- 11.11.2010, 12:35:59
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G-20: Leitl warnt vor zunehmendem Protektionismus und "Währungskrieg"
Forderung der weltweit führenden Wirtschafts- und Handelskammern nach Sanierung der öffentlichen Haushalte und globaler Implementierung von Basel III
Wien (OTS/PWK870) - Anlässlich des derzeit stattfindenden G-20
Gipfels der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländern in
Seoul (Korea) warnen WKÖ-Präsident Christoph Leitl, in seiner
Funktion als Vorsitzender der Global Chamber Platform, und der
Präsident der europäischen Wirtschaftskammern "EUROCHAMBRES",
Alessandro Barberis, vor einem "Währungskrieg zwischen den führenden
Wirtschaftsmächten sowie vor einem zunehmenden Protektionismus im
Welthandel."
Leitl und Barberis haben in diesem Zusammenhang ein gemeinsames
Positionspapier der Wirtschafts- und Handelskammern aus den
G20-Staaten, der "C-20"-Gruppe, EU-Kommissionspräsident José Manuel
Barroso vor dessen Abflug zum G-20 Gipfel übermittelt. Als
Vorsitzender der Global Chamber Platform hat Leitl auch alle
Staats-und Regierungschefs der G20-Staaten schriftlich über die
gemeinsame Position der C-20 informiert.
Die C-20 Gruppe hat sich unter anderem auf folgende Forderungen
und Positionen verständigt:
- Durch ein stabiles Finanzsystem für die Realwirtschaft mit
einfachen, aber effizienten Regeln soll das Vertrauen in die
Finanzmärkte wieder zurückgewonnen und eine mögliche neuerliche Krise
verhindert werden.
- Die Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums der Weltwirtschaft
kann nur durch die Sanierung der öffentlichen Haushalte, eine
adäquate Finanzierung der Realwirtschaft, ausgewogene
Finanzmarktreformen und Investitionen in Bildung und Innovation
erreicht werden.
- Die G-20 müssen sicherstellen, dass Basel III weltweit,
insbesondere auch von den USA und Asien, gleichzeitig umgesetzt wird
und nicht nur in Europa.
- Die G20 müssen den jüngst aufgeflammten gefährlichen Streit um die
Wechselkurse stoppen. Dieser schadet der Weltwirtschaft in hohem
Maße.
- Die G-20 sollen den Freihandel stärken und aufkeimendem
Protektionismus Einhalt gebieten.
Leitl appelliert in diesem Zusammenhang an die G20-Staaten, für
den Ausgleich ihrer Haushaltsdefizite die bessere Einbeziehung des
Finanzsektors in das Steuersystem dringend in Erwägung zu ziehen.
"Die Globalisierung erfordert auf globaler Ebene abgestimmtes
Handeln. Die G 20 müssen ihre politische Verantwortung für die
Weltwirtschaft entsprechend wahrnehmen."
Die C-20 ("Chambers 20") sind eine Kooperation der Wirtschafts-
und Handelskammern aus den G 20-Staaten auf Initiative von
EUROCHAMBRES mit dem Ziel, Lösungsvorschläge der Realwirtschaft zu
den anstehenden Problemen in die G-20 -Verhandlungen einzubringen.
Das gemeinsame Positionspapier der C-20 ist abrufbar unter:
http://www.eurochambres.eu
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung EU-Koordination
Mag. Edda Knittel
Tel.:(+43) 0590 900-4198
mailto: edda.knittel@wko.at
http://wko.at/eu
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