"Humanitäre" Streitkräfte? NGO-Dachverband warnt vor Vermischung von militärischen und humanitären Einsätzen

Wien (OTS) - Verteidigungsminister Norbert Darabos präsentiert seine Vision für die Aufgaben des Heers im Magazin "News": Ihm zufolge wird es eine intensive Beteiligung an der internationalen Friedenssicherung und an Katastropheneinsätzen im Ausland geben.

Das Ziel, massiv in der Humanitären Hilfe aktiv zu sein, kommuniziert Darabos konsequent. "Das geht nicht zusammen", konstatiert Petra Navara, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung. "Entweder man folgt einem humanitären Auftrag, dann ist man den Prinzipien Humanität, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit verpflichtet, ohne Wenn und Aber. Oder man ist ein Heer eines Nationalstaates."

Denn Militär und humanitäre Organisationen verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen und handeln nach unterschiedlichen Prinzipien. Die AG Globale Verantwortung als Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen lehnt die Vermischung von militärischen Aktivitäten und humanitärer Hilfe daher strikt ab. "Es kann Situationen geben, die eine Zusammenarbeit erforderlich machen, in diesem Falle gilt das Prinzip der Subsidiarität: Nur dann, wenn es keine zivile Alternative gibt und lebensnotwendige Hilfe nur mit militärischer Unterstützung erbracht werden kann, sollen militärische Ressourcen zum Einsatz kommen", fasst Navara zusammen.

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