- 15.11.2010, 12:11:46
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Personalmanagement und demografischer Wandel
bfi Wien: Dr. Rainer Münz rät zu gezielten Maßnahmen für das HR-Management
Wien (OTS) - "Das graue und das bunte Österreich - neue
Herausforderungen für das Personalmanagement durch den
demographischen Wandel im 21. Jahrhundert" war das Thema der bfi Wien
Veranstaltung für Manager/innen und Personalverantwortliche.
"Österreich ergraut", so Dr. Rainer Münz, Leiter der
Forschungsabteilung der Erste Group und Senior Fellow am
Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.
In der Albertina präsentierte er den Gästen aus Unternehmen wie
Augarten GmbH, AUVA, Böhler-Uddeholm, Hofburg Vienna, LGV
Frischgemüse, Maresi, Morava, Raiffeisen, Rail Cargo, Sozialzentrum
Rennweg, SOS Kinderdorf, UniCredit, Unilever etc., sowie
Beiratsmitgliedern der bfi Wien Akademie - Dr. Gerhard Friedrich, DI
Sigrid Oblak , Dr. Peter Pendl - und Lehrgangsleiter/innen die
Entwicklung der alternden Belegschaften. Das Phänomen gelte für die
Privatwirtschaft genauso wie für den öffentlichen Dienst. Der Vortrag
beschäftigte sich mit der Frage, wie das HR-Management auf diese
Entwicklung reagieren soll und welche gezielten Maßnahmen nötig sind,
um die Beschäftigung von älteren und zugewanderten Mitarbeiter/innnen
zu erhöhen.
Entsprechend der Angaben von Statistik Austria steigt die
Lebenserwartung kontinuierlich bis 2050 auf über 90 Jahre, "seit Ende
der 1970er Jahren haben wir konstant niedrige Kinderzahlen und seit
1990 wachsen wir vor allem durch Zuwanderung", erklärte Münz.
Und wo liegen die konkreten Herausforderungen für die Wirtschaft?
Als zentral sieht Münz die Frage, wie man das "ältere
Potenzial"(45+) länger "produktiv" halten kann: durch Aus- und
Weiterbildung, Motivation zum lebenslangen Lernen, durch andere
Methodik&Didaktik, Gesundheitsförderung und last but not least durch
Gender Management - mehr und besser qualifizierte Frauen drängen auf
den Markt! Als Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg nannte
Münz auch Diversity Management. Vor dem Hintergrund der steigenden
erwerbstätigen Personen mit Migrationshintergrund sei der
wertschätzende Umgang mit den Unterschieden der kulturellen Herkunft
und Religion wesentlich, um effektive Teams und Unternehmensbindung
zu erreichen. Engpässe gäbe es weiterhin bei der Suche nach den
passenden Lehrlingen und Fachkräften, vor allem im technischen und
handwerklichen Bereich.
Lebenslanges Lernen betrifft alle, ob es um Erweiterung der
Kompetenzen für Fremdsprachen, Kommunikation, Teamarbeit,
Serviceorientierung, technische Innovationen etc. geht. Betriebliche
Fortbildung und /oder externe Trainings und Lehrgänge brauchen junge
wie ältere Mitarbeiter/innen und Führungskräfte. Und eine der
wesentlichen Fragen laut Münz bleibt: wie kann man verhindern, dass
das Wissen der erfahrenen Mitarbeiter/innen verloren geht!
Integration durch Bildung - das bunte Wien
Das bfi Wien setzt sich für die berufliche und persönliche
Weiterentwicklung der Arbeitnehmer/innen und Arbeitssuchenden ein -
und gleichzeitig wird durch die Bildungsangebote die Integration
ausländischer Bürger/innen bzw. Personen mit Migrationshintergrund
unterstützt.
Im Sinne des lebenslangen Lernens und der Durchlässigkeit des
Bildungssystems ist der Einstieg auf jedem Bildungsniveau und jeder
Alterstufe möglich. Die Angebote reichen von Hauptschul- und
Lehrabschlüssen, über Kurse für Sprachen, EDV, Technik, Tourismus und
Gesundheit bis zur Akademie für (angehende) Führungskräfte. Die
Teilnehmer/innen kommen aus allen Branchen und bringen
unterschiedliches Vorwissen mit - sowie ca. 30 %
Migrationshintergrund.
Ziel der Deutschkurse ist neben der Verbesserung der
Sprachkenntnisse bzw. der Kommunikationskompetenz die nachhaltige
(Re-) Integration in den Arbeitsmarkt. Pro Jahr besuchen ca 4.500
Teilnehmer/innen Deutschkurse, anschließend werden sie 2 Wochen bei
der aktiven Arbeitssuche unterstützt.
Bei der im Rahmen der Ausbildungsgarantie der Bundesregierung
angebotenen überbetrieblichen Lehrausbildung für Jugendliche haben
rd. 66 % der Lehrlinge am bfi Wien Migrationshintergrund. Bei den
Facharbeiter/innen-Intensivausbildungen sind ebenfalls ca. 60 % der
TeilnehmerInnen Migrant/innen. Aufgrund der sozialpädagogischen
Begleitung und Beratung ist der Erfolg für die Kursteilnehmer/innen
mit einer Vermittlungsquote bis zu 90 % hervorragend.
Rückfragehinweis:
Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1, 01/81178/10385, [email protected] , www.bfi-wien.at
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