- 10.11.2010, 11:33:55
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AKNÖ-Adler: " Armut ist ein gesellschaftliches Problem"
Lebhafte Debatte bei AKNÖ/ÖGB-NÖ-Podiumsdiskussion zu Armut im Waldviertel

Wien (OTS/AKNÖ) - "Armut ist nicht das Problem der Betroffenen.
Armut ist ein gesellschaftliches Problem." Mit dieser These hat
AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler Dienstagabend bei einer
Podiumsdiskussion in Dietmanns (Bez. Waidhofen/Thaya) breite und vor
allem parteiübergreifende Zustimmung gefunden. Adler stützte ihre
Analyse auf Daten aus der aktuellen Armutsstudie der AKNÖ. Deren
Ergebnisse zeigen die wenig erfreuliche Situation im Waldviertel.
Zuletzt wurden auch die Bürosessel der Firma Jil Silk in den
Veranstaltungssaal geschoben. Einige der knapp 150 TeilnehmerInnen
nahmen auf den Innenbänken der Fenster Platz. Das Thema "Armut und
Working Poor" hatte offenbar den Nerv der WaldviertlerInnen
getroffen, es waren deutlich mehr BesucherInnen gekommen als die
Veranstalter AKNÖ und ÖGB-NÖ erwartet hatten. Angesichts der
Ausgangslage verständlich: Die Löhne und Gehälter im Waldviertel sind
niedriger als im Niederösterreichschnitt und mit Ausnahme der Bezirke
Zwettl und Horn ist die Arbeitslosigkeit deutlich höher. Im Vorjahr
kamen im Bezirk Waidhofen/Thaya etwa auf eine offene Stelle beim AMS
mehr 100 BewerberInnen. Und Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, die
beide vom Arbeitseinkommen abhängen, sind entsprechend niedrig. Zwei
Drittel aller Arbeitslosen und so gut wie alle
NotstandshilfebezieherInnen liegen mit ihren Sozialleistungen an oder
unter der Armutsgefährdungsgrenze. "Und viele Menschen, die Anspruch
auf Sozialhilfe haben, stellen aus Scham keinen Antrag. Da müssen wir
Aufklärung gegen Vorurteile leisten", sagte Andreas Hitz,
Regionalsekretär des ÖGB.
"Budget dreht Armutsspirale weiter"
Umstände, die bald schlimmer werden könnten, zeigte sich
AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler überzeugt: "Der Budgetentwurf der
Bundesregierung dreht die Armutsspirale weiter", zeigt sie sich
überzeugt. "Als Arbeitnehmervertreterin kann ich damit nicht
zufrieden sein." Die niederösterreichische Soziallandesrätin Karin
Scheele forderte die WirtschaftsvertreterInnen auf, den Sozialstaat
nicht infrage zu stellen: "In unserem Land sind 12 Prozent der
Menschen armutsgefährdet. Ohne Sozialstaat wären es 33 Prozent."
Armut im Waldviertel hat strukturelle Ursachen
Im Waldviertel kommen strukturelle Probleme dazu. "Uns fehlen die
Verkehrsanbindungen. Ohne Autobahn siedeln sich keine Firmen an",
sagte etwa Kurt Strohmayer-Dangl, Bürgermeister von Waidhofen/Thaya
und Bundesratsabgeordneter. Bundesratskollege Karl Boden mahnte ein
besseres öffentliches Verkehrsnetz ein: "Das Waldviertel hat in den
vergangenen Jahrzehnten sehr viel an öffentlicher Infrastruktur
verloren. Das verstärkt Bevölkerungsrückgang und Armut. Uns fehlen
nachhaltige Investitionen. Die Landesausstellung allein kann es nicht
gewesen sein."
Einhelliger Tenor am Podium wie beim Publikum: "Wir müssen uns
gemeinsam auf die Füße stellen und laut schreien - als
SozialpartnerInnen und parteiübergreifend. Erst dann kriegen wir, was
wir brauchen", fasste es Johann Palkovich, Kammerrat der
Niederösterreichischen Arbeiterkammer, zusammen.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
AKNÖ Sozialrecht, Silvia Feuchtl
01/58883 - 1419
AKNÖ-Wirtschaftspolitik, Jürgen Figerl
01/58883 - 1638
Aktuelle Informationen finden Sie auch auf noe.arbeiterkammer.at/presse
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