• 11.12.2010, 10:40:11
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GLOBAL 2000 zu Klimakonferenz in Cancun: Operation erfolgreich - Patient (noch) nicht tot!

UmweltschützerInnen bewerten das Ergebnis von Cancun: Besser als erwartet, deutlich schlechter als notwendig - Cancun hält Erderwärmung nicht unter zwei Grad

Wien/Cancun (OTS) - Nach zwei harten Verhandlungswochen in Cancun
ist der große Durchbruch für den Klimaschutz nicht gelungen, den hat
aber auch niemand erwartet. "Nach den Blockaden von Japan, Russland
und Kanada stand der totale Kollaps der Verhandlungen im Raum, dass
dies nicht eingetreten ist, ist schon ein kleiner Erfolg",
kommentiert Johannes Wahlmüller, Klimaschutz-Experte der
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. In der entscheidenden Frage um
die Fortführung des Kyotoprotokolls sei man sich nicht näher
gekommen. "Das Zeichen der Industrieländer, eine verbindliche
Reduktion der Treibhausgasemissionen vorzunehmen, ist nicht gekommen.
Dieses Vorgehen hat die Verhandlungen gelähmt", erklärt Wahlmüller.

Dennoch gibt es durch die Klimaverhandlungen in Cancun auch
Fortschritte. Ein neuer Fonds - der Green New Climate Fund - soll
eingerichtet werden, eine zentrale Forderung der Entwicklungsländer.
Auch die Rolle der Weltbank, die von vielen Entwicklungsländern als
kritisch gesehen wird, wurde stark eingeschränkt. "Allerdings bleibt
noch völlig unklar, wie viel Mittel der Fonds tatsächlich haben wird,
das ist ein großer Wermutstropfen", kommentiert Wahlmüller.

Für die UmweltschützerInnen lassen die Ergebnisse von Cancun noch
vieles offen. "Die notwendigen Schritte um die katastrophalsten
Folgen des Klimawandels abzuwenden wurden nicht eingeleitet Das
Ergebnis von Cancun hält die Erderwärmung nicht unter zwei Grad",
stellt Wahlmüller klar. Viel Arbeit stehe noch bevor. So konnte keine
Entscheidung gefällt werden, wie mit Schlupflöchern umgegangen werden
soll. Bei der Bilanzierung von Emissionen aus der Waldnutzung
verfolgt die EU einen Ansatz, durch den Emissionen von bis zu 450
Megatonnen CO2 nicht bilanzieren werden müssten. "Ein gewaltiges
Schlupfloch, das die Klimaziele total verwässert. Österreich war bei
der Ausarbeitung dieses Ansatzes maßgeblich beteiligt. Wir fordern
Minister Berlakovich auf, diesen Freibrief für Bilanzfälschungen
aufzuheben und sicherzustellen, dass jede Tonne CO2 auch gezählt
wird. Jede Tonne CO2 trägt zum Klimawandel bei, egal woher sie
kommt", so Wahlmüller. Der große Durchbruch bei den Verhandlungen
muss nun spätestens auf der folgenden Klimakonferenz 2011 in
Südafrika erreicht werden.

Johannes Wahlmüller ist der NGO-Vertreter in der österreichischen
Delegation bei der Klimakonferenz in Cancun.

Rückfragehinweis:
Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23 [email protected]

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