- 28.10.2010, 12:56:42
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Berlakovich: Internationaler Artenschutz braucht realistische Ziele
Umweltminister bei UN-Artenschutzkonferenz in Nagoya/Japan: "Es ist fünf vor zwölf" - UNO am Prüfstand

Wien (OTS) - Aus österreichischer Sicht besteht ein klares
Interesse an einem erfolgreichen Abschluss der
UN-Artenschutzkonferenz. "Die UNO muss zeigen, dass sie
handlungsfähig ist", so Umweltminister Niki Berlakovich bei der
UN-Artenschutzkonferenz in Nagoya/Japan. Die Glaubwürdigkeit der
internationalen Gemeinschaft und der UNO ist seit dem Scheitern des
Klimagipfels in Kopenhagen angeschlagen. Nagoya hat die Chance, die
Lösungskompetenz der internationalen Gemeinschaft zu zeigen. "Es geht
um ambitionierte, aber gleichzeitig auch realistische und umsetzbare
Ziele für den internationalen Artenschutz", so Berlakovich.
Das für 2010 gesetzte Biodervisitätsziel wurde verfehlte, auch
weil es unrealistisch war. "Jetzt hat die Staatengemeinschaft die
Chance, ihre Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit zu zeigen. "Es
ist fünf vor zwölf", so Berlakovich. Fakt ist: Das weltweite
Artensterben nimmt rasant zu. 16.000 Arten sind weltweit vom
Aussterben bedroht. 3 Millionen Hektar Wald gehen jährlich verloren.
"Die Staatengemeinschaft muss handeln", betont der Umweltminister,
"Ziel muss es sein, bis 2020 ambitionierte Ziele festzuschreiben, die
gleichzeitig aber realistisch und umsetzbar sind".
Unter anderem geht es um die Verhinderung der "Bio-Piraterie":
"Der Zugang zu genetischen Ressourcen muss klar geregelt sein, es
muss Rechtssicherheit geben und die Länder, die einen 'Schatz' an
genetischen Ressourcen haben, sollen von der Verwertung profitieren."
Die Rechte von indigenen Völkern müssen berücksichtigt werden.
Pharmafirmen dürfen mit Wirkstoffen exotischer Pflanzen nicht allein
den Gewinn einstreifen." Ein weiteres wichtiges Element des
Verhandlungspakets für Nagoya betrifft die Finanzierung. Klar ist,
dass die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützung für den
Artenschutz brauchen. Bevor man aber über konkrete neue finanzielle
Summen diskutiert, muss zuerst der Bedarf erhoben werden und die
bereits bestehenden finanziellen Mittel müssen genutzt werden.
"Nagoya ist eine Chance für den internationalen Artenschutz. Jetzt
liegt es an der UNO ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen",
schließt Berlakovich.
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