"Christen sind weltweit die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft"

Manifestation "Stopp Christenverfolgung" in Wien am "Tag der Menschenrechte" - Fackelzug durch die Innenstadt, ökumenischer Gottesdienst im Stephansdom

Wien (OTS) - Wien, 09.12.10 (PEW) Die Christen sind heute die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft: Mit dieser "am Anfang des 21. Jahrhunderts unfassbaren Tatsache" soll die Wiener Öffentlichkeit am Freitag, 10. Dezember (dem "Tag der Menschenrechte") konfrontiert werden. 20 christliche Organisationen haben sich in der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" zusammengetan, um auf die zunehmende Diskriminierung und Verfolgung von Christen in vielen Ländern der Welt aufmerksam zu machen. Für Kardinal Christoph Schönborn ist die Solidarität mit den verfolgten Christen ein besonderes Herzensanliegen.

Am Freitag wird Wien daher Schauplatz einer eindrucksvollen Manifestation für die Religionsfreiheit sein; zu dieser Manifestation unter dem Titel "Stopp Christenverfolgung" laden Weihbischof Franz Scharl und die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" gemeinsam ein. Von 12 bis 17 Uhr wird auf dem Stock-im-Eisen-Platz über die Christenverfolgung in aller Welt informiert, um 15 Uhr berichten betroffene Christen aus Ländern, in denen die Religionsfreiheit nicht gesichert ist. Um 17.15 Uhr folgt ein Fackelzug von der Staatsoper zum Stephansdom. Den anschließenden Wortgottesdienst im Dom leitet Weihbischof Scharl gemeinsam mit dem syrisch-orthodoxen Chorbischof Emanuel Aydin und dem koptisch-orthodoxen Bischof Gabriel. In der Gestaltung des Gottesdienstes werden auch die Traditionen der orientalischen Christen zum Ausdruck kommen.

Der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Hans Marte, hatte am Montag bei einer Pressekonferenz der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" an die Muslime in Österreich appelliert, sich für die Freiheitsrechte der Christen in islamisch dominierten Ländern einzusetzen. Die Lage vieler Christen in diesen Ländern sei unerträglich geworden, so Marte. Der "Pro Oriente"-Präsident sagte, dass die Verfolgung Andersgläubiger "im Namen Gottes" besonders schmerzlich und "schlechthin blasphemisch" sei.

Am Donnerstag äußerte sich auch der Vizepräsident der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, der österreichische EU-Parlamentarier Othmar Karas, zum 10. Dezember. Karas, der mit einer EVP-Delegation den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Istanbul aufgesucht hat, betonte: "Drei Viertel der weltweit auf Grund ihres Glaubens verfolgten Menschen sind Christen. Religionsfreiheit darf nicht bloß eine Worthülse sein, sondern muss überall in der Welt gelebt und respektiert werden. Genau dafür ist auch der interreligiöse Dialog von essenzieller Bedeutung".

Auch der Katholische Mittelschüler-Kartellverband (MKV) hat am Donnerstag an die österreichischen Muslime appelliert, sich deutlich von allen Diskriminierungen gegen Christen in einigen muslimischen Ländern zu distanzieren. Diese Christen müssten mitunter auch Mord, Entführung, Zwangskonversion, Zerstörung von Kirchen und Vertreibung erleben. Der MKV-Vorsitzende Helmut Kukacka meinte wörtlich: "Am Tag der Menschenrechte muss deshalb die Frage gestellt werden, warum in einigen muslimischen Ländern Christen nicht die gleichen Rechte haben wie Muslime in europäischen Ländern". Ein klares Bekenntnis zur Religionsfreiheit am "Tag der Menschenrechte" könne vielen Vorbehalten und Vorurteilen gegen den Islam in Österreich den Boden entziehen. Der MKV fordere jedenfalls überall gleiches Recht auf Religionsausübung, Schutz des Lebens und des Eigentums, sowie das Recht zum Bau von Gotteshäusern und zum öffentlichen Bekenntnis des Glaubens. (ende)

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