• 16.12.2010, 09:00:01
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Fraunhofer Kaminabend: Unternehmen verlieren Geld durch mangelnde Flexibilität

Wien (OTS) - Wie kann ein Unternehmen bei volatilen
Konjunkturverläufen der wachsenden Bedeutung von Flexibilität und
Produktivität in der Produktion gerecht werden? Fraunhofer Austria
präsentiert bei ihrem letzten Kaminabend 2010 ein Konzept für
Unternehmen zur Erarbeitung der richtigen Flexibilitätsstrategie.

Die starken Nachfrageschwankungen der letzten Monate haben viele
Unternehmen schmerzlich aufgezeigt, dass mangelnde Flexibilität
wirtschaftliches Handeln schwierig oder gar unmöglich machen kann.
Wer nicht auf Kundenwünsche reagieren, wer bei niedri-ger
Produktionsauslastung die Kosten nicht anpassen kann, der verliert.
Auch das starke Anziehen der Aufträge in den letzten Monaten
bewältigen einige Unternehmen nur unzurei-chend. Das kostet Geld -
verlorene Umsätze, die viele Unternehmen nach dem Krisenjahr gut
gebrauchen könnten. Mit einer Beruhigung der Märkte kann
mittelfristig nicht gerechnet werden und Unternehmen müssen sich auf
eine zunehmende Volatilität einstellen. Kürzer werdende Produkt- und
Technologielebenszyklen verstärken zusätzlich den Effekt der
Nachfrageschwankungen. Ein aktuelles Thema ist daher das aktive
Flexibilitätsmanage-ment in Unternehmen. Die Frage ist, wie können
Unternehmen mit den Nachfrageschwan-kungen fertigwerden, wie können
sie den prognostizierten Anforderungen des Marktes zu minimalen
Kosten gerecht werden?

Mit Fraunhofer-Methode zur mehr Flexibilität

Bei dem letzten Kaminabend in diesem Jahr- einer
Veranstaltungsreihe für innovative Lö-sungen in Produktion und
Logistik von Fraunhofer Austria und der TU Wien - hat Fraunho-fer
Austria ein Konzept zur Erarbeitung der richtigen
Flexibilitätsstrategie vorgestellt, das Unternehmen befähigt,
möglichst ohne Produktivitätsverlust auf Auftragsschwankungen zu
reagieren. Dabei handelt es sich um ein siebenstufiges Verfahren zur
Identifikation von Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten. Es basiert
auf der Analyse und Prognose mögli-cher Bedarfsschwankungen und
stellt vorhandener Flexibilisierungsinstrumente im Unter-nehmen
gegenüber. Damit wird eine Darstellung der tatsächlichen
IST-Flexibilität des Pro-duktionssystems möglich und erlaubt eine
objektive Einschätzung der konkreten Schwach-stellen im Unternehmen.
Hierauf kann ein Maßnahmenplan zu deren Beseitigung aufge-setzt
werden. Schwachstellen können dabei sowohl in der
Reaktionsgeschwindigkeit, als auch in der Gesamtkapazität liegen. Das
Unternehmen ist damit vorbereitet, in der Produk-tion möglichst
kostengünstig mit kurz-, mittel- und langfristigen
Flexibilitätsanforderungen und Schwankungen zurechtzukommen.

Kaminabend zeigt interessante Praxisbeispiele

Zwei interessante Praxisbeispiele zeigten den Teilnehmern des
Fraunhofer-Kaminabends, wie unterschiedlich sich Unternehmen mit der
Flexibilisierung ihrer Betriebe auseinander-setzen. Die Melecs
Holding GmbH, Entwickler und Hersteller elektronischer, mechanischer
und elektromechanischer Geräte und Systeme arbeitet auf der Basis von
differenzierten Schichtmodellen in den einzelnen
Produktionsbereichen. "Wir schaffen damit die notwendi-gen
Rahmenbedingungen, um die erforderliche Flexibilität bei
Auftragsschwankungen si-cherzustellen", erklärt DI Willi Mrkonjic,
Werksleiter von Melecs in Siegendorf.

Ein ganz eigenes Lösungsmodell zur Flexibilisierung musste das
Vorarlberger Familienun-ternehmen und Europa-Marktführer für
professionelle Beleuchtung, die Zumtobel Group in den letzten Jahren
entwickeln. Das Unternehmen sieht sich mit monatlichen Schwankun-gen
im Dornbirner Werk von bis zu 25 Prozent und in manchen
Produktgruppen von bis zu 50 Prozent konfrontiert. "Eine
Fertigungsglättung ist aufgrund des großen Platzbedarfs der Leuchten
kaum möglich", erklärt Dipl.- BW Ing. Thomas Bischof, Werksleiter der
Zumtobel Lighting GmbH in Dornbirn in seinem Vortrag. "Diesen, vom
Markt diktierten Voraussetzun-gen, können wir nur mit der
Unterstützung unserer Mitarbeiter begegnen. Mit einem hoch flexiblen
Arbeitszeitmodell, verbunden mit einem speziell eingerichteten
Personalpool von Leasingmitarbeitern sind wir in der Lage, eine
Lieferzeit von unter dreißig Tagen zu garan-tieren".

Forschungstransfer in die Praxis

Fraunhofer Austria beteiligt sich derzeit aktiv an Forschungs- und
Industrieprojekten zu Flexibilisierung der Produktion und auch der
gesamten Logistikkette über mehrere Unter-nehmen hinweg. "Wir müssen
die Möglichkeiten der Unternehmen zur flexiblen Reaktion auf äußere
Einflüsse erhöhen", so DI Christian Morawetz, Projektleiter bei
Fraunhofer Aus-tria und tätig in den Bereichen Fabrikplanung und
Produktionsoptimierung, "die Krise hat die Defizite aufgezeigt und
wir entwickeln mit einigen österreichischen Unternehmen Methoden zur
Erhöhung, Gestaltung und Bewertung der Flexibilität auf verschiedenen
Be-trachtungsebenen. Die intelligente Anpassung wird in vielen
Branchen der Schlüssel zum Erfolg sein".

Rückfragehinweis:

Fraunhofer Austria Research GmbH 
   Produktions- und Logistikmanagement
   Dipl.-Ing. Daniel Palm
   Telefon +43 1 504 6906
   presse@fraunhofer.at
   www.fraunhofer.at

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