- 15.12.2010, 10:22:06
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Delphi-Studie der ÖAMTC-Akademie für 2010 hält im Realitäts-Check
Am meisten überschätzt wurden die Folgen der Ostöffnung
Wien (OTS) - Zwischen 1997 und 1999 hat die ÖAMTC-Akademie 150
namhafte europäische Wissenschaftler eingeladen, sich im Zuge einer
sogenannten "Delphi-Studie" Gedanken zur Mobilität im Jahr 2010 zu
machen. Nun, zehn Jahre später ist es an der Zeit, die damals
getätigten Prognosen mit der Wirklichkeit zu vergleichen.
"In vielen Bereichen waren die Vorhersagen durchaus exakt",
analysiert die Leiterin der ÖAMTC-Akademie Christine Zach. "Aber in
manchen Punkten lagen die Forscher auch weit daneben." Am meisten
wurde wahrscheinlich die "Ostöffnung" falsch eingeschätzt. "Die
Schätzungen gingen damals von einer Zunahme des Straßengüterverkehrs
um 40 Prozent aus", berichtet Zach. "Geworden ist daraus eine reelle
Zunahme um gerade einmal vier Prozent." Geringfügig verschätzt
hingegen haben sich die Top-Wissenschaftler hinsichtlich der Zahl der
Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Trotz steigenden
Verkehrsaufkommen sind diese nämlich um vier Prozent zurückgegangen
und nicht - wie vor zehn Jahren prognostiziert - gleich geblieben.
"Die Zahl der Verkehrstoten hat sich im gleichen Zeitraum sogar um 43
Prozent verringert anstatt der erwarteten zehn Prozent", erläutert
die Leiterin der ÖAMTC-Akademie. Eine andere Prognosenabweichung
betrifft den Preis für einen Liter Diesel. "Vermutet wurde eine
Erhöhung um 40, geworden sind es reelle 67 Prozent", sagt Zach.
Generell ist Autofahren teurer geworden, als von den Experten
erwartet. Die durchschnittlichen jährlichen Kosten für den Betrieb
eines Pkw stiegen zwischen 1997 und 2010 um 31 Prozent. Angenommen
wurden seitens der Wissenschaftler lediglich 20 Prozent.
Exakt eingetreten sind hingegen manch andere Prognosen der
europäischen Wissenschaftselite. "Zum Beispiel, dass Österreich im
Jahr 2010 fünf Prozent mehr Einwohner haben wird", kommentiert Zach
die Vorhersagen. Auch die Wachstumsrate des hochrangigen
Straßennetzes, das um elf Prozent gewachsen ist, wurde fast auf den
Prozentpunkt genau vorausgesehen. Etwas weniger als die vermuteten 20
Prozent stieg die Verkehrsleistung des gesamten Personenverkehrs (17
Prozent). "Erstaunlich ist auch die Trefferquote bei der
Preissteigerung des Liters Benzin", führt die Leiterin der
ÖAMTC-Akademie aus. "Dieser kostet, bei prognostizierten 38 Prozent,
nun 39 Prozent mehr als zu Beginn der Delphi-Studie."
2015 wird es abermals spannend. Dann nämlich gilt es, die
Ergebnisse der erweiterten Delphi-Studie mit den realen Gegebenheiten
zu vergleichen. 2007 präsentierte die ÖAMTC-Akademie die Ergebnisse
einer aktualisierten und erweiterten Expertenbefragung. Über 100
Experten aus ganz Europa haben damals am Zukunftsprojekt Delphi
teilgenommen. Als Prognosehorizonte galten die Jahre 2015 und 2030.
Die Delphi-Methode
Delphi-Studien sind eine spezielle Form der Expertenbefragung.
Eine ausgewählte Gruppe von Experten wird aufgefordert, vom
Ist-Zustand ausgehend die wahrscheinlichste Zukunftsentwicklung der
vorgegebenen Parameter (z.B. Verkehrsleistung, Verkehrsinfrastruktur,
Verkehrssicherheit) einzuschätzen. In weiteren Befragungsrunden
werden dann die Studienteilnehmer mit den Prognosen der anderen
Experten konfrontiert. Durch die wiederholte Revision der
ursprünglichen Meinung verdichten sich die entworfenen
Zukunfts-Szenarien von Runde zu Runde.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Ralph Schüller
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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