• 02.01.2011, 13:11:42
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"Die Erzdiözese Wien ist zukunftsfähig"

Neuer Wiener Generalvikar Nikolaus Krasa betont den "missionarischen" Grundauftrag der Kirche und die "vielen Hoffnungsorte" in der Diözese, wo gute Arbeit geleistet wird

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Wien (OTS) - Wien, 02.01.11 (PEW) "Die Erzdiözese Wien ist
zukunftsfähig durch die vielen engagierten Menschen, die zu ihr
gehören": Dies betonte der neue Wiener Generalvikar Nikolaus Krasa in
einem Interview mit der Katholikenzeitung "Der Sonntag". Krasa
verwies auf die Pfarren "mit den vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden,
die viel Freizeit investieren, um Dinge auf die Beine zu stellen".
Das gehe dann hinein in die Zentrale der Diözese zu den "vielen guten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ganzem Herzblut bei der
Sache sind".

"Grundauftrag der Kirche" sei die Mission, unterstrich der neue
Generalvikar. Die ganze Tätigkeit Jesu münde in das Wort: "Geht
hinaus in alle Welt und verkündet die Frohbotschaft". Bei der 3.
Diözesanversammlung von "Apostelgeschichte 2010" sei von der
Pastoraltheologin Regina Polak der "Blick nach außen" eingefordert
worden. Krasa: "Also die ganz einfache Fragestellung: Wozu sind wir
da, wozu gibt es uns?"

Das gelte auch für die Pfarren, so der neue Generalvikar im
"Sonntag"-Interview: "Die Pfarren sind dazu da, dass die Botschaft
Christi weitergesagt wird und dass das Handeln Christi in dieser Welt
spürbar wird, auf die unterschiedlichste Art und Weise". Zum Beispiel
könnten die Menschen durch die Caritasarbeit mit dem heilenden
Handeln Christi in Berührung kommen: "Wo es in einer Pfarre eine
lebendige Caritasarbeit gibt, die in die Pfarre integriert ist, dort
lebt diese Pfarre". Das Lebendige könne aber sehr unterschiedlich
sein. Gerade in der anonymen Großstadt geschehe viele gute Arbeit der
Pfarren einfach dadurch, "dass Menschen miteinander vernetzt werden,
die so sonst nie zusammenkommen würden". Es werde aber auch Kindern
und Jugendlichen ein Stück Zuhause geboten, es gebe
Gottesdienstfeiern, wo die Menschen spüren, dass da Gottes Geist am
Werk ist.

Neben der "Mission" ist die "Jüngerschulung" ein Teil des
Drei-Punkte-Plans von Kardinal Christoph Schönborn für die Zukunft
der Erzdiözese Wien. Generalvikar Krasa dazu: "Es braucht Menschen,
die von einer Sache überzeugt sind und so überzeugt sind, dass sie
diese Sache weiter tragen. Solche Menschen haben wir, ich denke da
an die vielen Ehrenamtlichen".

Den dritten Punkt - die Strukturfragen - sieht Krasa eher gelassen:
"Ich denke, dass Strukturfragen immer Dauerthemen sind. Die Frage
ist, ob sie lähmend sind oder als lähmend empfunden werden. Es geht
um die Frage: Wie modifiziere ich Strukturen so, dass ich das, was
ich tun soll, so gut wie möglich tun kann". Da sich die Zeit, die
Demografie, die Stadt ständig ändern, sei diese Frage immer neu zu
stellen.

Im Rückblick auf seine Zeit als Regens (Leiter) des Priesterseminars
sagte Krasa, er habe die Freude gehabt, "mit sehr vielen kompetenten
Menschen in der Zentrale zusammenarbeiten zu dürfen, mit vielen guten
Priestern in den Pfarren, wo ich die Priesterseminaristen
hingeschickt habe". Persönlich habe er auf den ersten Impuls der
Berufung zum Priestertum mit einem Jahr Verzögerung reagiert und
Theologie damals noch als Laie studiert. Dann habe es drei massive
"Nachschulungen" gegeben: Die Mitarbeit in einer römischen Pfarre,
die Geduld des damaligen Regens , Prälat Josef Toth, der die nötige
Balance zwischen "Freiheit geben" und trotzdem "Linie vorgeben"
verkörperte, und schließlich die erste Stelle als Kaplan in der
Pfarre Hernals beim damaligen Pfarrer Johann Koller.

Bereits vor Wochenfrist hatte Krasa in einem "Standard"-Interview
betont, dass die Kirche zwar in einer Krise sei, aber in keiner
Existenzkrise: "So wie ich die Kirche in unserer Diözese
kennengelernt habe, gibt es da viele Hoffnungsorte, wo so gute Arbeit
geleistet wird, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das alles
den Bach hinuntergeht". Seine Aufgabe als Generalvikar sehe er "eher
im Hintergrund", stellte Krasa zugleich im "Standard" fest: "Ich
werde versuchen, für die strukturellen Rahmenbedingungen zu sorgen,
dass Kirche leben kann". Ganz grundsätzlich gehe es aber darum, zu
lernen, wie die Kirche ihre Botschaften besser anbringt. Die Kirche
von heute müsse "up to date" sein, was die Kommunikationsfähigkeit
betrifft. Sie müsse "in dieser Welt leben und mit dieser Welt
kommunizieren". Krasa: "Auf der anderen Seite ist die Botschaft, die
die Kirche zu vermitteln hat, jetzt nicht die neueste Werbebotschaft
des Jahres. Aber sie ist deswegen nicht gestrig". Die Kirche müsse
nicht unbedingt "modern" sein, aber sie müsse "heutig" sein.

Zum "Charme der Kirche" gehöre auch ein "Widerspruch zum Zeitgeist",
so der neue Generalvikar. Er verwies auf die vielen jungen Menschen,
die bei der Kirche sind: "Das sind keine seltsam verschrobenen,
schrulligen Menschen, sondern aufgeschlossene, intelligente junge
Leute". (ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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