- 19.11.2010, 15:00:00
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Generalvikar Schuster beendet seine Amtszeit
Er tritt über eigenen Wunsch zurück - Schuster veranlasste wesentliche Weichenstellungen für den künftigen Weg der Erzdiözese
Wien (OTS) - Wien, 19.11.10 (PEW) Msgr. Franz Schuster beendet am
31. Dezember 2010 nach fast zwölfjähriger Amtszeit über eigenen
Wunsch seinen Dienst als Generalvikar der Erzdiözese Wien.
Ausschlaggebend für den Entschluss von Msgr. Schuster war die
Überzeugung, dass ein so intensives Leitungsamt "nicht sehr viel
länger als zehn Jahre" ausgeübt werden soll. Er blicke auf eine
arbeitsintensive und fruchtbare Zeit im Dienst für die Erzdiözese
Wien zurück, sagte der scheidende Generalvikar am Freitag. Kardinal
Christoph Schönborn dankte seinem Stellvertreter für den langjährigen
intensiven Einsatz und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Die
Nachfolgeregelung ist im Gange.
Der scheidende Generalvikar betonte seinerseits, dass er dem Kardinal
für dessen Vertrauen und den guten gemeinsamen Weg danke; zugleich
unterstrich er seine Verbundenheit mit allen - Priestern, Diakonen,
Ordensleuten und Laien -, die ihn als Generalvikar "durch intensive
Mitarbeit und Gebet" unterstützt hatten. Auf Ersuchen des Kardinals
wird Msgr. Schuster weiterhin dem Domkapitel zu St. Stephan angehören
und besonders in der Einführung und Begleitung der ausländischen
Priester in der Erzdiözese Wien tätig sein. Auch wird er weiterhin
die Kommission der Österreichischen Bischofskonferenz für die
Umsetzung der Rahmenordnung gegen Missbrauch und Gewalt ("Die
Wahrheit wird euch frei machen") leiten.
Generalvikar Schuster hat wesentlich dazu beigetragen, dass die
Erzdiözese Wien unter dramatisch veränderten gesellschaftlichen
Bedingungen einen guten Weg in die Zukunft gehen kann. Im Auftrag von
Kardinal Schönborn wirkte er an der Erstellung des "Leitbilds für die
Erzdiözese Wien" mit. Ausgehend davon leitete er den
Organisationsentwicklungsprozess "Kirche für Zukunft", in dem es um
die Neuorientierung der inhaltlichen und organisatorischen
Entwicklungen in der Erzdiözese Wien und ihren Einrichtungen ging.
Der Vorgang "Kirche für Zukunft" hat weit über die Grenzen
Österreichs hinaus im kirchlichen Bereich Beachtung gefunden - als
ein Beispiel dafür, wie man mit den gesellschaftlichen und
kirchlichen Veränderungen gut umgehen kann.
Im Zug des Vorgangs "Kirche für Zukunft" wurden beispielsweise die
pastoralen Bereiche Erwachsenenbildung, Kategoriale Seelsorge,
Katholische Aktion und Pastoralamt neu geordnet. Die
Personalentwicklung für alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter wurde intensiviert und das "strukturierte
Mitarbeitergespräch" eingeführt. Auch in der Jugendarbeit (der Msgr.
Schuster als früherer Diözesanjugendseelsorger besonders verbunden
ist) wurden starke Akzente gesetzt, so die Einrichtung der
Jugendkirche St. Florian und die Neuordnung der
Ministrantenseelsorge.
Zentrales Anliegen des Vorgangs "Kirche für Zukunft" war und ist, die
personellen und finanziellen Ressourcen der Erzdiözese so
einzusetzen, dass einerseits die Kernkompetenz der Kirche noch besser
zur Geltung kommt und andererseits auch Freiräume für neue
Initiativen gewonnen werden. Ziel ist es dabei insbesondere, den von
Menschen von heute das Evangelium zu bringen.
In diesem Sinn hat Generalvikar Schuster die großen seelsorglichen
Projekte der Erzdiözese - vom "Symposion Großstadtseelsorge" über die
Stadtmission, "die Lange Nacht der Kirchen", den "Weinviertler
Glaubensweg" und zuletzt besonders den Vorgang "Apostelgeschichte
2010" - mitgetragen und unterstützt. Bei all diesen Projekten ging
und geht es darum, einerseits die Türen der Kirche zu öffnen, aber
vor allem auch dorthin zu gehen, wo die Menschen leben.
Für Generalvikar Schuster stand in diesem Zusammenhang immer fest,
dass die Kirche ständig darauf achten muss, dass es zu keinen
Fehlentwicklungen in ihrem eigenen Bereich kommt. Daher war er
wesentlich am Zustandekommen der 2006 veröffentlichten diözesanen
"Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen zur Verhinderung
sexuellen Missbrauchs" im kirchlichen Bereich beteiligt. Auf dem
Hintergrund der Erfahrungen mit diesem Dokument war Msgr. Schuster
dann auch im Frühjahr 2010 bei der Bewältigung der Missbrauchskrise
führend tätig.
Im Anschluss an die 3. Diözesanversammlung im Rahmen von
"Apostelgeschichte 2010" erachtet Msgr. Schuster ein neues
"Durchstarten" im Hinblick auf eine verstärkte missionarische
Ausrichtung und weitere nachhaltige strukturelle Veränderungen in der
Erzdiözese Wien für notwendig. Daher ist er der Überzeugung, dass der
Zeitpunkt für die Beendigung seines Dienstes gut gewählt ist. Ein
neuer Generalvikar könne auf diese Weise von Anfang an dieses
erforderliche "Durchstarten" mitverantworten und begleiten. (ende)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]
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