Kinderfreunde fordern Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung

Wien (OTS) - Die Österreichischen Kinderfreunde und Roten Falken nehmen die aktuellen Entwicklungen im Fremdenrechtsbereich zum Anlass, ihre Forderung nach Kinderrechten in die Verfassung erneut zu bekräftigen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte am 20. November präsentierten die Kinderfreunde ihre Forderungen anhand von aktuellen Beispielen. "Gerade die Abschiebungen von Kindern haben gezeigt, dass die Kinderrechte in Österreich einen höheren gesetzlichen Stellenwert brauchen", so Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. Es sei eine Schande für das Land, dass nach über 20 Jahren die UN-Kinderrechtskonvention noch immer nur mit Vorbehalt im Gesetz aufscheint.

Heinz Fronek, Mitarbeiter der Asylkoordination Österreich zeigt anhand von Beispielen aus der Praxis, wie problematisch der Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Österreich aus menschenrechtlicher Sicht ist: "traumatisierte Kinder und Jugendliche brauchen Schutz und Verständnis, hier sind sie aber mit Ablehnung und Misstrauen konfrontiert." Mit der letzten Fremdenrechtsnovelle seien die Bedingungen noch schlechter geworden.

Aus direkter Betroffenheit spricht Petra Kulvicki, Elternvertreterin am BORG3 in Wien. An der Schule ihres Kindes passierte es, dass bewaffnete Beamten versuchten, eine 14-jährige Schülerin direkt aus dem Unterreicht abzuholen, um sie abzuschieben. "Es war für alle Kinder ein traumatisches Erlebnis, dass plötzlich eine Mitschülerin abgeholt werden soll. Ich will, dass das nie wieder einem Kind in Österreich zugemutet wird, deshalb müssen die Kinderrechte in die Verfassung", so Kulvicki.

Die Kinderfreunde rufen weiters auf, an Aktionen zum Tag der Kinderrechte in ganz Österreich teilzunehmen. Bei einer Veranstaltung des Netzwerks Kinderrechte am 19. November wird ein Buch zum Thema unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich präsentiert. Am 20. November veranstalten die Kinderfreunde selbst eine Kundgebung für Kinderrechte in die Verfassung am Stephansplatz, zudem können Menschen in ganz Österreich an einem Flashmob für die Kinderrechte teilnehmen.

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