- 21.12.2010, 15:12:59
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Regionaler Strukturplan Gesundheit wurde gegen die Stimme der NÖ Ärztekammer beschlossen
Wenn schon eine beratende Funktion für die Ärzteschaft vorgesehen ist, dann muss auch deren fachliche Expertise berücksichtigt werden
Wien (OTS) - Mit heutigem Tag wurde durch die NÖ
Gesundheitsplattform der Endbericht des Regionalen Strukturplans
Gesundheit (RSG) beschlossen, allerdings mit einer Ablehnung durch
die einzige Delegierte der NÖ Ärztekammer. Im Vorfeld hatte es
zahlreiche Sitzungen durch den so genannten Lenkungsausschuss im RSG
gegeben, der ein ständiges Gremium unter Beteiligung von Land,
Landeskliniken-Holding, Sozialversicherungen, Wirtschaftskammer und
Ärztekammer darstellt.
Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer begründet die
ablehnende Haltung der Ärzteschaft: "Würde man die Ärztekammer als
gleichberechtigten Partner sehen, hätte man unsere Einwände
berücksichtigt. Alle logischen Vorschläge unsererseits zur
Verbesserung der Versorgung wurden abgelehnt."
Zwtl.; Spitalsambulanzen müssen dringend entlastet werden
Der Kurienobmann der angestellten Ärzte Dr. Ronald Gallob stellt
weiters klar: "Alle unsere Ansätze zur Entlastung der
Spitalsambulanzen sind ins Leere gelaufen. Wir müssen diesen Bereich
entlasten, um wieder halbwegs menschliche Arbeitsbedingungen für
Spitalsärztinnen und -ärzte zu erreichen." Die Geschäftsordnung gibt
den Ärztevertretern leider nur "beratende" Funktion im
Lenkungsausschuss. Man hat nur einen Sitz, aber weder Antragsrecht
noch Stimmrecht. "Ich erkenne hier eine totale Ignoranz der Planer,
was die Einwände der Ärzte angeht. Unsere fachliche Expertise scheint
nicht gewünscht zu sein", so Dr. Gallob.
"Bei so einem wichtigen Gremium sollten Ärztekammervertreter
selbstverständlich voll eingebunden sein, sowohl mit Antrags- als
auch mit Stimmrecht", so Dr. Wolfgang Geppert, Delegierter der NÖ
Ärztekammer im Lenkungsausschuss. "Die Ärztinnen und Ärzte sind die
wichtigsten Beteiligten in einem funktionierenden Gesundheitswesen,
nämlich als einzige Berufsgruppe die behandeln kann und darf. Daher
fordern wir entsprechende Mitsprachemöglichkeiten in den
entscheidenden Gremien. Unsere Ansätze zur dringend notwendigen
Stärkung des niedergelassenen Bereichs sind ungehört geblieben."
Zwtl,: Wozu ist die Ärztekammer an der Plattform beteiligt?
Die Delegierte der NÖ Ärztekammer Fortbildungsreferentin Dr.
Martina Hasenhündl-Gaiswinkler kritisierte das Fehlen neuer
Finanzierungsmodelle: "Mit einer nur geringen Aufstockung der
Vollzeitäquivalente im niedergelassenen Bereich lässt sich keine
Entlastung der Spitalsambulanzen erzielen. Wir müssen dafür sorgen,
dass die einfachen Fälle vor allem in den Kernzeiten in den
Ordinationen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte behandelt
werden."
"Wenn schon eine beratende Funktion in Anspruch genommen wird,
dann sollte unsere Fachmeinung berücksichtigt werden", so Präsident
Dr. Reisner. Nur eine Stimme in der Gesundheitsplattform und ein Sitz
ohne Stimmrecht im Lenkungsausschuss ist dem Vertreter der Ärztinnen
und Ärzte in Niederösterreich zu wenig. "Der Lenkungsausschuss hat
sogar ein "Kernteam", bestehend nur aus Holding und Krankenkasse. Ich
frage mich, wozu denn die Ärztekammer überhaupt an der Plattform
beteiligt ist, das scheint eine reine Alibifunktion zu sein. Unser
Stimmrecht hat für keinerlei Entscheidung Gewicht. Wir stehen
jedenfalls zu dieser Ablehnung, weil wir die beschlossenen Inhalte
nicht guten Gewissens mittragen hätten können", so Präsident Dr.
Reisner zum Abschluss.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
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