• 22.12.2010, 15:42:33
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Parlamentarier aus aller Welt appellieren an Obama: "Schützen Sie die Christen im Irak"

100 Politiker aus 15 Nationen unterzeichneten Brief, der am Mittwoch an den US-Präsidenten übergeben wurde

Wien (OTS) - Washington-Wien, 22.12.10 (PEW) Eine Gruppe von 100
Parlamentariern aus aller Welt hat in einem dringenden Schreiben an
Präsident Barack Obama an die US-Regierung appelliert, den Schutz der
Christen und anderer religiöser Minderheiten im Irak und im ganzen
Nahen und Mittleren Osten zur absoluten Priorität zu erklären. Die
christliche Gemeinschaft habe im Irak Jahrhunderte hindurch eine
wichtige stabilisierende Rolle im politischen und wirtschaftlichen
Bereich gehabt; die Verfolgung der Christen bedrohe jetzt die
Grundlage der Demokratie im Irak. Das Überleben einer pluralistischen
Gesellschaft im Irak hänge davon ab, ob die Christen und Angehörige
anderer religiöser Minderheiten (Mandäer, Jezidis usw.) im Land frei
"ohne Furcht vor Einschüchterung und brutaler Gewalt" leben können:
"Christen werden aus dem Irak und anderen nahöstlichen Regionen
vertrieben, diese Entwicklung dient nicht dem Frieden und der
Stabilität in dieser bedrängten Region". Abschließend heißt es in dem
Brief: "Den Vereinigten Staaten kommt eine einzigartige
Vorreiterrolle zu, die religiöse Freiheit im Irak und im ganzen Nahen
und Mittleren Osten zu sichern". Der Brief wurde am Mittwoch von
einer Delegation persönlich an Präsident Obama übergeben.

Wörtlich wird in dem Brief der Parlamentarier aus drei Kontinenten
festgestellt: "Wir sind ernsthaft beunruhigt über fortgesetzte
Angriffe auf Kirchen im Irak, einschließlich des jüngsten Überfalls
auf die syrisch-katholische Kathedrale in Bagdad-Qarrada. Wir sind
entsetzt über die grausamen Übergriffe Bewaffneter, die in
christliche Häuser einbrechen und Zivilisten töten, über die
erschütternden Berichte, dass ältere Christen erwürgt in ihren
Wohnungen aufgefunden wurden." Mehr als die Hälfte aller irakischen
Christen seien seit der US-Invasion 2003 gezwungen worden, ihr Land
zu verlassen. Der Exodus finde kein Ende. Tausende von irakischen
Christen würden Woche für Woche aus ihrem Land fliehen.

Der Brief ist eine unabhängige Initiative von Parlamentariern aus 15
Nationen. Sie hoffen, damit die US Regierung und deren Verbündete
dafür zu gewinnen, dass sie sich "aktiv und sichtbar" für das Ende
der Christenverfolgung im Irak und im ganzen nahöstlichen Raum
einsetzen. Beteiligt sind Parlamentarier aus den Vereinigten Staaten,
Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien,
der Tschechischen Republik, Ungarn, Litauen, Polen, Irland, Portugal,
Südkorea. "Wir möchten unsere Stimme erheben, um zum Schutz der so
verletzlichen religiösen Minderheiten im Irak in dieser heiklen
Periode des Übergangs beizutragen", heißt es in dem Brief an den
US-Präsidenten: "Wir sind zur Zusammenarbeit mit Ihnen bereit, um die
bisherigen Bemühungen zur Aufklärung religiös motivierter Gewaltakte
und Menschenrechtsverletzungen zu intensivieren bzw. die
Verantwortlichen für all das vor Gericht zu bringen".

Aus Österreich hat die frühere Salzburger Landesrätin Doraja Eberle
unterzeichnet. (forts mgl)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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