- 20.12.2010, 09:42:29
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Die Vernunft hat gesiegt: Das "Ius migrandi" ist endlich da!
Die Anerkennung der Berufsqualifikation von Ärztinnen und Ärzten im Ausland ist nun gesichert
Wien (OTS) - Nach einer fast dreijährigen Diskussion ist es
endlich soweit: Das so genannte "Ius migrandi" über die Anerkennung
von Berufsqualifikationen wurde im Amtsblatt der EU kundgemacht. "Wir
sehen dies als Bestätigung unserer mehrjährigen Überzeugungsarbeit",
so der Präsident der NÖ Ärztekammer Dr. Christoph Reisner. "Für junge
Ärztinnen und Ärzte war es nämlich bisher unter Umständen
problematisch, unmittelbar nach dem Studium eine ärztliche Tätigkeit
im Ausland annehmen zu können." Nun haben österreichische
Absolventinnen und Absolventen in anderen EU-Staaten aufgrund der
neuen Rechtslage den Status, den die jeweilige Rechtslage vor Ort für
Ärztinnen und Ärzte mit Grundausbildung vorsieht. Die Funktionäre der
NÖ Ärztekammer setzten sich in den vergangenen Monaten vehement für
diese nun erreichte Lösung ein.
"Trotz des Gegenwindes aus verschiedenen Interessenssphären ist es
hiermit gelungen, die Basis für eine gute Qualität in der Ausbildung
der Jungärztinnen und Jungärzte in Österreich zu erhalten.
Selbstverständlich ist uns allen klar, dass trotzdem noch viel zu tun
ist, um die Qualität der Ausbildung flächendeckend auf optimales
Niveau zu bringen. Allerdings ohne das Ius migrandi wäre dies
keinesfalls möglich", erläutert der Kurienobmann der angestellten
Ärzte Niederösterreichs Dr. Ronald Gallob. "Wir hoffen, dass die
Umsetzung im Ärztegesetz rasch erfolgen wird, um in weiterer Folge
die Ausbildungsqualität der Ärztinnen und Ärzte auf den Stand der
Moderne anzupassen!"
Kein Grund mehr für die Abschaffung des Turnus vorhanden
Er verweist hierbei auf Bestrebungen, die Migration dadurch zu
erleichtern, dass die so genannte Teilapprobation in Österreich
eingeführt wird. "Dies hätte zu einem deutlichen Rückschritt im Sinne
der Ausbildungsqualität und in weiterer Folge auch im Sinne der
medizinischen Qualität geführt", so Dr. Gallob. Nun gibt es keinen
Grund mehr, die derzeit bestehende Ausbildungsform mit dreijährigem
Turnus abschaffen zu wollen. Diese bedeutet aus seiner Sicht ein
Bekenntnis zur Ausbildungsverpflichtung der Krankenanstalten.
"Bei der ärztlichen Ausbildung gibt es zwar einige Defizite", so
der Kurienobmann-Stellvertreter der Angestellten Ärzte und Vertreter
der Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung in Niederösterreich Dr. Stefan
Halper. "Diese Defizite sind jedoch nicht aufgrund der
Ausbildungsmodalitäten vorhanden, sondern sind in Abhängigkeit der
für die Ausbildung vorhandenen Ressourcen zu sehen." Immer noch viel
zu oft werden Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung als billige
Hilfsarbeitskräfte missbraucht, was die Vermittlung des
Ausbildungsinhalts schwierig macht. "Das System an sich ist jedoch
als vernünftig zu bezeichnen", so Dr. Halper. "Wir sind daher froh,
dass es zu dieser Lösung unter Beibehaltung des derzeitigen
Ausbildungssystems gekommen ist."
Das bestehende System der Ausbildung wurde bestätigt
Großer Dank und großes Lob gebührt dem Bundesminister für
Gesundheit Alois Stöger, der mit seiner Haltung zum "Ius migrandi"
Weitsicht und Vernunft bewiesen hat. "Das bestehende System der
Ausbildung samt Turnus mit vergleichsweise hoher Qualität bei der
Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten in Österreich wird durch diesen
Schritt aus meiner Sicht bestätigt", so Präsident Dr. Reisner. "Die
so genannte "Teilapprobation" als alternative "Migrationshilfe" hätte
unzählige Ärztinnen und Ärzte geschaffen, die im Österreichischen
Gesundheitssystem nur beschränkt einsetzbar sind. Das kann nicht in
unserem Sinne sein."
Er wertet diese Entwicklung daher als Bekenntnis zum politischen
Willen zur Sicherstellung der Ausbildungsqualität. "Als Vertreter
einer parteipolitisch unabhängigen Ärztekammer spreche ich jedem
Politiker gerne ein Lob aus, wenn er in umstrittenen Fragestellungen
Mut und Weitsicht im Sinne der medizinischen Vernunft beweist", so
Präsident Dr. Reisner. "So wie Bundesminister Stöger in dieser
Angelegenheit."
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
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