Rektoratsbestellung Uni Wien bleibt Männersache - GRAS Uni Wien verärgert

Dreiervorschlag von Senat und Unirat schließt Frauen aus, Unistrukturen nach wie vor Männerbund

Wien (OTS) - Uni-intern schon länger bekannt und nun auf einer allgemein zugänglichen Mailingliste von Lehrenden veröffentlicht: Der Dreiervorschlag der Findungskommission zur Rektoratsbestellung der Uni Wien 2011 beinhaltet keine Frau. "Es ist bezeichnend, dass die Universitäten, die auch sonst immer mehr zu abgeriegelten Elite-Etablissements werden, es auch in punkto Gleichstellung nicht schaffen, an den jahrhundertealten patriarchalen Strukturen zu rütteln", zeigen sich AktivistInnen der GRAS Uni Wien* empört.

"Eine Frau als Rektorin sollte längst selbstverständlich sein -außerdem wird die Uni Wien auch in fast allen anderen Gremien von Männern geleitet", so eine GRAS-Aktivistin die damit auf die durchwegs männlich besetzten Vorsitzposten von Unirat und Senat sowie den Männerüberhang bei den Studienprogrammleitungen (38 zu 9) anspielt. "Gerade die Uni Wien will sich immer wieder mit aktiver Frauenförderung rühmen - das ist löblich, sollte sich aber endlich auch in Taten widerspiegeln", so die Aktivistin weiter.

Die Findungskommission bedaure, dass sich keine geeigneten Kandidatinnen für die Stelle bereit erklärt hätten. "Da ist doch eine Wiederholung der Ausschreibung angebracht, verknüpft mit verstärktem Bemühen seitens der Findungskommission. Längerfristig muss sich auch an den momentanen Strukturen der Uni Wien etwas ändern. Oder möchte die Uni Wien eine Männergesellschaft und -seilschaft bleiben?"

Der Vorschlag der Findungskommission ist noch nicht bindend - doch ob der prominenten Besetzung ebendieser mit dem Vorsitzenden des Unirats und des Senats stark richtungweisend. Als weiteren Schritt wird es ein vom Senat abgehaltenes öffentliches Hearing im Jänner geben, daraufhin beschließt der Senat seinen eigenen Dreiervorschlag, aus dem schließlich wiederum der Uniratsvorsitzende auswählt. Die tatsächliche "Wahl" wird Anfang März stattfinden.

* Um uniintern nicht unter Druck zu gelangen, entschloss sich die GRAS Uni Wien, ihre AktivistInnen nicht namentlich zu erwähnen.

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