Blutbad in Bagdader Kirche: "Christen antworten nicht mit Hass, sondern mit Mut"

Früherer Apostolischer, Erzbischof Farhat, zelebrierte in der Wiener Servitenkirche Gedenkgottesdienst für die 60 Opfer

Wien (OTS) - Wien, 07.11.10 (PEW) "Wir Christen antworten auf die Mordtat in Bagdad nicht mit Hass, sondern mit Mut und Hoffnung": Dies betonte der frühere Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, am Sonntag in der Wiener Servitenkirche beim Gedenkgottesdienst für die nahezu 60 Opfer, die vor einer Woche in der syrisch-katholischen Sayidat-al-Najat-Kirche im Bagdader Stadtteil Qarrada einem islamistischen Terroranschlag zum Opfer gefallen waren. Erzbischof Farhat, der selbst aus dem Libanon stammt, zelebrierte den Gottesdienst nach orientalischem Ritus in arabischer und altsyrischer Sprache. Die Servitenpfarre wird seit dem Vorjahr von der maronitisch-katholischen "Kongregation der Libanesischen Missionare" (CML) betreut.

Erzbischof Farhat dankte den vielen Wiener Katholiken, die der Einladung von Kardinal Christoph Schönborn und "Pro Oriente"-Präsident Johann Marte zu dem Gedenkgottesdienst gefolgt waren. "Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität für die Christen des Nahen Ostens", betonte der frühere Apostolische Nuntius. Man müsse immer wieder daran erinnern, dass "Gott alle Menschen zur Freiheit in Würde" berufen hat.

Nach dem Gottesdienst überbrachte der Wiener Weihbischof Franz Scharl die Grüße von Kardinal Schönborn und betonte, dass die "Solidarität mit den Christen des Nahen Ostens im Gebet und im engagierten Auftreten für die Rechte dieser Christen" wirksam werden müsse. Bischof Scharl erinnerte an die Nahost-Synode im Vatikan, die eine gemeinsame Neupositionierung der Katholiken im Orient bewirkt und zugleich neue Brücken zu den Orthodoxen geschlagen habe. "Wir müssen Gemeinschaft bilden, um gemeinsam Zeugnis zu geben", betonte der Wiener Weihbischof. Auch der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emanuel Aydin nahm auf die Nahost-Synode Bezug. Zugleich erinnerte er daran, dass das "Zeugnis der Märtyrer" die orientalischen Christen einige und erneuere. Wörtlich sagte Bischof Aydin: "Das Christentum im Nahen Osten wird niemals vernichtet werden. Denn sein Grund ist Christus selbst und das seit vielen Jahrhunderten andauernde Zeugnis der Märtyrer".

Nach dem Gottesdienst wurde ein Aufruf zu einer Solidaritätsdemonstration für die verfolgten Christen im Irak verteilt, die am Samstag, 13. November, um 14 Uhr auf dem Stephansplatz beginnen und mit einer Kundgebung vor der Irakischen Botschaft enden wird. In dem Aufruf heißt es wörtlich: "Alle Pfarrgemeinden, Institutionen und Vereine der chaldäischen, assyrischen und syrischen Christen in Österreich trauern mit den Familien der Opfer und verurteilen diesen bösartigen und unmenschlichen Angriff der Terroristen". Die Organisatoren appellieren an Bundespräsident, Bundesregierung und Parlament, Solidarität mit den Christen des Irak zu zeigen und sie im Überlebenskampf zu unterstützen. Österreich solle sich dafür einsetzen, dass die Vereinten Nationen eine Strategie für eine politische Lösung ausarbeiten, "die das Überleben der Christen und der anderen religiösen Minderheiten im Irak und in anderen Ländern des Nahen Ostens gewährleistet". (forts mgl)

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