kathedrale
(Fleischmarkt 13) gehen die Priester und Gläubigen zum Kanal, wo die
Wasserweihe an der Marienbrücke um 13 Uhr beginnt. Der Metropolit
taucht bei der Feier das Kreuz drei Mal ins Wasser. Die "Große
Wasserweihe" gilt als symbolische Weihe der gesamten Natur und
Schöpfung. Damit wird auch an die Verpflichtung jedes Christen
erinnert, sich für den Schutz der Umwelt einzusetzen.

Der Grund für die unterschiedliche Datierung des Weihnachtsfestes in
den orthodoxen Kirchen liegt in der Kalenderreform der Westkirchen
unter Papst Gregor XIII. im Jahre 1582. Der neue Gregorianische
Kalender der Westkirche ist gegenüber dem Julianischen Kalender um 13
Tage versetzt. Einige orthodoxe Kirchen - mit dem Patriarchat von
Konstantinopel an der Spitze - folgen seit 1924 dem "Neuen Kalender",
der - mit Ausnahme des Osterfestes - die Feste gleich wie der
Gregorianische Kalender datiert. (ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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