• 07.12.2010, 18:15:10
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8. Dezember: Kardinal Schönborn führt Marienprozession durch die Innenstadt

Spiritueller Kontrapunkt zum "Kaufrausch"

Wien (OTS) - Wien, 07.12.10 (PEW) Am 8. Dezember wird Kardinal
Christoph Schönborn wieder die große Marienprozession durch die
Straßen der Wiener Innenstadt vom Platz Am Hof zum Stephansdom
führen. In den letzten Jahren hat sich die Immaculata-Feier zu einem
spirituellen Kontrapunkt zum Kauftrubel entwickelt, regelmäßig nehmen
tausende Gläubige teil. Auch viele Passanten schließen sich spontan
an.

Die Feier beginnt um 16 Uhr bei der Mariensäule auf dem Platz "Am
Hof". Nach einem als "Statio" gestalteten Wortgottesdienst folgt die
Lichterprozession der Gläubigen über den Graben zum Stephansdom, wo
sie vom Festgeläute der Domglocken empfangen werden.

Die Lichterprozession wird mit bekannten Marienliedern gestaltet,
unterstützt von Blasmusikklängen des Musikvereins
Rudolfsheim-Fünfhaus. Hunderte Ministranten und Fackelträger aus der
ganzen Erzdiözese begleiten den Weg. Eine Mariensäule steht seit 1647
auf dem Platz Am Hof, Kaiser Ferdinand III. hatte damals in der Zeit
des 30-jährigen Krieges die Aufstellung gelobt. 1667 wurde diese
Säule durch die heutige Statue abgelöst, ein eindrucksvolles barockes
Bronze-Kunstwerk von Balthasar Herold. Die Steinteile stammen von
Carlo Martino Carlone und Carlo Canevale.

Der Einzug in den Dom mit der Ikone "Maria Pocs" eröffnet gegen 16.45
Uhr die Marienvesper, die von der Dommusik mit Werken von
Mendelssohn, Schubert und Bruckner gestaltet wird. Mit dem
feierlichen Pontifikalsegen des Kardinals wird der Gottesdienst
beschlossen.

Das Hochamt zum Marienfest im Stephansdom wird heuer erstmals der
Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen,
zelebrieren. Erzbischof Zurbriggen hält auch die Predigt. Musikalisch
wird der Gottesdienst mit der Festmesse in D-Dur von Otto Nicolai
gestaltet.

Gedenktafel an den Besuch Papst Benedikts XVI.

Der Platz Am Hof und die Kirche der kroatischen Gemeinde ist bereits
einige Stunden zuvor Schauplatz einer eindrucksvollen Feier. Der
Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics zelebriert eine
Festmesse in kroatischer Sprache und segnet anschließend eine Tafel
zum Gedenken an den Besuch Papst Benedikts XVI. in der Kirche im
September 2007.Die Tafel trägt das Motto des Papstbesuchs "Auf
Christus schauen", die Wappen des Papstes, des Kardinals und der
Republik Kroatien. In der Eingangshalle der Kirche "Zu den neun
Chören der Engel" gibt es bereits Gedenktafeln zur Erinnerung an den
Pastoralbesuch Johannes Pauls II. im September 1983 und an den Besuch
von Pius VI., der am 31. März 1782 von der eindrucksvollen Balustrade
der Kirche den Ostersegen erteilte. Der volle Text der neuen
Gedenktafel lautet: "Auf Christus schauen. Hier in der Kirche Am Hof
begann am 7. September 2007 der Pastoralbesuch Seiner Heiligkeit
Papst Benedikt XVI. in Österreich. Zur bleibenden Erinnerung. Die
kroatische Gemeinde.
Wien, im Jahr des Herrn 2010".

"In der Geschichte verankert"

Kardinal Schönborn hat in einem Interview mit "Format" darauf
verwiesen, was am 8. Dezember gefeiert wird: "Dieser Tag - der
Marienfeiertag am 8. Dezember - hat eine besondere Bedeutung. Was
feiern die Christen am 8. Dezember? Die Glaubensüberzeugung, dass
Maria vom ersten Augenblick ihrer Existenz - von der Empfängnis - an
von der Schuldverflochtenheit der Menschheit befreit war. In Maria
wird das ursprüngliche Konzept für den Menschen sichtbar. Das kommt
in den lateinischen Sprachen und im Englischen sehr schön zum
Ausdruck, wo die innere Verbindung von conception (Empfängnis) und
concept auf den ersten Blick einsichtig ist. Die den 8. Dezember
betreffende Glaubensüberzeugung ist für unsere Kultur, für unser
Menschenbild von außerordentlicher Bedeutung. Heute wird wieder viel
von Identität und kultureller Tradition geredet. Wenn man das ernst
nimmt, dann kann man den 8. Dezember nicht einfach dem Umsatz
opfern".

In dem Interview begrüßte der Wiener Erzbischof ausdrücklich die
Entscheidung von "Billa" und "bauMax", am 8. Dezember die Filialen
geschlossen zu halten. Kardinal Schönborn: "Der Jahresrhythmus wird
nach wie vor vom Kirchenjahr geprägt. Und da sollte der Advent eine
stille Zeit, eine Zeit der Erwartung, nicht eine Zeit des
Kaufrausches sein. Die Menschen brauchen diesen Rhythmus von
Hoch-Zeiten und stillen Zeiten". Gute Manager würden das spüren. In
den letzten Jahren habe das Kürzel "CSR" (Corporate Social
Responsibility") im Unternehmensbereich große Bedeutung gewonnen. Zur
"Corporate Social Responsibility" gehöre auch die Mitverantwortung
für den "Zeit-Wohlstand" der Menschen.

Tage wie der 8. Dezember seien wichtig, weil sie dem Zeitablauf eine
Gliederung geben und weil sie Bedeutung haben. Für Österreich komme
noch ein besonderer Aspekt hinzu, erinnerte der Wiener Erzbischof:
"Dieser Tag ist tief in der österreichischen Geschichte verankert.
Die Nationalsozialisten haben den 8. Dezember 1938 als Feiertag
abgeschafft. Nach 1945 war es eine große Bürgerinitiative, die 1955
zur Wiedereinführung des 8. Dezember als staatlicher Feiertag geführt
hat. Was mich freut: Das Gefühl für den Wert des 8. Dezember ist bei
den Österreichern nicht erloschen! Seit einigen Jahren gibt es am 8.
Dezember in Wien jeweils die große Prozession von der Mariensäule Am
Hof zum Stephansdom. Von Jahr zu Jahr nehmen mehr Leute daran teil.
Und es ist bewegend zu sehen, wie auch die Passanten mitmachen".
(ende)

Rückfragehinweis:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
   Erich Leitenberger
   1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1
   Tel: 01/51552-3591
   E-Mail: [email protected]
   http://presse.erzdioezese-wien.at

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