• 18.11.2010, 09:28:13
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GLOBAL 2000 warnt: Risikobewertung der europäischen Behörde von Industrie gekauft

Recherchen des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr) belegen massive Interessenkonflikte innerhalb der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit

Wien (OTS) - Recherchen des Mitteldeuschen Rundfunks (mdr), die
GLOBAL 2000 exklusiv vorliegen, belegen, dass die Europäische Behörde
für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in ihrer Arbeit nicht unabhängig
agiert. Entgegen ihres Auftrages einer Risikobewertung unter Maßgabe
aller wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, berücksichtigt
die EFSA im Wesentlichen die Daten, die sie von der Industrie zur
Verfügung gestellt bekommt. "Das mdr-Dossier legt nahe, dass für die
Risikobewertung von Bisphenol A entscheidende Gremiumsmitglieder und
wissenschaftliche BeraterInnen der EFSA gleichzeitig im Sold der
Lebensmittelindustrie stehen. Sie erhalten Stipendien und
Projektförderungen von den 'Big Players' der chemischen Industrie,
wie etwa 'Dow Chemicals'. Ein derartiger Interessenskonflikt erklärt,
warum die EFSA-Bewertungen häufig wie Gefälligkeitsgutachten zu
Gunsten der Industrie ausfallen", erklärt Daniela Hoffmann,
Chemie-Expertin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.
Die überwiegende Mehrheit der Studien zur hormonell wirksamen
Chemikalie Bisphenol A belegen die Risiken dieser Substanz. Dennoch
hält die EFSA an einem viel zu hohen Grenzwert für die tägliche
Aufnahme fest. Somit bleibt der Einsatz von Bisphenol A in
Lebensmittelverpackungen - laut WHO die Haupteintragsquelle der
Chemikalie in den Menschen - unbeschränkt.
Eine Metastudie des US-Toxikologen Frederick vom Saal legt nahe, dass
Studienergebnisse zur Wirkung von Bisphenol A hauptsächlich durch den
Geldgeber der Studien bestimmt werden. So zeigt keine der
industriefinanzierten Studien gesundheitsrelevante Effekte, während
die überwiegende Mehrheit der unabhängigen Studien
Niedrig-Dosis-Effekte der Chemikalie nachweisen.
"Nach dem Motto, beiß nicht die Hand, die dich füttert, fallen die
Bewertungen der Behörde aus. Studien, die nicht von der Inustrie
finanziert wurden, fallen unter den Tisch. Damit wird de facto die
EFSA zu einem Risiko für die Konsumentinnen und Konsumenten", so
Hoffmann.
" Die wissenschaftlichen Fakten belegen das Risiko von BPA. Nachdem
jetzt offen kund ist, dass man der Bewertung durch die EFSA nicht
trauen kann, muss Minister Stöger zumindest das im September
angekündigte nationalstaatliche Verbot von Bisphenol A in kindernahen
Produkten umgehend umsetzen. GLOBAL 2000 wird sich weiter für ein
Verbot der Risiko-Chemikalie in allen Lebensmittelverpackungen
engagieren. Denn BPA darf nicht mit Lebensmitteln in Berührung
kommen", so Hoffmann abschließend.

Rückfragehinweis:
Jens Karg, Tel.: +43 6991 42000 20
Simonne Baur, Tel.: +43 6991 42000 23
Mail: [email protected]

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