• 14.12.2010, 20:51:48
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Verschlossene Türen - aber nicht für alle (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 15. Dez. 2010

Klagenfurt (OTS) - Ob mit dem "Nein" von Kanzler Werner Faymann
die Diskussion über eine Wiedereinführung der Studiengebühren beendet
ist, darf bezweifelt werden. Wenn die Position der SPÖ erneut ins
Wanken geraten soll, verliert sie in erheblichem Ausmaß an
Glaubwürdigkeit. Sich vom freien Zugang zu den Universitäten als
Grundwert zu verabschieden, bedeutet einen eklatanten Tabubruch.
Darüber können auch Beteuerungen, man wolle über eine Reform des
Stipendiensystems sozialen Ausgleich schaffen, nicht hinwegtäuschen.
Wenn Türen zu den Hochschulen geschlossen werden, baut das
automatisch Barrieren auf, vor allem bei bildungsfernen Schichten.
Versperrte Tore determinieren den Bildungsweg jener jungen Menschen,
denen nicht täglich die Erreichbarkeit von Zielen vorgelebt werden
kann. Chancen für alle lassen sich nicht durch Hürden für manche
vermitteln. Gegen eine Diskussion über gerechtere Stipendien ist
nichts einzuwenden. Sie darf nur nicht als Rechtfertigung dafür
dienen, dass man Bildung zum Luxusgut macht.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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