- 24.11.2010, 10:54:22
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Neue Studie bestätigt: Windenergie senkt Strompreise
Absenkung um 1,1 Cent je Kilowattstunde
Berlin (OTS) - Heute stellte die European Wind Energy Association
EWEA auf der in Berlin stattfindenden internationalen Netz-Konferenz
Grids2010 eine neue Netzstudie vor, die erneut die Strompreis
senkende Wirkung der Windenergie (Merit-Order-Effekt) bestätigt.
Aufgrund des Merit-Order-Effekts wird laut Studie die Windenergie bis
2020 den Preis jeder Kilowattstunde Strom um mindestens 1,1 Cent
reduzieren.
Seit gestern diskutieren Experten auf der vom europäischen
Windenergieverband EWEA veranstalteten Konferenz Grids2010 den
Netzausbau der Zukunft und die Auswirkungen der Windenergie auf die
europäischen Stromnetze.
In der heute präsentierten Studie "Powering Europe: wind energy and
the electricity grid" wurde einmal mehr die Strompreis senkende
Wirkung der Windenergie bestätigt. Bei einer prognostizierten
Windkraftleistung in Europa von 265.000 Megawatt im Jahr 2020 wurde
eine Strompreis senkende Wirkung von 1,08 Cent pro Kilowattstunde
errechnet. Jede Kilowattstunde Strom wird aufgrund der Windkraft 2020
um 1,08 Cent billiger sein, nicht nur der Windstrom. In Summe ergibt
sich für ganz Europa eine Kostenersparnis von 41,7 Milliarden Euro
jährlich ab 2020. In den Berechungen wurde ein relativ niedriger
Strompreis angenommen. Der Merit-Order-Effekt wird aber vom
Strompreis stark beeinflusst. Eine Verteuerung der Preise für
fossile Energie bewirkt daher weitere preisdämpfende Effekte durch
die Windenergie.
Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft: "Die Vorteile
der preisdämpfenden Effekte der Windkraft liegen klar auf der Hand.
Auch in Österreich ist nicht nur der volkswirtschaftliche Nutzen der
Windkraft durch zusätzliche Arbeitsplätze und die Vermeidung von
Klimaschäden deutlich positiv. Auch betriebswirtschaftlich
profitieren Verbraucher durch den Merit-Order-Effekt. Die Förderung
des Windkraftausbaus ist daher eine Investition in die Zukunft."
Was ist der Merit-Order-Effekt?
Beim Börsehandel von Strom gibt jeder Handelsteilnehmer ein Gebot ab,
das sich zusammensetzt aus der Menge Strom und einen bestimmten
Preis, um den geliefert werden kann. Die Börse sortiert die Gebote
nach den Kosten in aufsteigender Reihenfolge und erstellt die
sogenannte Einsatzreihenfolge der Kraftwerke oder "Merit-Order". Die
Börse erteilt nun den Kraftwerken der Reihe nach einen Zuschlag,
beginnend mit dem niedrigsten Gebot, bis der prognostizierte Bedarf
gedeckt ist. Das Gebot des letzten Kraftwerkes, das noch einen
Zuschlag erhält, bestimmt den Strompreis, der dann für alle zustande
gekommenen Lieferverträge bezahlt wird. Das bedeutet, dass die
Kraftwerke nicht nach ihrem eigenen Gebot bezahlt werden, sondern
nach dem letzten noch benötigten und damit teuersten Kraftwerk.
Je mehr Windenergie, aber auch andere erneuerbare Energien
eingespeist werden, desto seltener müssen die ganz teuren Kraftwerke
eingesetzt werden und umso geringer fällt daher der tatsächliche
Stromhandelspreis aus. Durch diesen "Merit-Order"-Effekt senkt die
vermehrte Produktion von Windenergie die Großhandelspreise.
Rückfragehinweis:
IG Windkraft
Mag. Martin Fliegenschnee-Jaksch
Tel.: Mobil: 0699 / 188 77 855
mailto:m.fliegenschnee@igwindkraft.at
http://www.igwindkraft.at
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