ÖH Uni Graz/FV Rechtswissenschaften: Kürzung der Gerichtspraxis ist Raubbau an der Ausbildung

Nach Änderung des Rechtspraktikantengesetzes werden JuristInnen an die Armutsgrenze gedrängt. Das Budget zeigt eine weitere Studierendenfeindliche Facette!

Graz (OTS) - Die Regierung gab am 02.11.2010 das "Budgetbegleitgesetz Justiz 2011-2013" in Begutachtung. Damit soll ua das Rechtspraktikantengesetz geändert werden. Die Gerichtspraxis soll von 9 auf 5 Monate gekürzt werden und der Ausbildungsbeitrag von EUR 1274,20 auf EUR 1010,00 gekürzt werden. Die ÖH Uni Graz fordert die Rücknahme!

"Die Gerichtspraxis ist für alle JuristInnen nach dem Studium eine überaus wichtige Ausbildungsmöglichkeit; dadurch wird die Lücke zwischen Theorie und Praxis geschlossen. RechtspraktikantInnen übernehmen sehr verantwortungsvolle Justizaufgaben. Sie formulieren auch Urteile.", so Stefan Kaltenbeck, Vorsitzender der Studienvertretung Doktorat der Rechtswissenschaften.

"Neben der Kürzung der Familienbeihilfe ist dies der nächste Anschlag auf die Studierenden und die Bildung", ärgert sich Kaltenbeck. "Die Regierung soll sich endlich klar zur hohen Bedeutung von Bildung im 21. Jhdt bekennen und ein dementsprechendes Budget zur Verfügung stellen. Mit dem geplanten Ausbildungsbeitrag von nur mehr EUR 1010,00 verdienen JuristInnen als AkademikerInnen bald weniger als Handelsangestellte mit Hauptschulabschluss allerdings bei längerem Ausbildungsweg. Damit wird die lange akademische Ausbildung nicht adäquat gewürdigt", so Kaltenbeck abschließend.

Mit dieser geplanten Gesetzes-Änderung wird nun auch das Magisterstudium endgültig zu Grabe getragen. Bisher waren bloß Magistri berechtigt die Gerichtspraxis zu absolvieren. Still und heimlich verschwindet dieser Terminus nun aus dem Gesetz. Nach der neuen allessagenden Formulierung sind jene Personen berechtigt die Gerichtspraxis zu absolvieren, welche "die vorgesehene wissenschaftliche Berufsvorbereitung abgeschlossen" haben. Dazu Philipp Maunz, Vorsitzender der Fakultätsvertretung Rechtswissenschaften: "Das Bologna-System kommt durch die Hintertür. Das Studium würde durch die Umstellung auf das Bachelor-Master System entwertet werden."

Kaltenbeck und Maunz rufen alle Rewi-Studierenden auf sich an allen Protesten der ÖH Uni Graz noch stärker zu beteiligen als bisher. Gegen die Bildungsfeindlichkeit der Regierung muss jetzt geschlossen vorgegangen werden, da ansonsten der Raubbau an der Bildung munter weiter geht.

"Wir empfinden des als befremdend dass man Jus-AbsolventInnen den Einstieg in die Praxis derart erschwert und noch dazu finanziell so benachteiligt, dass sie an der Armutsgrenze kratzen" so Cengiz Kulac aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Graz und begrüßt den Aufruf zum Protest der Fakultätsvertretung Rechtswissenschaften gegen das sinnlose und ungerechte Belastungspaket der Bundesregierung.

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Cengiz Kulac,
Vorsitzender ÖH Uni Graz
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Philipp Maunz
Vorsitzender Fakultätsvertretung Rechtswissenschaften
philipp@rewi.at
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Mag. Stefan Kaltenbeck, Bakk.
Vorsitzender Studienrichtungsvertretung Dr. REWI
stefan@rewi.at
0650-4014446

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