• 28.10.2010, 15:21:23
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Gerald Bast erklärt sich solidarisch mit den Forderungen der Studierenden und fordert mehr Geld für soziale Absicherung

Wien (OTS) - Die Unterfinanzierung der Universitäten ist seit
vielen Jahren eine Tatsache und sie ist mehrfach durch internationale
Studien belegt.

Geradezu zynisch ist in diesem Zusammenhang die Streichung der
Familienbeihilfe ab dem 24. Lebensjahr.

Die 80 Mio. angebliche Budgetsteigerung für die Unis sind ein
unverfrohrener politischer Marketingtrick auf Kosten der
Universitäten und der Studierenden:

- ausgerechnet die Masterstudierenden und Studierenden in der
Diplomphase werden zur Kasse gebeten, in einem Ausmaß weit über dem
Niveau früherer Studiengebühren - der Regierungsbeschluss sieht für
die Universitäten massive STREICHUNGEN (keine Vorziehprofessuren,
keine Forschungs-Infrastrukturinitiative, Streichung von Bauvorhaben)
vor!

Das BMWF hat bereits angekündigt; dass die 2% Ministerreserve vom
gesamten Jahres-Unibudget 2010-2012 nicht mehr an die Unis
weitergegeben wird.

Die 80 Mio. "Zusatzbudget" werden zu einem erheblichen Teil zum
Ausbau der Fachhochschulen ausgegeben.

Warum ist die Uniko plötzlich so milde, wenn das
Infrastrukturprogramm, die Vorziehprofessuren und Bauprojekte
gestrichen werden und stattdessen verkauft wird, dass die Unis 80
Mio.Euro "mehr" bekommen, was so offensichtlich nicht stimmt? Und
diese 80 Mio.Euro holt man sich auch noch ausgerechnet von den
Studierenden im Masterstudium und dazu in einem Ausmass, das weit
über die früheren Studienbeiträge hinausgeht.

Ab 2013 (nicht erst ab 2014, wie in der APA-Meldung behauptet)
decken die 80 Mio bei weitem nicht einmal die Kostensteigerung. Und
da die Frau Bundesministerium bereits angekündigt hat, dass sie jetzt
nach der "Budgeterhöhung" den FH-Ausbau fortsetzten werde, ("zur
Entlastung der Universitäten", obwohl jeder weiß, dass die FH-Studien
gerade nicht in den Uni-Massenfächern angesiedelt sind!!) werden den
Unis schon ab 2011 nicht einmal die 80 Mio Euro zur Verfügung stehen.
Und wenn man bedenkt, dass natürlich schon ab 2011 die 2%
Ministerreserve für Gestaltungsvereinbarungen nicht mehr
ausgeschüttet wird ist das ganze schon ab 2011 für die Unis nur mehr
ein totales Verlustgeschäft.

Was an dem Regierungsbeschluss vom Wochenende auch nur ansatzweise
"ein Stück zuversichtlicher" stimmen kann ist mir ein Rätsel! Ich
kann jedenfalls diese Position zum Regierungsbeschluss nicht
mittragen.

Gerald Bast erklärt sich solidarisch mit den Forderungen der
Studierenden gegen die Beschlüsse der Bundesregierung. Er fordert die
Bundesregierung auf, statt Politpropagandaschmähs endlich eine
Politik für die Zukunft der Universitäten zu machen. Wir brauchen
mehr Geld für Hochschulen und mehr Geld für soziale Absicherung,
erklärt Bast weiter. Denn eine Investition in Bildung ist eine
Investition in die Zukunft! Wirtschaftsforscher, OECD und die
EU-Kommission legen den Regierungen massive Investitionen in Bildung
und Kreativitaet dringend nahe.

Gerald Bast ist Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien
und Vizepräsident der Universitätenkonferenz.

Rückfragehinweis:
Universität für angewandte Kunst Wien
Mag. Anja Seipenbusch-Hufschmied, Mag. Marietta Böning, MAS
Tel: 01 711 33 DW 2160, [email protected]
www.dieangewandte.at

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