- 06.12.2010, 11:05:36
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"Stopp der Fohlenzucht für den Schlachthof!"
Morgen: Übergabe von 5000 Unterschriften an Landwirtschaftsminister Berlakovich
Laaben (OTS) - Wie jedes Jahr wurden auch heuer wieder einige
Tausende "Schlachtfohlen" von Österreich oder Süd-Deutschland nach
Italien gekarrt, weil sie keinen privaten Abnehmer fanden, der sie
als Freizeit- oder Wirtschaftspferd einsetzen würde. Noch immer
glauben einzelne ZüchterInnen, mit der jährlichen Deckung der Stuten
dieser Rassen das große Geld machen zu können; angespornt dazu werden
sie u.a. durch Deckprämien der Zuchtverbände, durch die EU- und
AMA-Förderungen und die unverhohlene Propaganda einzelner
Verbands-Funktionäre, mehr Fohlenfleisch zu "produzieren" bzw. zu
essen.
Dazu Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank von ANIMAL SPIRIT: "Schon
seit Jahren blüht dieses lukrative Geschäft vor allem mit Norikern
und Haflingern. In keiner anderen Pferdezucht werden - unter dem
Deckmantel Zucht - so viele gesunde Fohlen für den Schlachter
produziert. Traditionsgemäß werden die Stuten jedes Jahr gedeckt,
denn es gibt bis heute keine Zuchtbeschränkung. Dadurch landen Fohlen
in einem Alter von drei (!) bis sechs Monaten auf Pferdeauktionen an
verschiedenen Orten Österreichs. Die Hoffnung vie-ler Züchter liegt
darin, Fohlen zu produzieren, die den willkürlich festgesetzten
Rassestandards entsprechen und daher manchmal Höchstpreise von bis zu
40.000,- Euro erzielen! Aber sämtliche Tiere, die nicht den
Rassestandards entsprechen und keine private Käufer finden, werden im
Herbst als "Ausschuß" zu Fleisch und Wurstwaren verarbeitet."
So landen noch immer zwischen 80 und 90 % dieser sinnlos
"produzierten" Fohlen - v.a. die männlichen - nach einem
Horrortransport über Hunderte Kilometer in italienischen Mastanlagen
und anschließend auf den Tellern italienischer "Gourmets". Auktionen
wie z.B. die Hengstfohlenversteigerungen in Maishofen zeigen, daß
sich praktisch nur noch "Viehhändler" die Preise untereinander
ausmachen und diese daher teilweise schon im Keller sind. Und bei der
letzten heurigen Versteigerung in Maishofen Ende Oktober waren wieder
fast 300 Fohlen und Stuten zum Verkauf angemeldet!
Die direkten Gespräche zwischen Tierschutz-Organisationen und
VertreterInnen der Zuchtverbände in den letzten Jahren haben
zumindest ansatzweise Verbesserungen der Situation der Tiere auf den
Fohlenmärkten gebracht, wie z.B. verstärkte Kontrollen, weniger
"illegale" Pferdehändler und bessere Beobachtung des
Gesundheitszustands der Tiere. Aber die jährlichen, nicht kleiner
werdenden Fohlenzahlen lassen darauf schließen, daß die Züch-terei
"auf Teufel komm raus", großteils für das "Rösslfleisch", nach wie
vor gegeben ist. Fast 5000 UnterzeichnerInnen der ANIMAL
SPIRIT-Petition "Stopp der Fohlenzucht für den Schlachter" fordern
daher den zuständigen Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich auf,
diesem jährlichen Martyrium endlich ein Ende zu setzen. Wir werden
ihm diese morgen Dienstag, den 7.12.2010 um 15:30 Uhr im
"Lebens"-Ministerium, 1012 Wien, Stubenring 1, übergeben.
Die wichtigsten Forderungen der Petition sind:
- Keine Pferdezucht für das Schlachthaus! - Stopp den Langstrecken-Pferdetransporten! - Verschärfung der Richtlinien für die Zucht der Haflinger und Noriker - im Sinne einer verantwortungsvollen und tierleidfreien Zucht (Verbot von Qualzuchten!) für den Freizeitpferdemarkt - Abschaffung der Förderung für die jährliche "Fohlen-Produktion": jährliches Decken abschaffen, Mindestalter für das erste Decken: drei Jahre - Artgerechte Haltungsbedingungen, artgerechte und artspezifische Aufzucht, bedarfsgerechte Fohlenfütterung, tierärztliche Kontrollen; Verbot der Einzelhaltung - Während der Versteigerung: Altersbeschränkung (mindestens sechs Monate, konsekutives Absetzen von der Mutter, Gewöhnung an Halfter, Anbinden, Transporter und Transport, sowie an Menschen; Wasser, Heu, Einstreu und ausreichendem Bewegungsfreiraum. - Rigorose Einhaltung der Tierschutzbestimmungen (kein Verkauf von kranken, nicht entwurmten oder verletzten Tieren, Versorgung mit Wasser und Futter, etc.).
Lukrativ ist dieses Geschäft auch durch die EU-Subventionen: Denn
die Produktion von Norikern wird unter dem Deckmantel der "Förderung
seltener Haustierrassen" von der EU gefördert. "Da Fohlenfleisch
beispielsweise in Italien als Delikatesse gilt und die EU den Bau von
Schlachthöfen in strukturschwachen Regionen, wie in Süditalien,
fördert, werden die Tiere auch dorthin transportiert", weiß Dr.
Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT. "Zum Teil sind die
Fohlen verletzt und - da sie das erste Mal von ihrer Mutter getrennt
werden - oft völlig verängstigt und dann noch stunden- oder tagelang
zum Schlachter unterwegs. Und wie man auf Videoaufnahmen sehen kann,
ist auch die Tötung der Tiere im Akkord ist grausam: Da der
Bolzenschuß von den Hilfsarbeitern oft nicht exakt plaziert wird,
erleben die Tiere ihr Ende teilweise noch bei vollem Bewußtsein!"
Rückfragehinweis:
Animal Spirit
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: (+43) 0676 708 24 34
mailto:[email protected]
http://www.animal-spirit.at
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