"profil": Internationale Studie sieht zahlreiche Indizien für Korruption in Österreichs Gesundheitssystem

Auch mir werden Kuverts mit Geld angeboten", so Wiens Ex-Gesundheitsstadträtin Primaria Elisabeth Pittermann

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, versuchen immer mehr Patienten, sich eine bessere medizinische Versorgung zu erkaufen: "Auch mir werden Kuverts mit Geld angeboten", sagt Elisabeth Pittermann, Primaria am Wiener Hanusch-Krankenhaus und früher SPÖ-Gesundheitsstadträtin in Wien, gegenüber "profil". Angenommen habe sie diese Offerte freilich nicht. Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer ergänzt: "Es werden bis zu 50.000 Euro angeboten, nur um von einem bestimmten Arzt möglichst rasch behandelt zu werden." Die Korruptionsanfälligkeit wurde 2007 sogar in einer Studie festgehalten: Laut Euro Health Consumer Index gebe es zahlreiche Indizien, dass Österreich "less free from informal payments to doctors than most western and northern European states" sei, also anfälliger für Unter-der-Hand-Zahlungen an Ärzte als die meisten west- und nordeuropäischen Staaten.

SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger meinte dazu gegenüber "profil":"Ich will nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass nicht irgendwo in Österreich Korruption stattfindet." Den Vorwurf der Zweiklassenmedizin weist er zurück: "Bei uns bekommt jeder die bestmögliche Leistung, wenn er sie braucht. Dafür beneidet uns die Welt."

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