• 09.12.2010, 16:38:57
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"Christen sind weltweit die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft"

Manifestation "Stopp Christenverfolgung" in Wien am "Tag der Menschenrechte" - Fackelzug durch die Innenstadt, ökumenischer Gottesdienst im Stephansdom

Wien (OTS) - Wien, 09.12.10 (PEW) Die Christen sind heute die
weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft: Mit dieser "am
Anfang des 21. Jahrhunderts unfassbaren Tatsache" soll die Wiener
Öffentlichkeit am Freitag, 10. Dezember (dem "Tag der
Menschenrechte") konfrontiert werden. 20 christliche Organisationen
haben sich in der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen"
zusammengetan, um auf die zunehmende Diskriminierung und Verfolgung
von Christen in vielen Ländern der Welt aufmerksam zu machen. Für
Kardinal Christoph Schönborn ist die Solidarität mit den verfolgten
Christen ein besonderes Herzensanliegen.

Am Freitag wird Wien daher Schauplatz einer eindrucksvollen
Manifestation für die Religionsfreiheit sein; zu dieser Manifestation
unter dem Titel "Stopp Christenverfolgung" laden Weihbischof Franz
Scharl und die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen"
gemeinsam ein. Von 12 bis 17 Uhr wird auf dem Stock-im-Eisen-Platz
über die Christenverfolgung in aller Welt informiert, um 15 Uhr
berichten betroffene Christen aus Ländern, in denen die
Religionsfreiheit nicht gesichert ist. Um 17.15 Uhr folgt ein
Fackelzug von der Staatsoper zum Stephansdom. Den anschließenden
Wortgottesdienst im Dom leitet Weihbischof Scharl gemeinsam mit dem
syrisch-orthodoxen Chorbischof Emanuel Aydin und dem
koptisch-orthodoxen Bischof Gabriel. In der Gestaltung des
Gottesdienstes werden auch die Traditionen der orientalischen
Christen zum Ausdruck kommen.

Der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Hans Marte, hatte am
Montag bei einer Pressekonferenz der Plattform "Solidarität mit
verfolgten Christen" an die Muslime in Österreich appelliert, sich
für die Freiheitsrechte der Christen in islamisch dominierten Ländern
einzusetzen. Die Lage vieler Christen in diesen Ländern sei
unerträglich geworden, so Marte. Der "Pro Oriente"-Präsident sagte,
dass die Verfolgung Andersgläubiger "im Namen Gottes" besonders
schmerzlich und "schlechthin blasphemisch" sei.

Am Donnerstag äußerte sich auch der Vizepräsident der EVP-Fraktion im
Europäischen Parlament, der österreichische EU-Parlamentarier Othmar
Karas, zum 10. Dezember. Karas, der mit einer EVP-Delegation den
Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Istanbul aufgesucht hat,
betonte: "Drei Viertel der weltweit auf Grund ihres Glaubens
verfolgten Menschen sind Christen. Religionsfreiheit darf nicht bloß
eine Worthülse sein, sondern muss überall in der Welt gelebt und
respektiert werden. Genau dafür ist auch der interreligiöse Dialog
von essenzieller Bedeutung".

Auch der Katholische Mittelschüler-Kartellverband (MKV) hat am
Donnerstag an die österreichischen Muslime appelliert, sich deutlich
von allen Diskriminierungen gegen Christen in einigen muslimischen
Ländern zu distanzieren. Diese Christen müssten mitunter auch Mord,
Entführung, Zwangskonversion, Zerstörung von Kirchen und Vertreibung
erleben. Der MKV-Vorsitzende Helmut Kukacka meinte wörtlich: "Am Tag
der Menschenrechte muss deshalb die Frage gestellt werden, warum in
einigen muslimischen Ländern Christen nicht die gleichen Rechte haben
wie Muslime in europäischen Ländern". Ein klares Bekenntnis zur
Religionsfreiheit am "Tag der Menschenrechte" könne vielen
Vorbehalten und Vorurteilen gegen den Islam in Österreich den Boden
entziehen. Der MKV fordere jedenfalls überall gleiches Recht auf
Religionsausübung, Schutz des Lebens und des Eigentums, sowie das
Recht zum Bau von Gotteshäusern und zum öffentlichen Bekenntnis des
Glaubens. (ende)

Rückfragehinweis:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
   Erich Leitenberger
   1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1
   Tel: 01/51552-3591
   E-Mail: [email protected]
   http://presse.erzdioezese-wien.at

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