APA-OTS Politikportalanalyse: Josef Pröll meist genannter Politiker 2010

Jahresbilanz 2010

Innsbruck/Wien (OTS) - MediaWatch erstellt im Auftrag von APA-OTS ein Jahresranking der meist genannten Politikerinnen und Politiker 2010 in den österreichischen Tageszeitungen (Untersuchungszeitraum 1. Jänner bis 15. Dezember 2010). Vizekanzler Josef Pröll positioniert sich an erster Stelle des Top-30 Politikerrankings und ist damit der meistgenannte Politiker des Jahres. Bundeskanzler Werner Faymann folgt auf Rang zwei, an dritter Stelle liegt FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. Im Parteienranking dominiert wie im Vorjahr die ÖVP, den zweiten Rang nimmt die SPÖ ein, gefolgt von den freiheitlichen Parteien FPÖ und FPK.

Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll setzt sich mit 24.065 Nennungen an die Spitze des Rankings der meistgenannten Politikerinnen und Politiker 2010. Pröll tauscht den Platz mit Bundeskanzler Werner Faymann, der im vorangegangenen Jahr noch die Spitzenposition erreichte. Faymann positioniert sich mit einem kleinen Respektabstand hinter seinem Regierungspartner in der Großen Koalition mit 22.823 Nennungen an der zweiten Stelle. Die medialen Schwerpunkte der Regierungsspitze bildeten in diesem Jahr neben den Diskussionen über das Budget 2011 (Verschiebung Budgetvorstellung, Einigung auf Budgetrahmen) und den darin enthaltenen Steuermaßnahmen und Sozialkürzungen (Bankenabgabe, Mineralölsteuer, Kürzungen im Bereich der Familienbeihilfe und bei der Pflege) auch Bildungsthemen (Debatten um die Zuständigkeiten für Lehrkräfte und Schulreform) sowie sozialpolitische Neuerungen (Einführung von Mindestsicherung und Transparenzdatenbank). Für mediale Aufmerksamkeit sorgten auch die Bundespräsidentschafts- und Landtagswahlen.

Als erster Oppositionspolitiker positioniert sich - mit deutlichem Abstand hinter dem Spitzenduo - FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache mit 17.780 Nennungen auf dem dritten Rang. Strache verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze und nimmt erstmals einen Top-3 Platz ein. In den Medien präsent war Strache 2010 insbesondere mit seinem Antreten als FPÖ-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen in Wien, seiner Unterstützung bei den Bundespräsidentschafts- und Landtagswahlen in der Steiermark und im Burgenland sowie mit der Einigung mit der FPK über eine bundesweite Zusammenarbeit.

Von den anderen im Parlament vertretenen Oppositionspolitikern besetzt der Obmann der FPK Uwe Scheuch (6.201 Nennungen) den 15. und BZÖ-Obmann Josef Bucher (3.755 Nennungen) den 28. Platz. Für die Grünen scheint im Ranking die neue Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou auf Rang 29 (3.678 Nennungen) auf. Die Obfrau der Grünen, Eva Glawischnig-Piesczek, erricht in diesem Jahr keinen Platz unter den Top-30.

Den vierten Rang im Ranking der meistgenannten Politikerinnen und Politiker 2010 erobert der wiedergewählte Bundespräsident Heinz Fischer. Fischer verbessert sich im Vergleich zu 2009 um einen Rang und steigert seine mediale Präsenz deutlich (2010: 14.020 Nennungen; 2009: 9.038 Nennungen). Seine stärkste Herausforderin bei den Präsidentschaftswahlen, Barbara Rosenkranz, liegt mit Rang sieben genauso wie bei den Wahlen hinter Heinz Fischer. Mit 9.149 Nennungen erreicht sie nicht nur ihre erste Platzierung im jährlichen Top-30 Ranking, sondern ist auch der höchste Neueinstieg der Wertung 2010.

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl platziert sich mit 11.883 Nennungen an der fünften Stelle im Ranking. 2009 noch auf Rang elf, verzeichnet Häupl in diesem Jahr vor allem aufgrund der Berichterstattung rund um die Landtagswahl, Schulreformdebatte und Wehrpflicht eine deutliche Präsenzsteigerung. Mit Ausnahme des Vorarlberger Landeshauptmannes Herbert Sausgruber können sich auch die weiteren Landeshauptleute im Ranking positionieren.

Bestplatzierte Politikerin im Ranking ist Innenministerin Maria Fekter mit 9.620 Nennungen an sechster Stelle (Top-Themen: Debatte um Asylwerber-Erstaufnahmezentrum und Diskussion über die österreichische Abschiebepolitik). Neben Fekter sind noch acht weitere Frauen in den Top-30 vertreten (entspricht einer Quote von 30 Prozent, im Vergleich zu 20 Prozent im Vorjahr).

Von den Sozialpartnern schafft einzig der Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer Christoph Leitl den Sprung unter die Top-30 (Platz 23, 4.284 Nennungen).

Die ÖVP stellt erneut mit zwölf Politikerinnen und Politikern die stärkste Partei im Ranking. Die SPÖ folgt mit neun, die FPÖ und die FPK mit jeweils zwei Akteuren. Das BZÖ und die Grünen positionieren je einen Vertreter bzw. eine Vertreterin. Weiters finden sich im Ranking Bundespräsident Heinz Fischer, die parteifreie Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und der Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer Christoph Leitl.

Die Top-3 der Jahresrankings 2003 bis 2010 im Überblick

2010: Josef Pröll, Werner Faymann, Heinz-Christian Strache 2009: Werner Faymann, Josef Pröll, Claudia Schmied 2008: Alfred Gusenbauer, Jörg Haider, Werner Faymann 2007: Alfred Gusenbauer, Wilhelm Molterer, Jörg Haider 2006: Wolfgang Schüssel, Alfred Gusenbauer, Jörg Haider 2005: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Hubert Gorbach 2004: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser 2003: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser

Kommentar und Analyse zum Politiker-Jahresranking 2010 MediaWatch-Geschäftsführer Hannes Vorhofer

"Politische Inhalte werden in modernen Demokratien vor allem über die Medien an die Bevölkerung vermittelt. Die Medienpräsenz von Politikerinnen und Politikern bildet dabei die Grundlage für die öffentliche Wahrnehmung, das mediale Image-Building und letztendlich den Wahlerfolg. Die reine Präsenz hat zwar eine beschränkte Aussagekraft, ist allerdings die Grundlage der öffentlichen Debatte:
Wer nicht vorkommt, kann auch nicht wahrgenommen werden. Deshalb untersucht das MediaWatch-Institut in Kooperation mit APA-OTS die mediale Präsenz österreichischer Politikerinnen und Politiker in den heimischen Tageszeitungen", erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag. Hannes Vorhofer die Bedeutung und Rolle der Medien in der politischen Kommunikation und analysiert das MediaWatch-Politiker-Jahresranking 2010:

"Im Ranking 2010 dominieren die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Sie stellen 21 der 30 Top-Politikerinnen und Politiker. Knapp 70 Prozent der Nennungen der politischen Akteure in der Wertung entfallen auf Angehörige der Regierungsparteien, etwas über 20 Prozent auf Oppositionsparteien. Wie schon im Vorjahr erhält dabei die Regierungsspitze der Großen Koalition besondere Aufmerksamkeit. Josef Pröll und Werner Faymann vereinen knapp über 20 Prozent aller Nennungen der Top-30 Politikerinnen und Politiker auf sich.
Auch bestätigt sich der Trend, dass die mediale Berichterstattung auf die Spitzen der Parteien und Institutionen fokussiert ist. So finden sich im Ranking Parteichefs, Minister, Landesspitzen und Top-Funktionäre von Interessensvertretungen. Durch diese Spitzenakteure werden die Parteien und Institutionen in der Medienöffentlichkeit personifiziert und somit leichter greifbar."

About MediaWatch:

Die MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH steht zu 100 Prozent im Eigentum der APA - Austria Presse Agentur und gehört zu den führenden Spezialisten für quantitative und qualitative Medienresonanz-Analysen. MediaWatch erstellt für PR-Professionals aus Wirtschaft und Politik maßgeschneiderte Analysen zur Erfolgs- und Effizienzkontrolle von Public Relations und medialem Image-Building. Die Analysen basieren auf der Inhaltsanalyse als anerkannte Methode der empirischen Sozialforschung.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politikerinnen und -politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Ein wöchentlich aktualisiertes Ranking ist über den OTS-Politik-Channel http://www.ots.at/politik kostenlos abrufbar.

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