- 06.12.2010, 09:17:40
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Giftalarm bei Pelzkleidung!
VIER PFOTEN veröffentlicht Studie - Pelz oft gesundheitsgefährdend
Wien (OTS) - Modeartikel aus Tierpelzen sind fast ausnahmslos
stark mit giftigen Chemikalien belastet. Dies ist das Ergebnis einer
im Auftrag der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN
durchgeführten Untersuchung von 15 verschiedenen Pelzartikeln.
Nachgewiesen wurden krebserregendes und allergieauslösendes
Formaldehyd und andere giftige Chemikalien. Mehrfach wurden in den
Pelzen von Nerz, Marderhund und Fuchs gesetzliche
Schadstoffgrenzwerte - teilweise um ein Vielfaches - überschritten.
Die höchste Belastung fand sich in Kinderkleidung. "Der Bericht
zeigt, dass Pelzmode nicht nur mit Tierquälerei verbunden ist,
sondern auch für Menschen gefährlich werden kann", erklärt Thomas
Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN.
Der Studie des auf Produktsicherheit spezialisierten
Beratungsunternehmens EcoAid zufolge stecken ganze Chemiecocktails im
Pelz: Ein Speziallabor des Bremer Umweltinstituts fand in 38 Prozent
der untersuchten Ware krebserregendes und Allergien auslösendes
Formaldehyd in Konzentrationen, die sogar den Maximalwert des
Industrie-Standards Ökotex 100 überschreiten. 80 Prozent der Proben
(alle in Deutschland erworben) enthielten Nonylphenolethoxylate
(NPEO), eine giftige Chemikalie, deren Einsatz in der EU weitgehend
verboten ist. Je acht Prozent der Proben enthielten krebserregende
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe und sich im Körper
anreichernde Chlorparaffine in bedenklichen Konzentrationen. Da
Schals, Kragen, Ohrwärmer oder Kapuzen aus Pelz meist direkt auf der
Haut getragen werden, gelangen die Schadstoffe leicht in den Körper
der Trägerinnen und Träger.
Am meisten Formaldehyd steckte mit 450 mg/kg in der Pelzkapuze
einer Kinderjacke der österreichischen Firma Airfield: Der
EU-Grenzwert für Spielzeugtextilien wurde um das 15fache(!)
überschritten. Diese in Hamburg gekaufte Jacke enthielt darüber
hinaus nahezu drei Gramm NPEO. Das stark belastete Kleidungsstück
hätte nicht einmal als Chemieprodukt verkauft werden dürfen.
Studienautor Manfred Krautter von EcoAid und Thomas Pietsch von VIER
PFOTEN sind einer Meinung: Durch die Stude gelang erstmals der
Nachweis, dass auch in fertigen Pelzartikeln gefährlich hohe
Schadstoffbelastungen zu finden sind.
VIER PFOTEN Deutschland erstattete Anzeige beim Bundesamt für
Verbraucherschutz und fordert das EU-Kommissariat für Gesundheits-
und Verbraucherschutz auf, eine Produktwarnung auszurufen. Auch für
das in Österreich ansässige Unternehmen Airfield, dessen Produkt die
höchsten aller Giftwerte aufwies, soll es nach VIER PFOTEN
Konsequenzen geben: "Wir fordern die Firma dazu auf, Produkte mit
Pelzbesatz umgehend aus dem Verkauf zu nehmen. Außerdem wird VIER
PFOTEN auch gegen Airfield Anzeige erstatten."
Modeartikel mit Pelzkragen oder -kapuze liegen leider nach wie vor
im Trend. Weltweit wurden 2009 auf Pelzfarmen geschätzte 100
Millionen Tiere unter grausamen Bedingungen gezüchtet und getötet.
Die Pelzindustrie bewirbt Pelz fälschlicherweise als besonders
ökologisch und "Natur pur". "VIER PFOTEN rät Verbrauchern von
Tierpelz ab, auch zu Weihnachten! So schützen Sie nicht nur Ihre
Gesundheit, sondern vermeiden auch die mit Pelzprodukten verbundene
Tierquälerei", so Pietsch abschließend.
Die gesamte Studie "Gift im Pelz" steht unter www.vier-pfoten.at
zum Download bereit. Foto- und Filmmaterial von belasteter Pelzmode,
Laborarbeiten mit Pelzproben und von Pelzfarmen sind auf Anfrage
honorarfrei erhältlich.
Rückfragehinweis:
Mag. Nunu Kaller Press Office Austria Tel: +43-1-545 50 20-66 Mobile: +43 664 308 63 03 Fax: +43 1 545 50 20-99 [email protected]
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