• 30.12.2010, 11:26:39
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Berlakovich: Aktuelle Waldinventur belegt Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft

Waldfläche hat weiter zugenommen, Anteil der Laubbäume ist stark gestiegen

Wien (OTS) - Die Österreichische Waldinventur 2007/09, die so eben
fertig gestellt wurde, belegt: Österreichs Wald hat weiter an Fläche
zugenommen und wurde in den vergangenen Jahren deutlich naturnäher.
Es steht doppelt soviel Totholz im Wald als noch vor 25 Jahren. "Die
Waldbewirtschafter setzen auf naturnahe Wälder und pflanzen mehr
Laubhölzer. Derzeit bedecken die Wälder knapp die Hälfte der
österreichischen Landesfläche. Darauf stehen 3,4 Milliarden Bäume.
Obwohl die österreichische Forstwirtschaft mehr Bäume erntet als je
zuvor, wächst nach wie vor mehr nach, als genutzt wird. Die
Nachhaltigkeit ist und bleibt in der heimischen Forstwirtschaft
oberstes Ziel", so Landwirtschafts- und Umweltminister Niki
Berlakovich anlässlich der jüngsten Ergebnisse der österreichischen
Waldinventur, die vom Lebensministerium in Auftrag gegeben und vom
Waldforschungszentrum BFW erhoben und ausgewertet wurde.

Waldfläche nimmt weiter zu

Während weltweit u.a. durch Urwaldrodungen die Waldfläche abnimmt,
hat sie in Österreich in den letzten 25 Jahren um rund 111.000 Hektar
zugenommen. Das entspricht ca. 220.000 Fußballfeldern bzw. fast der
gesamten Waldfläche des Burgenlandes. Mit knapp der Hälfte der
Landesfläche ist Österreich eines der waldreichsten Länder der Erde.
"Bei den Klimakonferenzen in Kopenhagen und Cancun waren der Wald und
seine positive Wirkung auf den Klimawandel ein wichtiges Thema.
Allerdings wehre ich mich vehement dagegen, dass Vorbildländer wie
Österreich die Zeche für die globale Entwaldung zu zahlen haben",
fasst Berlakovich die globale Waldproblematik zusammen.

Mehr Biomasse aus dem Wald

Die Holzbiomasse aus dem Wald ist die Basis für unsere
leistungsstarke Holz-, Platten- und Papierindustrie. Sie trägt aber
auch wesentlich zur Energieversorgung Österreichs mit nachwachsenden
Rohstoffen bei. "Energie aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz ist ein
wesentlicher Beitrag in Richtung energieautarkes Österreich",
erläutert Berlakovich. Brennholz, Sägespäne und Hackschnitzel fallen
zusätzlich als wichtiges Nebenprodukt bei der Nutzung von
Sägerundholz an.

Blieb der Holzeinschlag in den 80er und 90er Jahren mit rund 19
Millionen Festmetern relativ konstant, so ist er seit dem Jahr 2000
auf 26 Millionen Festmeter markant angestiegen und erreicht damit
einen historischen Höchststand. "Damit haben wir unser Ziel für 2020,
nämlich bis zu 28 Millionen Festmeter/Jahr nachhaltig zu nutzen,
jetzt schon fast erreicht", betont der Landwirtschaftsminister. Trotz
dieser starken Zunahme wird immer noch weniger Holz geerntet als
zuwächst. Daher stieg auch der gesamte Holzvorrat weiter an und liegt
aktuell bei 1,14 Milliarden. Festmetern.

Zukünftige Holz- und Biomassenpotentiale liegen vor allem in der
Waldpflege und im bäuerlichen Kleinwald. Hier hat im letzten
Jahrzehnt ein Umdenken eingesetzt: Viele erkennen, dass mit der
Holznutzung Geld erwirtschaftet werden kann, deshalb werden bereits
mehr als 70 Prozent des Zuwachses im Kleinwald geerntet. In den
steileren und schwerer zu bewirtschaftenden Lagen des heimischen
Waldes sind insgesamt auch noch einige Reserven vorhanden.

Artenvielfalt: Mehr Totholz als Lebensraum

Rund ein Drittel der Vögel, Insekten, Pilze und Pflanzen im Wald
ist vom abgestorbenen Holz abhängig. Das Volumen des Totholzes wird
von der Waldinventur erhoben und ist ein Indikator für die
Biodiversität im Wald. Gerade im meist intensiv genutzten Ertragswald
ist es wichtig, dass Totholz zum Erhalt der Artenvielfalt über die
gesamte Fläche verteilt ist.

Der Vorrat an stehendem Totholz im Ertragswald hat sich in den
letzten 20 Jahren fast verdoppelt: Lag er in der Periode 1992/96 noch
bei 4,5 Kubikmeter je Hektar, stieg dieser Wert für die Periode
2007/2009 bereits auf 8,4 Kubikmeter je Hektar. Das ist ein Plus von
85 Prozent. Damit ist die von Experten empfohlene Totholzmenge von 10
Kubikmetern je Hektar bald erreicht.

Klimawandel: Österreichs Waldbewirtschafter setzen auf Laubhölzer

Durch den Klimawandel und die Erderwärmung verlängert sich die
Vegetationszeit. Vor allem in Tallagen leidet die Fichte unter
Wärmestress. In den Hochlagen wird die Baumgrenze steigen. Die
Waldbewirtschaftung in Österreich hat auf diese Entwicklungen mit
einer naturnäheren Baumartenwahl und einer Förderung von Laubhölzern
reagiert. Insbesondere naturferne reine Nadelholzbestände und
Fichtenreinbestände werden zunehmend mit standortsangepassten
Laubhölzern durchmischt oder durch diese ersetzt. Der Trend zu mehr
Laubholz und zu laubholzreicheren Mischbeständen hat sich in den
letzten Jahren nachweislich verstärkt.

Der Anteil der Laubhölzer nahm im österreichischen Wald in den
letzten 25 Jahren von 22,5 auf 27,7 Prozent zu. Besonders stark -
plus 90.000 Hektar - gestiegen ist die Fläche von Hart- und
Edellaubhölzern wie Ahorn und Esche. Auch die Buche konnte ihre
Fläche in diesem Zeitraum um 36.000 Hektar erweitern. Der
Nadelholzanteil nahm im Ertragswald deutlich ab.

Zum ersten Mal seit Bestehen der Österreichischen Waldinventur ist
damit der Anteil der Laubholz- und Mischbestände größer als der
Anteil der Fichtenreinbestände. Die Maßnahmen des Bundes zur
Förderung von Laubholzaufforstungen in Gebieten, die nicht oder nicht
mehr für Nadelhölzer geeignet sind, haben somit gegriffen.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, DW 6963

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