- 08.12.2010, 19:11:21
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Wien: Deutliches Zeichen für die Bedeutung des Marienfeiertags am 8. Dezember
Tausende Katholiken bei der Lichterprozession mit Kardinal Schönborn durch die Innere Stadt
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Wien (OTS) - Wien, 08.12.10 (PEW) Tausende Katholiken mit Kardinal
Christoph Schönborn an der Spitze setzten am Mittwoch in der Wiener
Innenstadt ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des
Marienfeiertags 8. Dezember: Wesentlich mehr Gläubige als in den
Vorjahren beteiligten sich an der Lichterprozession von der
Mariensäule am Platz Am Hof zum Stephansdom. Auch der neue
Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und Dompfarrer Anton
Faber nahmen an der Lichterprozession teil, ebenso wie zahlreiche
Ministrantinnen und Ministranten aus allen Teilen der Erzdiözese
Wien. Mit Bischof Zsifkovics war auch ein kroatischer Chor aus seiner
früheren Pfarre Wulkaprodersdorf gekommen, der typische
burgenland-kroatische Marienlieder sang. Die Mariensäule auf dem
Platz Am Hof hat eine besondere historische Bedeutung: 1647 wurde die
Vorgängerin der heutigen Säule aufgestellt, Anlass war die Weihe
Österreichs an die Gottesmutter durch Kaiser Ferdinand III. Die
Balustrade der gegenüberliegenden Kirche Am Hof (heute Sitz der
kroatischen Mission in Wien) ist ebenfalls bedeutungsvoll: Jene drei
Päpste, die Wien besucht haben - Pius VI. (1782), Johannes Paul II.
(1983), Benedikt XVI. (2007) -, erteilten von dieser Loggia aus den
Segen.
In seiner Predigt bei der an die Lichterprozession anschließenden
Pontifikalvesper im Stephansdom erinnerte Kardinal Schönborn an die
Bedeutung der Maria-Pocs-Ikone im Stephansdom, vor der jeden Tag
"tausende Menschen beten und Kerzen anzünden". Die einfache Ikone aus
dem östlichen Ungarn bringe den zentralen Inhalt des Festes am 8.
Dezember zum Ausdruck: Maria war im Hinblick auf ihre Aufgabe als
Mutter Jesu vom ersten Augenblick ihrer Existenz an ohne Erbschuld.
Auf der Maria-Pocs-Ikone weise Maria mit einer großen Hand auf Jesus
- in der byzantinischen Tradition des Typus der "Wegweiserin"
(Hodigitria). Im späten 17. Jahrhundert habe die Menschen das 1697
bezeugte "Tränenwunder" der Ikone fasziniert. Man könne sich die
Frage stellen, warum die Gottesmutter weint: "Vielleicht deshalb,
weil Maria Mitleid hat mit allem Leid der Menschen".
Die Idee einer Befreiung Mariens von der Schuldverwobenheit der
Menschen war bereits den Christen der ersten Jahrhunderte ein
vertrauter Gedanke, wurde in den Gebetszetteln für Lichterprozession
und Marienvesper festgehalten. Nach dem Konzil von Ephesus im Jahr
431 habe die Idee fortschreitend an Klarheit und Vertiefung gewonnen,
vor allem durch Theologen des Ostens. Ab dem 13. Jahrhundert sei die
Konzeption einer Bewahrung Mariens vor der Verstrickung in das Böse
vom ersten Augenblick ihrer Existenz an von den meisten Theologen im
Westen vertreten worden, mehrere Päpste und Konzile verbreiteten
diese Überzeugung, bis es am 8. Dezember 1854 durch Pius IX. - nach
einer Rundfrage im katholischen Weltepiskopat - zur Verkündigung des
Dogmas von der "ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter
Maria" kam. In den Gebetszetteln wurde daran erinnert, dass auch die
Muslime gemäß Sure 3 des Koran Maria als "bereits im Mutterleib von
Gott auserwählt" verehren. (forts mgl)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]
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