- 12.11.2010, 08:29:38
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Drei Krankenhausabteilungen in Niederösterreich für herausragende Leistung bei der Turnusärzteausbildung ausgezeichnet
NÖ Ärztekammer verleiht Zertifikat für besonderes Engagement an die Orthopädie in Wiener Neustadt sowie an die Neurologie und Unfallchirurgie in St. Pölten
Wien (OTS) - Turnusärzte sind Ärzte in Ausbildung zum
Allgemeinmediziner, die nach ihrem Studium im Rahmen einer mindestens
dreijährigen Ausbildung im Krankenhaus eine bestimmte Auswahl an
medizinischen Fächern kennenlernen. Ein Turnus endet nach bestandener
Prüfung mit der Berechtigung zur selbständigen Ausübung des Berufs
als Allgemeinmediziner. Für die Turnusärzteausbildung verantwortlich
sind die Rechtsträger der Krankenhäuser, in Niederösterreich also
größtenteils die Landeskliniken-Holding.
"Die Turnusärzteausbildung wird leider von vielen Ärztinnen und
Ärzten als mangelhaft angesehen. Ein Turnusarzt verbringt wenig Zeit
auf einer Abteilung und verursacht vergleichsweise geringe Kosten.
Daher wird er oft als billiger Systemerhalter eingesetzt, der oft
auch nichtärztliche Routinearbeiten machen muss. Wodurch die
Ausbildung häufig zu kurz kommt", kritisiert Dr. Christoph Reisner,
Präsident der NÖ Ärztekammer. "Diesem Trend wollen wir
entgegensteuern."
Zwitl.: Die Qualität der Ausbildung muss verbessert werden
Die NÖ Ärztekammer führt aus diesem Grund seit Ende 2008 eine
umfangreiche Befragung ohne definierten Endzeitpunkt zur Qualität der
Turnusärzteausbildung an allen Abteilungen der NÖ Landeskliniken
durch. "Zielsetzung dieses Projektes ist es, die Qualität der
Ausbildung in den Landeskliniken zu steigern", so der Vorsitzende der
Landessektion Turnusärzte in Niederösterreich Dr. Stefan Halper. "Die
Abteilungen und deren Primarärzte sollen motiviert werden, in diesem
Bereich Akzente zu setzen. Bei den vor kurzem ausgezeichneten
Abteilungen für Orthopädie und orthopädische Chirurgie in Wiener
Neustadt sowie den Abteilungen für Neurologie sowie für
Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in St. Pölten ist das bereits
gelungen."
Derzeit wird in regelmäßigen Abständen von einzelnen Politikern
gefordert, den Turnus nach derzeitigem System abzuschaffen. "Man will
sich die Turnusausbildung sparen und so genannte teilapprobierte
Ärztinnen und Ärzte direkt nach dem Studium zum beschränkten Einsatz
im Gesundheitssystem schaffen", so Dr. Halper weiter. "Das ist aus
unserer Sicht kein guter Weg. Das wäre ein deutlicher Rückschritt im
Sinne der Ausbildungsqualität und daher in weiterer Folge auch im
Sinne der medizinischen Qualität. Wir sollten uns eher darauf
konzentrieren, die Menge an Medizinerinnen und Medizinern erstklassig
auszubilden, die unser System in den kommenden Jahrzehnten dringend
brauchen wird."
Zwitl.: Überdurchschnittlicher Einsatz trotz belastender
Routinetätigkeit
In Wiener Neustadt wies Präsident Dr. Reisner noch auf die
bedauerliche Situation hin, dass genau die ausgezeichnete Abteilung
nach der derzeitigen Planung des Landes geschlossen werden soll. Er
gratulierte jedenfalls den geehrten Abteilungsvorständen sowie den an
der Ausbildung beteiligten Oberärztinnen und -ärzten für ihr
besonderes Engagement: "Die Zukunft der Qualität unserer Medizin
liegt in der Ausbildungsqualität für unsere Ärztinnen und Ärzte. Ich
habe große Hochachtung vor denjenigen, die trotz belastender
Routinetätigkeit überdurchschnittlichen Einsatz in der Vermittlung
medizinischen Wissens zum Wohle von uns allen zeigen. Aufgrund der
zunehmenden Arbeitsbelastung wird das immer schwieriger. Umso größer
ist unser Anliegen, positive Beispiele wie die geehrten Abteilungen
zu betonen."
Bildmaterial zu den Verleihungen ist unter www.arztnoe.at
herunterladbar.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
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