- 28.11.2010, 09:11:49
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GLOBAL 2000: Cancun als Meilenstein auf dem Weg zu einem verbindlichen Klimaabkommen
EU muss Kyoto-Fortsetzung erreichen - beim Waldschutz muss Österreich von der Bremse
Wien/Cancun (OTS) - Morgen startet der Weltklimagipfel im
mexikanischen Cancun. Die österreichische Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 wird als Teil der offiziellen österreichischen Delegation
an dieser Konferenz teilnehmen. Trotz geringer Erwartungen der
PolitikerInnen sehen die UmweltschützerInnen noch Chancen für
Fortschritte im Klimaschutz. "Wenn die Weltgemeinschaft sicherstellen
will, dass die globale Erwärmung auf unter zwei Grad begrenzt wird,
dann müssen in Cancun substantielle Fortschritte erzielt werden.
Sollten wir die Erwärmung nicht auf unter zwei Grad eindämmen können,
wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht
mehr möglich. In Mexiko müssten sich die Vertragsstaaten
einschließlich der Europäischen Union auf eine Weiterführung des
Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2013 einigen", skizziert Johannes
Wahlmüller, Klimaexperte von GLOBAL 2000 die Herausforderung für
Cancun.
Die UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 fordern die österreichische
Bundesregierung auf, endlich eine Vorreiterrolle im Klimaschutz
einzunehmen. In der Europäischen Union soll darauf gedrängt werden,
als ersten Schritt in Cancun die Reduzierung ihrer CO2-Emissionen bis
2020 um mindestens 30 Prozent zuzusagen. "Um die dramatischsten
Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, müssen die
Industrieländer bis 2020 mindestens 40 Prozent ihrer
Treibhausgasemissionen reduzieren. Das bisherige Angebot der EU,
einer Reduktion um 20 Prozent, reicht nicht aus. Außerdem wurde
dieses schon beinahe 2010 erreicht, wir können und müssen deutlich
mehr reduzieren", so Wahlmüller.
ZTL: EU muss Allianz für ein Klima-Abkommen schmieden
Für die UmweltschützerInnen ist ganz klar: Auf die USA oder andere
Bremserstaaten zu warten, ist keine Option. Der Obama-Administration
fehle es derzeit an innenpolitischer Unterstützung, die USA in ein
verbindliches internationales Klimaschutzabkommen einzubinden. Die
erste Periode des Kyoto-Protokolls endet 2012. "Es wäre fatal, wenn
die Weltgemeinschaft dann keine Vorgaben zur Minderung ihrer
CO2-Emissionen mehr hat. Österreich muss innerhalb der EU darauf
drängen, dass eine zweite Periode des Kyoto-Protokolls fixiert werden
kann. Mit allen Mitteln muss dieses Ziel verfolgt werden. Eine
Allianz zur Fixierung des Abkommens muss geschmiedet werden. Dazu
muss man aber die unrealistische Forderung verwerfen, dass sich China
bereits in der nächsten Kyoto-Periode auf verbindliche
Treibhausgasreduktionen einlässt", so Wahlmüller.
ZTL:Österreich muss die Bremser-Rolle aufgeben
Von Österreich verlangen die UmweltschützerInnen gerade beim Schutz
der globalen Wälder seine Bremser-Rolle aufzugeben. "Österreich muss
sich dafür einsetzen, dass in Kopenhagen ein Programm zum Schutz der
globalen Wälder samt entsprechender Finanzierung beschlossen wird. In
diesem Abkommen sollen Regeln zum Erhalt der globalen Wälder
geschaffen und soziale Standards und Leitlinien gesichert werden.
Diese müssen die Rechte indigener Völker wahren und deren
Mitbestimmung auch bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zum
Walderhalt explizit sicherstellen", fordert Wahlmüller.
"Die Weltgemeinschaft erwartet, dass in Cancun ein faires
Klimaabkommen auf den Weg gebracht wird, das die Erderwärmung wirksam
begrenzt. Die bisherige Weigerung der Industriestaaten, dabei
voranzugehen, schadet vor allem den Menschen in den ärmsten Ländern
der Welt. Diese spüren Folgen des Klimawandels wie Überschwemmungen,
Stürme und Dürren am stärksten. Wenn sich die Industriestaaten in
Cancun zu einer ernsthaften Klimaschutzpolitik durchringen, werden
auch die Schwellen- und Entwicklungsländer bereit sein, größere
Beiträge zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten", so Wahlmüller
resümierend.
Das GLOBAL 2000-Hintergrundpapier zu Cancun finden Sie unter:
http://is.gd/hU2I8
Rückfragehinweis:
Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20 Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23 [email protected]
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