• 11.11.2010, 11:33:15
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Welt-Diabetestag: WGKK sagt Stoffwechselerkrankung den Kampf an

Mit "Therapie Aktiv" sollen Betroffene ihre Krankheit besser in den Griff bekommen -Vorsorgeuntersuchung kann Risikopotenzial rechtzeitig aufzeigen

Wien (OTS) - Diabetes ist im Vormarsch: Weltweit leiden geschätzte
250 Millionen Menschen daran, Tendenz steigend. Am 14. November 2010
wird auch bei uns der Welt-Diabetestag begangen. In Österreich geht
man von 600.000 Frauen, Männern und Kindern aus, die von der
chronischen Stoffwechselkrankheit betroffen sind. Doch ein Drittel,
etwa 180.000 Personen, weiß noch nichts von seinem Diabetes
(umgangssprachlich Zuckerkrankheit), was zu gefährlichen
Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Fußamputation
führen kann. Der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), die in ihren vier
Gesundheitszentren und im Wiener Hanusch-Krankenhaus
Diabetes-Ambulanzen anbietet, ist die rechtzeitige Erkennung von
Risikofaktoren sowie eine individuell angepasste Behandlung im
Krankheitsfall ein großes Anliegen.

"Diabetes ist eine schleichende und stille Gefahr, denn die
Betroffenen merken und spüren nichts ", warnt Dr. Helmut Brath,
Leiter der Diabetes-Ambulanz im Gesundheitszentrum Wien-Süd der WGKK.
"Geschätzte 600.000 Erkrankte in Österreich bedeuten, dass fast jeder
zehnte Erwachsene einen Diabetes aufweist". Anders gesagt: "40
Prozent der über 55-Jährigen haben Diabetes oder eine Vorstufe
davon".

Um rechtzeitig gegensteuern zu können rät Dr. Brath dazu,
regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, denn "ein beginnender
Diabetes wird in der Regel erkannt". Ansprechperson sind in erster
Linie Hausärztin oder Hausarzt. Besonders gefährdet sind Personen,
"deren Bauchumfang größer als der Hüftumfang ist". Ein hohes Risiko
hätten auch Frauen und Männer, deren Blutdruck erhöht oder deren
Blutfettwerte außerhalb der Norm liegen. Dazu kommt: "Rauchen
verdoppelt die Wahrscheinlichkeit eines Diabetes", stellt Dr. Brath
fest. Raucherinnen seien gefährdeter als Raucher. Auch mangelnde
Bewegung oder ein Übermaß an lang anhaltendem Stress stellen
Risikofaktoren dar. "Die Medizin kann Diabetes zwar immer besser
behandeln, aber die Menschen müssen auch bereit sein, sich behandeln
zu lassen und ihren Lebensstil zu optimieren", sagt Dr. Brath.

Programm "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" bei der WGKK

Zur Langzeitbetreuung von Personen mit bereits bestehendem
Diabetes mellitus Typ 2 wurde von den Wiener
Krankenversicherungsträgern und der Stadt Wien das Programm "Therapie
Aktiv - Diabetes im Griff" ins Leben gerufen. An dem Projekt nehmen
bereits 5300 Wienerinnen und Wiener teil. Das Projekt soll Frauen und
Männern, die an Typ 2-Diabetes leiden, eine intensivere medizinische
Betreuung und mehr Wissen über die Krankheit vermitteln, um so die
Eigenverantwortlichkeit anzuregen. Bei regelmäßigen Untersuchungen
legen Ärztin oder Arzt gemeinsam mit den Betroffenen erreichbare
Ziele in punkto Ernährung, Bewegung etc. fest, um so
krankheitsbedingte Komplikationen zu verringern und die
Lebensqualität zu steigern. Derzeit stehen 133 speziell geschulte
Ärztinnen und Ärzte (aus den Fachrichtungen Allgemeinmedizin und
Innere Medizin) den Erkrankten in Wien mit Beratung und Information
zur Seite. "Die Wiener Gebietskrankenkasse wird sich dafür einsetzen,
dass das Programm auch in den kommenden Jahren fortgeführt wird, sagt
Mag.a Karin Eger, Leiterin der Abteilung Gesundheitspolitik und
Prävention in der WGKK. "Darüber hinaus freuen wir uns über weitere
Ärztinnen und Ärzte, die sich als Diabetes-Spezialistinnen und
-spezialisten am Programm "Therapie Aktiv" - beteiligen", sagt Mag.a
Eger. Ziel ist es, dass jährlich etwa 4000 neue Patientinnen und
Patienten zum Programm" hinzukommen. Für den Zeitraum 2011 bis 2013
wird mit Ausgaben von insgesamt 8,6 Millionen Euro für das Projekt
gerechnet.
Zur Vorbeugung von Diabetes rät WGKK-Arzt Dr. Brath zur "Optimierung
des Lebensstils".

Dazu gehören eine möglichst gesunde Ernährung mit vielen
Ballaststoffen und wenig tierischen Fetten sowie "täglich 30 Minuten
flotte Bewegung oder Sport, bei dem man leicht außer Atem gerät, aber
nicht ins Keuchen kommt". Und ganz wichtig sei ein "Rauch-Stopp".

Rund 20 Prozent der Patientinnen und Patienten, bei denen Diabetes
diagnostiziert wird, leiden laut Dr. Brath bereits an schweren
Folgeerkrankungen wie Augenschäden bis hin zur Erblindung,
Nierenschäden, die eine Dialyse erforderlich machen oder an quälenden
Nervenstörungen an den Füßen.

Rund 90 Prozent der Diabetes-Patientinnen und -Patienten in
Österreich haben Diabetes mellitus Typ 2, dessen Auftreten neben
genetischen Faktoren stark von der Ernährung und der Lebensweise
abhängig ist. Knapp zehn Prozent leiden an Diabetes mellitus Typ 1,
der meist im Kindes- oder Jugendalter beginnt und bei dem der Körper
gar kein Insulin mehr produziert.

Diabetes-Ambulanzen:

*Wien-Mitte,
3, Strohgasse 28
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 07.00-14.30 Uhr
Telefon: (+43 1) 606 22-40300

*Wien-Mariahilf,
6, Mariahilferstraße 85-87
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 07.00-14.30 Uhr
Telefon: (+43 1) 601 22-40600

*Wien-Süd,
10, Wienerbergstrasse 13
Öffnungszeiten: Mo-Do, 07.00-14.15 Uhr, Fr 07.00-14.00 Uhr
Telefon: (+43 1) 601 22-1722

*Wien-Nord,
21, Karl-Aschenbrenner-Gasse 3
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 07.00-14.30 Uhr
Telefon: (+43 1) 601 22-40200

*Hanusch-Krankenhaus,
14, Heinrich-Collin-Straße 30
Telefon: (+43 1) 910 21-0 oder (+43 1) 910 21-85110
Website: www.hanusch-krankenhaus.at

Rückfragehinweis:

Wiener Gebietskrankenkasse
   Öffentlichkeitsarbeit: 
   Brigitte Kilian
   Wienerbergstraße 15-19, 1100 Wien
   Tel.: (01) 60122-1351
   mailto:[email protected]
      www.wgkk.at

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