• 30.11.2010, 08:10:12
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GLOBAL 2000: Die Klimawaage hat klares Ungleichgewicht

Österreich muss Zusagen einhalten - Klimaopfer sind nicht VerursacherInnen des Klimawandels

Wien (OTS) - (Wien, 30. November 2010). Die Klimakonferenz in
Cancun steht heute im Zeichen der Klimagerechtigkeit. Gleichzeitig
erinnern in Wien vor dem Parlament AktivistInnen von GLOBAL 2000
anlässlich der Budgetrede von Finanzminister Pröll an die
Verpflichtung Österreichs, den Ärmsten der Armen bei den Folgen des
Klimawandels beizustehen. Mit einer überdimensionierten Waage
versinnbildlichen die AktivistInnen die Ungleichheit zwischen
Klimawandel-Verursachenden und Klimawandel-Leidtragenden. "Die
globale Erwärmung, die wir heute beobachten,wurde vor allem vom
industrialisierten Norden verursacht, die Folgen tragen zu einem
großen Teil aber andere: Entwicklungsländer des Südens. Der größte
Teil der historisch aufsummierten Emissionen stammt von den
Industriestaaten - sie haben rund 75 Prozent der Emissionen in die
Luft geblasen. Auch heute noch belasten sie das Klima stärker. Es ist
eine Ungerechtigkeit, die sprichwörtlich 'zum Himmel stinkt', dass
die Länder, die am wenigsten die Ursachen des Klimawandels zu
verantworten haben, jetzt die sind, die am stärksten unter den
Auswirkungen zu leiden haben", so Johannes Wahlmüller, Klimaexperte
von GLOBAL 2000.

Im "Kopenhagen Akkord", dem Abschlussdokument des vorhergehenden
Klimagipfels, hatten die Industrieländer immerhin zugesagt, bis 2012
als sogenannte Schnellstartfinanzierung 30 Milliarden US-Dollar für
Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen und den Regenwald-Schutz in
Entwicklungs- und Schwellenländern bereitzustellen. "Auch Österreich
muss nun die in Kopenhagen gemachten Zusagen einhalten und
zusätzliche Mittel für Klimafinanzierung in Entwicklungsländern
bereitstellen. Bis jetzt sieht es aber so aus, dass die
Schnellstarfinanzierung durch die Industrienationen hauptsächlich
durch die Doppelzählung alter Zusagen zustande kommt", kritisiert
Wahlmüller.

ÖsterreicherInnen emittieren pro Kopf durchschnittlich zehnmal so
viele Treibhausgase wie AfrikanerInnen. Für reiche Länder wie
Österreich ist es deshalb eine historische Verantwortung, einerseits
ihre Emissionen drastisch zu senken und gleichzeitig die
Entwicklungsländer finanziell zu unterstützen. Es geht somit nicht um
Almosen, sondern um den Ausgleich angehäufter Klimaschulden."Beim
Klimaschutz darf daher nicht gespart werden", fordert Wahlmüller.

Johannes Wahlmüller ist der NGO-Vertreter innerhalb der
österreichischen Delegation in Cancun.

Der Klima-Blog findet sich unter:

http://www.global2000.at/site/de/aktivitaeten/klima/cancunblog/

Rückfragehinweis:
Kontakt:Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20 Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23 [email protected]

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