• 27.11.2010, 08:00:01
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"profil": Internationale Studie sieht zahlreiche Indizien für Korruption in Österreichs Gesundheitssystem

Auch mir werden Kuverts mit Geld angeboten", so Wiens Ex-Gesundheitsstadträtin Primaria Elisabeth Pittermann

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, versuchen immer mehr Patienten, sich
eine bessere medizinische Versorgung zu erkaufen: "Auch mir werden
Kuverts mit Geld angeboten", sagt Elisabeth Pittermann, Primaria am
Wiener Hanusch-Krankenhaus und früher SPÖ-Gesundheitsstadträtin in
Wien, gegenüber "profil". Angenommen habe sie diese Offerte freilich
nicht. Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer ergänzt: "Es werden bis zu
50.000 Euro angeboten, nur um von einem bestimmten Arzt möglichst
rasch behandelt zu werden." Die Korruptionsanfälligkeit wurde 2007
sogar in einer Studie festgehalten: Laut Euro Health Consumer Index
gebe es zahlreiche Indizien, dass Österreich "less free from informal
payments to doctors than most western and northern European states"
sei, also anfälliger für Unter-der-Hand-Zahlungen an Ärzte als die
meisten west- und nordeuropäischen Staaten.

SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger meinte dazu gegenüber
"profil":"Ich will nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass nicht
irgendwo in Österreich Korruption stattfindet." Den Vorwurf der
Zweiklassenmedizin weist er zurück: "Bei uns bekommt jeder die
bestmögliche Leistung, wenn er sie braucht. Dafür beneidet uns die
Welt."

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

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