- 28.11.2010, 18:57:50
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"Kleine Zeitung" Leitartikel: "Wer beim Klimaschutz resigniert, wird verlieren" (Von Günter Pilch)
Ausgabe vom 29.11.2010
Graz (OTS/Pressestimmen) - Wenn die UNO heute in Mexiko zur
gemeinsamen Rettung des Weltklimas bläst, liegen die Erwartungen
niedrig. Zu nahe sind die Bilder von der erfolglosen Konfreenz in
Kopenhagen im Vorjahr. Was in Dänemark nicht möglich war, wird auch
in Mexiko nicht gelingen, prophezeien Beobachter.
Tatsächlich stehen die Chancen schlecht, dass sich die
Staatengemeinschaft auf ein verbindliches Klimaschutzabkommen einigt.
Hauptverantwortlich dafür sind die USA und China, die zusammenmehr
als 40 Prozent des globalen Treibhausgasausstroßes verantworten und
sich beide vertraglich nicht festnageln lassen werden.
Angesichts des immer weiter wachsenden chinesischen Energiehungers
mögen sich kleinere Staaten wie Österreich versucht sehen, ihre
Handlungsbereitschaft resignierend zurückzuschrauben. Doch wer so
denkt, hat bereits verloren.
Die ersten Auswirkungen der Erderwärmung sind schon spürbar. Dabei
liegt das globale Temperaturmittel heute gerade 0,8 Grad Celsius über
den vorindustriellen Werten. Bleiben wir untätig, dürften es gegen
Ende des Jahrhunderts vier bis fünf Grad sein. So heiß war es auf
diesem Planeten das letzte Mal vor 50 Millionen Jahren, lange bevor
es Menschen gab.
Inzwischen verfügt die westliche Welt über einen Rekordstand an
Wissen, Geld und Technologie. Wir können fast alles, bauen pro Jahr
65 Millionen Autos, pumpen Öl und Gas quer über Kontinente,
konstruieren Mikrochips im Nanometerbereich. Und wir haben uns auf
Basis unseres Wissens dem Ziel verschrieben, die globale Temperatur
um nicht mehr als zwei Grad ansteigen zu lassen.
Um das zu erreichen, muss der weltweite Treibhausgasausstoß bis 2050
zumindest auf die Hälfte reduziert werden. Geht man davon aus, dass
die Weltwirtschaft bis dahin jährlich um etwas mehr als zwei Prozent
wächst, wird die Monstrosität dieser Herausforderung deutlich.
Demnach müsste der Treibhausgasausstoß pro Produkteinheit um ganze 80
Prozent absinken.
Dazu bedarf es Investitionen. Investitionen, die sich mittelfristig
rechnen werden: über eingesparte Ausgaben für Öl, Gas und Kohle und
die vermiedenen Kosten für die Folgen des Klimawandels, die um ein
Vielfaches höher liegen würden. Dazu kommt das wirtschaftliche
Potenzial der alternativen Technologien. Gerade die Chinesen haben
das erkannt und wollen die Märkte erobern.
Wer bei diesem Wettrennen mit dabei sein will, muss sich beeilen. Wer
resigniert, bekommt die Rechnung am Ende des Tages doppelt
präsentiert. ****
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