• 17.12.2010, 10:35:33
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APA-OTS Politikportalanalyse: Josef Pröll meist genannter Politiker 2010

Jahresbilanz 2010

Innsbruck/Wien (OTS) - MediaWatch erstellt im Auftrag von APA-OTS
ein Jahresranking der meist genannten Politikerinnen und Politiker
2010 in den österreichischen Tageszeitungen (Untersuchungszeitraum 1.
Jänner bis 15. Dezember 2010). Vizekanzler Josef Pröll positioniert
sich an erster Stelle des Top-30 Politikerrankings und ist damit der
meistgenannte Politiker des Jahres. Bundeskanzler Werner Faymann
folgt auf Rang zwei, an dritter Stelle liegt FPÖ-Obmann
Heinz-Christian Strache. Im Parteienranking dominiert wie im Vorjahr
die ÖVP, den zweiten Rang nimmt die SPÖ ein, gefolgt von den
freiheitlichen Parteien FPÖ und FPK.

Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll setzt sich mit 24.065
Nennungen an die Spitze des Rankings der meistgenannten
Politikerinnen und Politiker 2010. Pröll tauscht den Platz mit
Bundeskanzler Werner Faymann, der im vorangegangenen Jahr noch die
Spitzenposition erreichte. Faymann positioniert sich mit einem
kleinen Respektabstand hinter seinem Regierungspartner in der Großen
Koalition mit 22.823 Nennungen an der zweiten Stelle. Die medialen
Schwerpunkte der Regierungsspitze bildeten in diesem Jahr neben den
Diskussionen über das Budget 2011 (Verschiebung Budgetvorstellung,
Einigung auf Budgetrahmen) und den darin enthaltenen Steuermaßnahmen
und Sozialkürzungen (Bankenabgabe, Mineralölsteuer, Kürzungen im
Bereich der Familienbeihilfe und bei der Pflege) auch Bildungsthemen
(Debatten um die Zuständigkeiten für Lehrkräfte und Schulreform)
sowie sozialpolitische Neuerungen (Einführung von Mindestsicherung
und Transparenzdatenbank). Für mediale Aufmerksamkeit sorgten auch
die Bundespräsidentschafts- und Landtagswahlen.

Als erster Oppositionspolitiker positioniert sich - mit deutlichem
Abstand hinter dem Spitzenduo - FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache
mit 17.780 Nennungen auf dem dritten Rang. Strache verbessert sich im
Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze und nimmt erstmals einen Top-3
Platz ein. In den Medien präsent war Strache 2010 insbesondere mit
seinem Antreten als FPÖ-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen in
Wien, seiner Unterstützung bei den Bundespräsidentschafts- und
Landtagswahlen in der Steiermark und im Burgenland sowie mit der
Einigung mit der FPK über eine bundesweite Zusammenarbeit.

Von den anderen im Parlament vertretenen Oppositionspolitikern
besetzt der Obmann der FPK Uwe Scheuch (6.201 Nennungen) den 15. und
BZÖ-Obmann Josef Bucher (3.755 Nennungen) den 28. Platz. Für die
Grünen scheint im Ranking die neue Wiener Vizebürgermeisterin Maria
Vassilakou auf Rang 29 (3.678 Nennungen) auf. Die Obfrau der Grünen,
Eva Glawischnig-Piesczek, erricht in diesem Jahr keinen Platz unter
den Top-30.

Den vierten Rang im Ranking der meistgenannten Politikerinnen und
Politiker 2010 erobert der wiedergewählte Bundespräsident Heinz
Fischer. Fischer verbessert sich im Vergleich zu 2009 um einen Rang
und steigert seine mediale Präsenz deutlich (2010: 14.020 Nennungen;
2009: 9.038 Nennungen). Seine stärkste Herausforderin bei den
Präsidentschaftswahlen, Barbara Rosenkranz, liegt mit Rang sieben
genauso wie bei den Wahlen hinter Heinz Fischer. Mit 9.149 Nennungen
erreicht sie nicht nur ihre erste Platzierung im jährlichen Top-30
Ranking, sondern ist auch der höchste Neueinstieg der Wertung 2010.

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl platziert sich mit 11.883
Nennungen an der fünften Stelle im Ranking. 2009 noch auf Rang elf,
verzeichnet Häupl in diesem Jahr vor allem aufgrund der
Berichterstattung rund um die Landtagswahl, Schulreformdebatte und
Wehrpflicht eine deutliche Präsenzsteigerung. Mit Ausnahme des
Vorarlberger Landeshauptmannes Herbert Sausgruber können sich auch
die weiteren Landeshauptleute im Ranking positionieren.

Bestplatzierte Politikerin im Ranking ist Innenministerin Maria
Fekter mit 9.620 Nennungen an sechster Stelle (Top-Themen: Debatte um
Asylwerber-Erstaufnahmezentrum und Diskussion über die
österreichische Abschiebepolitik). Neben Fekter sind noch acht
weitere Frauen in den Top-30 vertreten (entspricht einer Quote von 30
Prozent, im Vergleich zu 20 Prozent im Vorjahr).

Von den Sozialpartnern schafft einzig der Präsident der
Österreichischen Wirtschaftskammer Christoph Leitl den Sprung unter
die Top-30 (Platz 23, 4.284 Nennungen).

Die ÖVP stellt erneut mit zwölf Politikerinnen und Politikern die
stärkste Partei im Ranking. Die SPÖ folgt mit neun, die FPÖ und die
FPK mit jeweils zwei Akteuren. Das BZÖ und die Grünen positionieren
je einen Vertreter bzw. eine Vertreterin. Weiters finden sich im
Ranking Bundespräsident Heinz Fischer, die parteifreie
Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und der Präsident der
Österreichischen Wirtschaftskammer Christoph Leitl.

Die Top-3 der Jahresrankings 2003 bis 2010 im Überblick

2010: Josef Pröll, Werner Faymann, Heinz-Christian Strache
   2009: Werner Faymann, Josef Pröll, Claudia Schmied
   2008: Alfred Gusenbauer, Jörg Haider, Werner Faymann
   2007: Alfred Gusenbauer, Wilhelm Molterer, Jörg Haider
   2006: Wolfgang Schüssel, Alfred Gusenbauer, Jörg Haider
   2005: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Hubert Gorbach
   2004: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser
   2003: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser

Kommentar und Analyse zum Politiker-Jahresranking 2010
MediaWatch-Geschäftsführer Hannes Vorhofer

"Politische Inhalte werden in modernen Demokratien vor allem über
die Medien an die Bevölkerung vermittelt. Die Medienpräsenz von
Politikerinnen und Politikern bildet dabei die Grundlage für die
öffentliche Wahrnehmung, das mediale Image-Building und letztendlich
den Wahlerfolg. Die reine Präsenz hat zwar eine beschränkte
Aussagekraft, ist allerdings die Grundlage der öffentlichen Debatte:
Wer nicht vorkommt, kann auch nicht wahrgenommen werden. Deshalb
untersucht das MediaWatch-Institut in Kooperation mit APA-OTS die
mediale Präsenz österreichischer Politikerinnen und Politiker in den
heimischen Tageszeitungen", erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag.
Hannes Vorhofer die Bedeutung und Rolle der Medien in der politischen
Kommunikation und analysiert das MediaWatch-Politiker-Jahresranking
2010:

"Im Ranking 2010 dominieren die beiden Regierungsparteien SPÖ und
ÖVP. Sie stellen 21 der 30 Top-Politikerinnen und Politiker. Knapp 70
Prozent der Nennungen der politischen Akteure in der Wertung
entfallen auf Angehörige der Regierungsparteien, etwas über 20
Prozent auf Oppositionsparteien. Wie schon im Vorjahr erhält dabei
die Regierungsspitze der Großen Koalition besondere Aufmerksamkeit.
Josef Pröll und Werner Faymann vereinen knapp über 20 Prozent aller
Nennungen der Top-30 Politikerinnen und Politiker auf sich.
Auch bestätigt sich der Trend, dass die mediale Berichterstattung auf
die Spitzen der Parteien und Institutionen fokussiert ist. So finden
sich im Ranking Parteichefs, Minister, Landesspitzen und
Top-Funktionäre von Interessensvertretungen. Durch diese
Spitzenakteure werden die Parteien und Institutionen in der
Medienöffentlichkeit personifiziert und somit leichter greifbar."

About MediaWatch:

Die MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH steht zu 100
Prozent im Eigentum der APA - Austria Presse Agentur und gehört zu
den führenden Spezialisten für quantitative und qualitative
Medienresonanz-Analysen. MediaWatch erstellt für PR-Professionals aus
Wirtschaft und Politik maßgeschneiderte Analysen zur Erfolgs- und
Effizienzkontrolle von Public Relations und medialem Image-Building.
Die Analysen basieren auf der Inhaltsanalyse als anerkannte Methode
der empirischen Sozialforschung.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz
österreichischer Politikerinnen und -politiker in der
Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Ein wöchentlich
aktualisiertes Ranking ist über den OTS-Politik-Channel
http://www.ots.at/politik kostenlos abrufbar.

Rückfragehinweis:

MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH
   Hannes Vorhofer 
   Geschäftsführer
   Tel.: +43 512 588 959-0
   E-Mail: [email protected]
   http://www.apa-mediawatch.at
   
   APA - Austria Presse Agentur 
   Barbara Rauchwarter 
   Unternehmenssprecherin
   Leiterin Marketing & Kommunikation
   Tel.: +43/1/360 60-5700 
   E-Mail: [email protected]
   http://www.apa.at

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