• 25.11.2010, 09:27:29
  • /
  • OTS0046 OTW0046

Wlodkowski: Nachhaltiges Wirtschaften am Cancun-Klimagipfel nicht bestrafen

Waldbewirtschaftung in Europa führt zu zusätzlicher Kohlenstoffspeicherung

Wien (OTS) - "Der nachhaltige Waldbau, wie er in Österreich und
großen Teilen Europas seit Generationen im Einklang mit der Natur
betrieben wird, darf in Cancun nicht bestraft werden. Bei der
Anrechnung des Waldes als Kohlenstoffspeicher im Rahmen der
Kyoto-Nachfolgeregelung können nämlich praxisferne Regeln dazu
führen, dass Länder mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung krass
benachteiligt werden. In den Berechnungsmethoden wird nämlich jede
Entnahme von Holz aus dem Wald als Emission gewertet, auch wenn
dieses Holz in einem Gebäude weiterhin für Jahrzehnte oder gar
Jahrhunderte als CO2-Speicher fungiert. Natürlich ist die ungeregelte
Entwaldung und die damit verbundene Freisetzung von CO2 ein ernst zu
nehmendes Problem in jenen Teilen der Welt, in denen durch Raubbau
und Abholzung Wald zerstört wird. In Europa sind die Wälder jedoch
aufgrund nachhaltiger Forstbewirtschaftung beträchtliche
Kohlenstoffsenken", dies stellte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident
der LK Österreich, zum Klimagipfel in Cancun fest.

Holz ersetzt Beton und Stahl

Ab 29.11.2010 werden beim Gipfel in Cancun die Verhandlungen über
ein umfassendes weltweites Klimaschutzabkommen weitergeführt. Dabei
werden auch die Rolle des Waldes und die Bilanzierung seines
Kohlenstoff-Speichervermögens Gegenstand der Verhandlungen sein.
Wlodkowski: "Die Verhandler müssen sich vor Augen halten, dass in
Europa und Österreich in den letzten 60 Jahren die Holzvorräte trotz
zunehmender Nutzung laufend größer geworden sind. Damit wurde über
Generationen ein erheblicher Holzvorrat im Wald aufgebaut. Dieses
Potenzial steht uns nun zur Verfügung, um energie- und CO2-intensive
Rohstoffe, wie Stahl oder Beton im Baubereich, sowie fossile
Energieträger bei der Energiegewinnung zu ersetzen und damit den
Klimawandel zu bekämpfen. Denn in einem Kubikmeter Holz wird rund
eine Tonne CO2 als Kohlenstoff gespeichert. Holz besteht zu 50% aus
Kohlenstoff.

Klarer Standpunkt Österreichs

Österreich hat im vergangenen Jahr beim Klimagipfel in Kopenhagen
bereits die Teilnahme an Artikel 3.4 des Kyoto-Protokolls, der die
Bilanzierung von Kohlenstoff im Wald vorsieht, zu Recht abgelehnt.
"Der Wald ist selbst massiv von den Auswirkungen des Klimawandels
betroffen. Nur durch aktive Forstbewirtschaftung und Nutzung der
Holzreserven können wir einen Beitrag leisten, die Ursachen des
Klimawandels wirksam zu bekämpfen. Laut aktuellen Studien sind die
weltweiten Kohlendioxid-Emissionen während der Wirtschaftskrise 2009
nur marginal zurückgegangen, weil Schwellenländer wie China oder
Indien ihr Wirtschaftswachstum auf Basis von fossilen Energieträgern
ungebremst fortsetzen. Hier muss angesetzt werden, um substanzielle
Ergebnisse zu erzielen", verlangt Wlodkowski.

Holz reduziert Kohlendioxid

"Wer Holz verwendet, reduziert aktiv CO2. Wir streben weniger
Ausstoß von Kohlendioxid aus fossilen Energieträgern an und
unterstützen eine konsequente Entwicklung in Richtung
kohlenstoffarmer Wirtschaft. Ein Lösungsansatz liegt dabei in der
nachhaltigen Forstbewirtschaftung, bei der der Kohlenstoffspeicher
Wald durch die Holznutzung teilweise entleert und dann durch die
Waldverjüngung wieder befüllt wird. Forstbewirtschaftung führt im
Gegensatz zu Urwäldern zu immer wieder nachwachsenden
Speichermöglichkeiten, die genutzt werden müssen. Doch den Wald nur
unter dem Gesichtspunkt der Kohlendioxid-Speicherung zu betrachten,
hieße seine vielfältigen Wirkungen für die Gesellschaft völlig zu
ignorieren", so Wlodkowski.

Das Positionspapier der Österreichischen Forstwirtschaft zur
CO2-Speicherung im Wald ist unter
http://www.lk-oe.at/?id=2500%2C%2C1372637%2C im Internet zu finden.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert,
Tel +43/1/53441-8521, Fax +43/1/53441-8519,
E-Mail [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel