Parlamentarier aus aller Welt appellieren an Obama: "Schützen Sie die Christen im Irak"

100 Politiker aus 15 Nationen unterzeichneten Brief, der am Mittwoch an den US-Präsidenten übergeben wurde

Wien (OTS) - Washington-Wien, 22.12.10 (PEW) Eine Gruppe von 100 Parlamentariern aus aller Welt hat in einem dringenden Schreiben an Präsident Barack Obama an die US-Regierung appelliert, den Schutz der Christen und anderer religiöser Minderheiten im Irak und im ganzen Nahen und Mittleren Osten zur absoluten Priorität zu erklären. Die christliche Gemeinschaft habe im Irak Jahrhunderte hindurch eine wichtige stabilisierende Rolle im politischen und wirtschaftlichen Bereich gehabt; die Verfolgung der Christen bedrohe jetzt die Grundlage der Demokratie im Irak. Das Überleben einer pluralistischen Gesellschaft im Irak hänge davon ab, ob die Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten (Mandäer, Jezidis usw.) im Land frei "ohne Furcht vor Einschüchterung und brutaler Gewalt" leben können:
"Christen werden aus dem Irak und anderen nahöstlichen Regionen vertrieben, diese Entwicklung dient nicht dem Frieden und der Stabilität in dieser bedrängten Region". Abschließend heißt es in dem Brief: "Den Vereinigten Staaten kommt eine einzigartige Vorreiterrolle zu, die religiöse Freiheit im Irak und im ganzen Nahen und Mittleren Osten zu sichern". Der Brief wurde am Mittwoch von einer Delegation persönlich an Präsident Obama übergeben.

Wörtlich wird in dem Brief der Parlamentarier aus drei Kontinenten festgestellt: "Wir sind ernsthaft beunruhigt über fortgesetzte Angriffe auf Kirchen im Irak, einschließlich des jüngsten Überfalls auf die syrisch-katholische Kathedrale in Bagdad-Qarrada. Wir sind entsetzt über die grausamen Übergriffe Bewaffneter, die in christliche Häuser einbrechen und Zivilisten töten, über die erschütternden Berichte, dass ältere Christen erwürgt in ihren Wohnungen aufgefunden wurden." Mehr als die Hälfte aller irakischen Christen seien seit der US-Invasion 2003 gezwungen worden, ihr Land zu verlassen. Der Exodus finde kein Ende. Tausende von irakischen Christen würden Woche für Woche aus ihrem Land fliehen.

Der Brief ist eine unabhängige Initiative von Parlamentariern aus 15 Nationen. Sie hoffen, damit die US Regierung und deren Verbündete dafür zu gewinnen, dass sie sich "aktiv und sichtbar" für das Ende der Christenverfolgung im Irak und im ganzen nahöstlichen Raum einsetzen. Beteiligt sind Parlamentarier aus den Vereinigten Staaten, Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, Litauen, Polen, Irland, Portugal, Südkorea. "Wir möchten unsere Stimme erheben, um zum Schutz der so verletzlichen religiösen Minderheiten im Irak in dieser heiklen Periode des Übergangs beizutragen", heißt es in dem Brief an den US-Präsidenten: "Wir sind zur Zusammenarbeit mit Ihnen bereit, um die bisherigen Bemühungen zur Aufklärung religiös motivierter Gewaltakte und Menschenrechtsverletzungen zu intensivieren bzw. die Verantwortlichen für all das vor Gericht zu bringen".

Aus Österreich hat die frühere Salzburger Landesrätin Doraja Eberle unterzeichnet. (forts mgl)

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