• 15.11.2010, 03:30:11
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ÖSTERREICH: Neue Studie belegt Konstruktionsmängel für AKW Isar

Atomkraftwerk ist nur 100 Kilometer von Österreichs Grenze entfernt

Wien (OTS) - Das bayerische Kernkraftwerk Isar 1, das 2011
eigentlich vom Netz gehen sollte, ist gefährlicher, als bisher
bekannt. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Landesregierungen
Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg sowie der
Umweltanwaltschaft Wien. Denn von Anfang an bestanden grobe
Konstruktionsmängel, wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer
Montagsausgabe berichtet.

"Ich habe die Studie an alle Atomenergiebehörden Deutschlands
geschickt. Eigentlich dürften sie einem weiteren Betrieb nicht
zustimmen", sagt Oberösterreichs Grüner Umweltlandesrat Rudi
Anschober. Er kritisiert Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich
scharf: "Warum verhandelt er nicht längst direkt mit der deutschen
Regierung?"

Vor allem der Reaktordruckbehälter weist laut der Studie
"Schwachstellenbericht Siedewasserreaktoren Baulinie 69" durch seine
Schweißnähte Sollbruchstellen auf. "Durch Nachrüstungsmaßnahmen
können diese schwerwiegenden Konstruktionsmängel nicht ausgeglichen
werden", so die Studie. Der verwendete Stahl ist ungeeignet:
"Insbesondere hat der Stahl eine zu niedrige Zähigkeit." Die
Auswirkung der Radioaktivität auf das Material ist nicht ausreichend
berücksichtigt: "Sprödbrüche und damit katastrophales Versagen des
Reaktordruckgefäßes wären schon bei höheren Betriebstemperaturen
möglich."

All das hätte man bereits früher wissen können, so die
Studienautoren unter Leitung des Risikoforschers Wolfgang Kromp von
der Universität für Bodenkultur: "Bei der Genehmigung des baugleichen
Reaktors Zwentendorf in Österreich stellte sich heraus, dass das
Reaktordruckgefäß nicht einmal den Anforderungen für gewöhnliche
Druckgefäße laut Dampfkesselverordnung genügte."

Das Sicherheitsgefäß ist jedenfalls kein Schutz für Mensch und
Umwelt, sollte es zu einem Versagen des Reaktordruckbehälters kommen:
"Kurz nach dem Versagen des Reaktordruckbehälters erfolgt das
Durchschmelzen des Stahlbodens des Sicherheitsbehälters", so die
Studie, die ÖSTERREICH vorliegt.

Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
mailto:[email protected]

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